Heute kommen wir tatsächlich etwas zeitiger los, wir wollen im Krafla-Gebiet wandern. Natürlich nicht ohne an einem der auf dem Weg gelegenen Aussichtspunkte anzuhalten.

Das schöne Türkisfarbene im Fordergrund ist nicht etwa das hier in der Region wohbekannte Schwimmbad "Jarðböðin", sondern ein silikathaltiger Abwassersee der daneben liegenden Fabrik. Baden empfiehlt sich hier aufgrund Temperatur und chemischer Zusammensetzung eher nicht.
Als erstes fahren wir nach ganz oben zum Viti-Kratersee. Allerdings werden wir auch hier noch unterwegs von einem Aussichtspunkt ausgebremst. Der Ausblick über das Tal mit dem riesigen Dampfkraftwerk bei dem klaren (und auch windigen) Wetter hat halt auch einfach was.


Landschaftlich ist die komplette Runde extrem abwechslungsreich und sehenswert, über den Wind sind wir extrem froh, nachdem wir an windstillen Stellen von den namens-gebenden Mücken regelrecht angefallen werden. Sie stechen zwar nicht, fliegen aber (absichtlich oder unabsichtlich) hemmungslos in jegliche unbedeckte Körperöffnungen. Meistens ist es ausreichend windig und man kann in Ruhe die farbenfrohe Landschaft genießen und ein paar Fotos machen. Der Weg beginnt in einem der vielen Lavafelder mit einem tollen Ausblick auf rotbunte Berge vor blauem Himmel.

Als nächstes passieren wir einen sehr schwefelsäurig riechenden, heiß blubbernden See, der vermutlich dafür verantwortlich ist, dass schon viele der recht neu aussehenden Balken des entlangführenden Boardwalks eingebrochen und aufgelöst sind, als wären sie mindestens 10 Jahre alt.

Wir entscheiden uns hier für den etwas längeren Weg durch das riesige Lavafeld.



Wie das so ist, wird die Aussicht nach oben hin zunehmend spektakulärer. Dank des Windes ist die Luft absolut klar und man kann das volle Ausmaß der vielseitigen Landschaft genießen.



Am Gipfel angekommen finden wir plötzlich Sandsteinskulpturen, fast als wäre man im Südwesten der USA.








Am Ende des Weges treffen wir noch auf tiefe Löcher im eigentlich friedlich aussehen-den, grasbewachsenen Boden, die sich teilweise Blumen als Lebensraum auserkoren haben. Irgendwie gibt es davon nur ein Handyfoto.

Nach der Wanderung ist Mittagszeit, diese ist günstig, da es oft leerer ist, wir finden einen Parkplatz am Viti-Krater und stellen enttäuscht fest, dass der schöne Rundwanderweg von 2016 durch eine Aussichtsplattform und einen kurzen Hin- und Rückweg ersetzt wurde.



Als nächstes könnten wir ein kleines Bad vertragen, praktischerweise ist ja das Jarðböðin direkt um die Ecke. Der Parkplatz ist allerdings gerade recht voll und es stehen zudem noch drei Busse auf dem Parkplatz. Wir reservieren daher einfach einen Platz in einer Stunde, das reicht um noch einen Fotopunkt meinerseits sowie ein kleines Mittagessen (ich bekomme vom Baden in warmem Wasser immer furchtbaren Hunger) abzuarbeiten.
Wir fahren vom Parkplatz quasi einmal "um die Ecke" und sind schon an der Grjotagja angekommen. Hierbei handelt es sich um eine Höhle mit heißem Wasser (früher konnte man mal darin baden, inzwischen ist das Wasser zu heiß). Zudem wurden hier Szenen aus Game of Thrones gedreht. Ist mir beides relativ egal, ich möchte einfach mal schauen, ob ich mit Stativ und Langzeitbelichtung ein schönes Foto hinbekomme. Ich hatte zwar verdrängt, wie eng und unwegsam der Eingang ist, aber irgendwie schaffe ich es sowohl mich als auch Kamera und Stativ unfallfrei in die Höhle zu bekommen. Auch ein Platz für das Stativ lässt sich irgendwie finden, auch wenn ich es festhalten muss, da die Kamera sonst einen Kopfsprung ins Wasser machen möchte. Immerhin ist das Foto ganz schön geworden, und wir haben wieder einen Zeitpunkt erwischt, wo wir bis auf 2 weitere Personen alleine sind.


Wir entspannen gut anderthalb Stunden im warmen, türkisblauen Wasser und tauschen und mit zwei hessischen Individualreisenden über Routen und Sehenswürdigkeiten sowie gutes Essen und Bier aus. Sehr unterhaltsam, vereinzelt gibt es halt auch nette, informierte Reisende hier. Ein Foto vom Bad darf nicht fehlen. Hier sieht es sehr voll aus, es hat sich offenbar gegen Ende unseres Aufenthaltes ordentlich gefüllt, die meiste Zeit war es etwas leerer. Aber alles erträglich, wegen Covid dürfen die Bäder sowieso nur mit verringerter Kapazität arbeiten.

Danach umrunden wir noch den Mývatn mit dem Auto, das Meiste haben wir 2016 gesehen, und die vielen Mücken verlocken halt auch nicht gerade zum Aussteigen. Den-noch erfreuen wir uns an ein paar Erinnerungen, den Kratern und einigen Vögeln auf dem See.
Danach folgt das obligatorische Abendessen, heute als 3-Gänge-Menü im Hotelrestaurant. Lecker und nett blumig angereichtet, auch wenn ich den Burger im benachbarten Bistro mindestens genauso lecker fand. Gegen Ende des Urlaubs bekomme ich immer das Bedürfnis nach "was buntem mit Schirmchen" und so gibt es vorneweg noch einen Cocktail in der Bar: Daiquiri für den Gatten und "A perfect Storm"(Grand Manier, Zitrone und Ingwerbier) für mich. Süffig!


Mal wieder Lobster Soup

Lammcarrée mit Kartoffelgratin und Blümchen

Abendfüllende Schokoladentarte mit Schokoladeneis mit undefinierbarer Note (eventuell einem Hauch Amaretto), Blaubeeren, Blümchen und Glitzer

Satt.
Müde.
Bett.