Wir haben jetzt (dank Fika gut gestärkt) noch einen kleinen Fußweg zu bewältigen, bevor wir zum Highlight des Tages kommen.
Am Kreisel mit dem roten Zwerg, der stolz seinen riesigen Dildo präsentiert, nehmen wir die Treppen (hatten wir diesen Urlaub ja auch noch nicht) in Richtung Ekebergparken, einem Skulpturenpark.
Obwohl wir ja eher Kunstbanausen sind, gibt es hier etwas, was ich unbedingt sehen möchte. Vorher gibt es nochmal Aussicht über Oslo zu bestaunen. Die blaue Stunde gibt es gratis dazu.Wir durchwandern einen winterlichen Wald, der Weg wird zunehmend glatter, und uns fällt auf, dass wir dummerweise die Spikes im Hotel vergessen haben.
Dummerweise wird der Weg auch noch zunehmend steiler, was eine tolle Kombination mit "zunehmend glatter" ist. Zum Glück sind am Wegrand Seile gespannt, die eigentlich der Absperrung dienen, aber an denen man sich auch wunderbar festhalten kann. Haben wir ja noch Übung von der letzten Norwegen-Tour.
Kurz darauf erreichen wir (erstaunlicherweise unversehrt) das heutige Objekt meiner fotografischen Begierde, den Nordic Pixel Forest, ein Kunstwerk von Pipilotti Rist. Inzwischen ist es auch ausreichend dunkel, dass die Installation ihre volle Wirkung entfaltet (deshalb wollten wir hier nämlich erst am späten Nachmittag hin). Wir sind begeistert und finden das Lichtspiel wunderschön, daher müsst Ihr jetzt mal wieder Unmengen an Fotos mit bunten Lichtern ertragen. Kennt man ja schon von den Nordlichtern, heute sind es eben mal "Nordic Pixel".
Die Lichter wechseln beständig die Farben, zusammen mit leiser Musik hat das Ganze etwas sehr mystisches. Natürlich müssen alle Farben gewürdigt und auch mal die Perspektive gewechselt werden. Es ist wirklich traumhaft.
Farblich ist hier wirklich für jeden etwas dabei.
Am liebsten würde ich mich zum Fotografieren auf den Boden legen, aber dann würde ich auf dem teils spiegelglatten Boden wohl nie wieder hochkommen. Aber auch so kann man bliebig mit Farben und Perspektiven experimentieren.
Wie wäre es noch mit ein paar Nahaufnahmen der Lichter? Natürlich in wechselnden Farben...
... und nochmal die ganze Pracht. Ich entschuldige mich nicht dafür, dass ich begeistert bin.
Nachdem wir das Kunstwerk ausreichend gewürdigt haben, machen wir uns auf den Rückweg. Wir nehmen dieses Mal einen weniger steilen und weniger rutschigen Weg und versichern uns, dass wir gleich heute Abend die Spikes in den Kamerarucksack packen werden. Unsere Aufmerksamkeit wandert jetzt allerdings zunächst zu einer weiteren Lichtinstallation. Thema dieses Mal: Unterhosen.
Ich belasse es dieses Mal bei einem Foto. Das Kunstwerk ist übrigens von der selben Künstlerin, wie der Nordic Pixel Forest und heißt "Nordic Hiplights". Die Dame macht offensichtlich gerne Dinge mit Licht.
Apropos Licht, auf unserem Weg durch den inzwischen recht dunklen Wald erstrahlt irgendwann am Wegrand auch noch "Marylin Monroe" von Richard Hudson, der auf dem Foto der Website des Ekebergparken im Übrigen ein wenig aussieht wie Dr. House.
Als wir auf dieses letzte Kunstwerk auf unserem Rückweg zusteuern, frage ich mich kurz von weitem, ob es sich um eine Gottesanbeterin oder einen liegenden Mann mit riesiger Erektion handelt. Beim Näherkommen wird es dann doch sehr eindeutig. Es handelt sich um "Deep Cream Maradona" von Sarah Lucas. Verzaubert uns jetzt nicht ganz so, wie der Nordic Pixel Forest, erinnert aber an gewissen Stellen an die Würste aus Kabeljau-Rogen, die der Gatte vor einigen Tagen auf dem Teller hatte.
Das ist dann jetzt aber auch genug Kunst für heute.Zurück an der Aussichtsplattform nutze ich noch die Gelegenheit für ein oder zwei Fotos über das inzwischen recht nächtliche Oslo.
Mein Stativ liegt im Übrigen genau dort, wo auch unsere Spikes liegen. Unsere zweite Runde heute war immerhin auch noch einmal fast 5,5 km lang und hatte erstaunliche 193 Höhenmeter Gesamtanstieg. Zurück nehmen wir jetzt aber die Straßenbahn.
Wir machen uns kurz frisch und begeben uns erneut zur Straßenbahn, um zum Restaurant "Miso Ramen", das zwischen Aker Brygge und Nationatheater liegt, zu fahren. Dort gibt es, wie der Name schon sagt, ein Süppchen zum Aufwärmen. Dazu ein kaltes Asahi und Kimchi.
Ich habe mich für einen Ramen mit Schweinenacken, Noriblättern, Zwiebeln, Bambus und Ei basierend auf einer Soja-Hühnerbrühe entschieden.
Der Gatte hat eine Sesambrühe mit scharfem Hühnerhackfleisch, Ei, Pak-Choi und Bambus, beide Suppen haben außerdem reichlich Nudel-Einlage.
Gut aufgewärmt und gesättigt stellen wir bei Ankunft an der Bahn-Haltestelle wieder einmal fest, dass die Bahn noch mindestens 12 Minuten mit Tendenz zur Verspätung braucht. Kurzerhand laufen wir zurück zum Hotel.
Die Uhr stoppt heute bei 18,5 km und wir haben uns damit noch ein Frydenlund Bayer verdient.







































































