Dienstag, 29. September 2026

Wandern mit Wasserfällen im Fundy Trail Provincial Park

Heute ist unser zweiter Tag, um Wanderungen hier in der Gegend nachzuholen, die wir 2018 nicht gemacht haben. Eigentlich hatten wir überlegt, eine relativ anspruchsvolle Tageswanderung im Walton Glen Gorge hier im Park zu machen, Aber nicht bei 13 Grad und Regen, wenn alles kalt, klamm und glitschig ist. Bei einem Frühstück bei Tim Hortons planen wir um und entscheiden uns, trotzdem für ein paar kleine Trails in den Park zu fahren.

So kann man gleich einen Muffin für unterwegs mitnehmen und feststellen, dass das hier tatsächlich inzwischen klappt, einen mitgebrachten Thermosbecher mit Kaffee befüllen zu lassen.
Wir warten einen ersten starken Regenschauer shoppend im Gift Shop des Parks ab und informieren uns über unsere geplanten Trails. Diese sollten alle bei schlechtem Wetter zu gehen sein. Wir starten mit dem McLeod Brook Falls Loop, dessen Beginn wir schon 2018 gelaufen sind. Wir kamen allerdings noch nicht zu dem Wasserfall, da die Treppe noch nicht fertig war.
Heute können wir die Treppe in ihrer vollen Länge bewundern und begehen.
Deshalb haben wir jetzt auch statt dieses Versuchs eines Fotos durch die Bäume von 2018
... richtig gute Sicht auf den Wasserfall:
Der Vorteil von schlechtem Wetter: Auch wenn die Filter mal wieder zu Hause geblieben sind, kann man bei dem wenigen Licht heute trotzdem Langzeitbelichtungen machen. Wenn man die Kamera auf einen Stein legt, geht das sogar ohne Stativ, das mal wieder im Hotelzimmer liegt.

Wir wollen anschließend den relativ neuen Verbindungsweg zum Walton Glen Gorge Lookout laufen. Dieser sieht durchaus hübsch aus und ist auch gut zu gehen, hat allerdings 3 kleine Flussquerungen unterwegs.

In der Mitte des unteren Fotos kann man vielleicht ein Seil erahnen. Vielleicht kann man auch erahnen, dass man aufgrund des durch den Regen erhöhten Wasserstand nicht unbedingt überall halbwegs trocken auf Steine treten kann, sondern gute Chancen hat, bis mindestens zum Knöchel im Wasser zu stehen. 
Auf Wasser von unten zusätzlich zum Wasser von oben haben wir keine Lust, und daher geht es wieder zurück und die Treppe nach oben.
Nachdem wir die neue Treppe ausreichend gewürdigt haben, gehen wir eben zurück zum Visitor Center und von dort zur Aussichtsplattform auf den Walton Glen Gorge. Dieser sah 2018 so aus:
Gesehen haben wir einen Wasserfall an der gegenüberliegenden Felswand (den haben wir heute tatsächlich nicht gesehen, da er zur Zeit trocken zu sein scheint).
Und einen toten Baum auf einem Felsen. Zumindest sind das die drei Fotos, die ich damals gemacht habe.
Heute sieht es dafür in etwa so aus wie auf dem Werbeplakat. Inklusive der Herbstfarben. Momentan regnet es auch mal nicht.
In der Mitte des Fotos sieht man den gerade nicht vorhandenen Wasserfall.
Im Tal schweben ein paar Wolken.
Am kleinen Wasserfall links zwischen den Bäumen wäre der Abstieg ins Tal für unsere ursprünglich geplante Wanderung gewesen. Vielleicht beim nächsten Besuch.

Kurz reißt der Himmel jetzt sogar mal auf. 
Wir schaffen es dann auch trockenen Fußes zurück zum Auto und entledigen uns unserer auf dem Hinweg nassgeregneten Jacken. Zur Belohnung gibt es einen Pumpkin Spice Muffin und einen Applefritter vor Herbstlaub.
Nach dem Mittagssnack machen wir uns - vorbei an ein paar mehr oder minder spektakulären Aussichtspunkten - auf den Weg zu unserer zweiten Wanderung.

Wir laufen jetzt noch den Long Beach Brook Falls Loop, natürlich ebenfalls mit einem Wasserfall. Irgendwas Lohnendes muss ja bei dem Wetter wenigstens auf dem Trail sein.
Zuerst geht es aber mal kräfitg steil durch den Wald bergauf, gut dass wir Stöcke mitgenommen haben, die Wurzeln hier sind reichlich und glitschig.
Fotos vom Weg habe ich dank des Wetters und dank der Stöcke in meinen Händen keine gemacht, also kommen wir gleich zum wesentlichen: Ein kleiner Flusslauf mit einem Wasserfall, dem wir uns von oben nähern.


Auch hier ist es düster genug für eine Lagzeitbelichtung. Wir fragen uns, warum die Kette dort liegt, sie geht bis zum Fuß des Wasserfalls. Auf dem Foto hat sie jedenfalls was.



Wir folgen einem kleineren Gewässer weiter durch den Wald und erledigen die restliche Wanderung aufgrund des Wetters zügig.
Zum Trocknen gibt es wieder eine kurze Autofahrt und ein paar Aussichtspunkte.
Wir fahren noch kurz zum zweiten Visitor-Center, um Marvin kurz einen Besuch abzusatten. Er stand hier 2018:
Auch wenn er damals schon nicht ganz taufrisch aussah, bin ich sehr traurig, ihn nicht mehr hier vorzufinden. Die MSI eröffnet eine Fallakte und begibt sich zur Zeugenbefragung ins Visitor Center. Hier weiß man glücklicherweise sofort, wo der Vermisste ist und kann den Fall schon aufklären. Marvin wurde neu eingekleidet und wohnt jetzt in einer eigenen Haltebucht an der Haupt-Durchfahrtstraße.
Wir statten ihm einen Besuch ab, ich denke, er hat sich auch gefreut, uns wiederzusehen.
Danach gibt es noch einen Aussichtspunkt:
... und einen Wasserfall. Diesmal ist der Weg nicht weit, führt aber über eine "Hängetreppe", die ähnlich funktioniert wie eine Hängebrücke aber zum Glück weniger wackelig ist zu den Fuller Falls.
Das ist doch nochmal ein schönes Highlight zum Schluss.
Es ist immer noch trüb genug für Langzeitbelichtungen.
Wir stoppen noch kurz am Flower Pot Lookout Trail, aber auf einen 1,3 km langen Weg haben wir bei dem nassen Wetter dann doch keine Lust mehr. Noch dazu pfeift inzwischen ein ziemlich kräftiger Wind, dabei waren die 13 Grad heute schon ohne Wind ziemlich frisch. Außerdem schließt der Park in 45 Minuten, und wir müssten den Trail hin und zurück laufen und noch ein paar Minuten zum Ausgang fahren. Da bliebe sowieso nicht mehr viel Zeit zum Fotografieren, wenn man nicht auf den letzten Drücker rauskommen will. Außerdem sind wir inzwischen auch ziemlich platt.
Ein Foto der Steilküste muss reichen. Den Flowerpot habe ich 2018 ja schon bei schönem Wetter fotografiert.
Beim Vergleichen der beiden Fotos stellt sich mir allerdings die Frage, ob ich den Flowerpot oben nicht auch fotografiert habe. Sieht man mal von der Ebbe auf dem oberen und Flut auf dem unteren Foto ab, sieht der Felsen ziemlich gleich aus, nur dass offenbar keine "Flowers" mehr auf dem Pot wachsen. Ich bin irritiert und gleich doppelt froh, nicht noch weitergelaufen zu sein.

Wir machen uns jetzt jedenfalls auf den Rückweg nach Sussex, eine heiße Dusche und ein Abendessen rufen nach uns. Verdient haben wir beides auf jeden Fall, wir sind trotz des miesen Wetters in Summe knapp 12 km gelaufen, und 250 Höhenmeter haben wir dabei insgesamt auch noch mitgenommen.
Heute gibt es dann auch endlich mal eine Blooming Onion für uns:
Sieht hübsch aus, aber irgendwie mag ich Zwiebelringe lieber, der Teig war hier recht fad. Wir essen das gute Stück dann auch nicht komplett auf, um noch etwas Platz für die Hauptspeisen zu haben. Der Gatte hat Spareribs und ich Fishtacos. Auch wenn zwei gereicht hätten, muss ich zugeben, sie waren so lecker, dass ich alle drei gegesen habe.
Danach werden nur noch die Füße hochgelegt.

Wandern im Fundy-Nationalpark - Caribou Plains

Da unsere nächste Wanderung nur 2,5 km lang und zur Abwechslung mal flach ist, hoffe ich auf Wildlife und bewaffne mich mit dem Teleobjektiv, was vermutlich wie immer jede Chance auf Wildlife-Sichtung zerstört. Aber angeblich gibt es hier, trotz irreführender Namensgebung, Elche. Einer davon ist 1981 im Sumpf ertrunken. Vermutlich war es der letzte.

Schön ist es trotzdem hier, teils sumpfig und teils einfach schön bewaldet.
Buntes Laub gibt es zum Glück auch.
Die Moose-Scene-Investigation (MSI) sagt: "Hier könnte auch Ihr Elch stehen".
Tut er aber nicht, nur eine im Gegenlicht nicht näher definierbare Ente dümpelt im Sumpf, daher gehen wir weiter und suchen nach größerem Wildlife.
Immerhin ist das kleine Wildlife aktiv und zetert uns gern mal von der Seite an. Zur Strafe müssen die Viecher für Fotos herhalten.
Beim Hörnchen Fotografieren entdecke ich durch Zufall einen Specht. Meine Recherchen ergeben, es handelt sich um ein Dawny Woodpecker (Dunenspecht) Weibchen. Dieser kommt nur auf dem nordamerikanischen Kontinent vor, also habe ich zumindest etwas Heimisches und zu Hause nicht vorkommendes vor die Linse bekommen, auch wenn die Lichtverhältnisse nicht optimal sind.




Danach treffen wir nur noch auf Hörnchen, Hörnchen und Hörnchen. Wenigstens sind die ja auch ganz niedlich und berichtsfüllend. Wer keine Hörnchen mag, kann gern auch weiterscrollen. Ich konnte mich mal wieder nicht entscheiden, fand sie alle putzig.











Zwischenzeitlich dokumentiere ich auch mal den Weg durch Sumpf und Wald mit ein paar Boardwalks. Hatten wir diesen Urlaub noch nicht (Spoiler: Die obligatorischen Treppen folgen dann morgen).
Wir sehen noch einen prächtigen Biberbau. Einen Biber bekäme ich ja auch sehr gern mal vor die Linse. Außerdem hat vor zwei Jahren in Algonquin die Strategie "Ich halte Ausschau nach einem Biber und sehe einen Elch" sehr gut funktioniert. Dieses Mal leider  nicht.
Während ich so nach Bibern und Elchen Aussschau halte, läuft mir noch ein Hörnchen quasi in die Linse.
War ihm hinterher aber auch irgendwie ein bisschen unangenehm.
Auf dem Rückweg spiegelt sich das bunte Laub schön im Sumpf.
Ich versuche mich noch an ein paar Libellen, aber außer der roten, die sich direkt vor mir aufs Geländer setzt, sind alle zu schnell.

Dafür schwimmt unter der Brücke noch gemütlich eine hübsche Ente vorbei.
Zufällig entdecken wir hier auch noch einen Biber-Damm. Leider auch hier ohne Biber und ohne Elch.
Nach insgesamt knapp 15 km Fußweg und einigen Höhenmetern wird es jetzt aber auch Zeit für die Rückfahrt und ein Abendessen im "The Mule Bar&Grill". Hier gibt es laut Karte im Netz eine Blooming Onion, die ich schon immer mal essen wollte. Leider ist sie heute aus, genau wie die Biber und Elche im Sumpf. Aber im Gegensatz zu meinen Fotomodellen soll es die Blooming Onion morgen wieder vorrätig geben. Wir sind zum Glück noch einen weiteren Abend hier, und so trösten wir uns mit uns wohlbekanntem "Rickards's Red", Zwiebelringen und Burgern.