Wir genießen noch einmal das üppige Frühstück, ab morgen gibt es wieder die üblichen Brötchen mit Käse und selbstgemachter Marmelade. Wie ich neulich gelernt habe, ist man wohl alt, wenn man strickt und Marmelade kocht. Da Essen ja bekanntlich der Sex des Alters ist, wäre die Rechtfertigung dafür also auch mal korrekt hergeleitet.
Ich gönne mir nochmal mein "Urlaubsbrot de luxe", der Gatte lässt sich ein leckeres Omelette braten.
Die Pancakes und ein paar Vitamine dürfen auch nicht fehlen, wenn letztere schon jeden Tag schön aufgeschnitten seriert werden.Auch zu einem Müsli-Contest lassen wir uns nochmal hinreißen.
Kuchen und Teilchen gibt es zu Hause auch eher selten, ich gönnne mir noch ein paar.Danach packen wir unsere letzten Sachen zusammen und auch Traudel fällt die Trennung vom Bären erstaunlich leicht. Man war sich zwar sympathisch, aber der Altersunterschied war vielleicht doch ein wenig groß. Immerhin war es dieses Mal nicht so dramatisch wie bei den coolen Langhaar-Ziegen damals auf der Seiser Alm, da hat sie deutlich mehr getrauert.
Zum Glück hat es über Nacht nochmal gefroren, und so müssen wir die Koffer nicht durch knietiefen Matsch den kurzen Weg zum Bahnhof ziehen. Alternativ hätten wir uns im Notfall aber auch irgendwie durch die U-Bahn-Station schlagen können.
Am Flughafen geht es zügig in die sehr geräumige SAS-Lounge. Das Essens- und Platzangebot ist durchaus gut, die Getränkeauswahl ist eher so naja. Immerhin haben wir noch die Gelegenheit, "Villa Champagne Soda" zu probieren. Es handelt sich um eine süße Limonade, die Champagnergeschmack nachempfunden sein soll. Geschmacklich hat er einiges zu bieten, aber nichts mit Champagner gemeinsam, eher mit Red Bull oder Kinderhustensaft. Beides nicht meine favorisierten Geschmacksrichtungen. Der Gatte trinkt ihn pflichtbewußt und findet ihn laut eigener Aussage "gar nicht so schlimm". Ich esse ein paar Waffeln und Knäckebrot mit Käse, um den Geschmack loszuwerden und da ich ja inzwischen weiß, dass mir ein leerer Magen beim Fliegen so gar nicht bekommt.
Nachdem die Stimung in der Lounge gegen null tendiert, da Schweden im Langlauf-Massenstart auf der Langstrecke doch tatsächlich Norwegen besiegt hat (was natürlich in mehreren TV-Ecken verfolgt wurde), begeben wir uns zum Boarding. Heute haben wir einen A320 Neo mit der Kennung D-AINZ und dem blumigen Namen Neubrandenburg "gewonnen". Schade, wenn schon ein Neo, hätte ich doch gerne meiner Ligamannschaft zum Aufstieg noch den Neo mit unserem Vereins-Standort geboten. Es hat nicht sollen sein.
Beim Start versuche ich noch ein schnelles Handyfoto des SAS A319 in Retro Liverey, es gelingt eher leidlich.
Die Soundeffekte des Neos beim Start vermitteln ein ausgesprochen wertiges Gefühl... nicht. Die Inneneinrichtung kracht und knirscht, als würden sich diverse Plastikteile heftig verschieben. Nicht beunruhigend, aber irgendwie lästig.
Noch ein paar letzte Blicke auf die Winterlandschaft, bevor es durch die Wolken geht und wir Essen serviert bekommen. Wir haben beide den Thunfisch gewählt. Die Qualität ist durchaus in Ordnung, leider habe ich das gleiche Geschmacksproblem wie auf dem Hinflug, und mir ist das Ganze viel zu säuerlich angemacht. Soll vielleicht Leichitgkeit vermitteln, ich bin dafür im Flugzeug offenbar zu säureempfindlich. Der Gatte freut sich über eine zweite Portion von mir, und ich verhungere auch nicht wirklich, da ich ja in weiser Voraussicht in der Lounge noch ein bisschen was gegessen habe.
Mit einem schönen Blick auf die Innenstadt von Frankfurt landen wir überpünktlich auf der Startbahn Nordwest.Da der Flieger danach nach Baku weitereist, bekommen wir zwar ein richtiges Gate am Terminal, allerdings im Non-Schengen-Bereich. Daher dürfen wir trotzdem mit dem Bus zu einem Schengen-Gate fahren. In den Genuss kamen wir schonmal in Frankfurt.
Das Gepäck kommt halbwegs zügig, aber ohne nachvollziehbares System. Zunächst kommt die am Automaten eingecheckte Schuhtasche, einige Zeit später der danach am Schalter eingecheckte Koffer des Gatten (er war mal wieder zu schwer für den Automaten, aber zumindest wollte man dieses Mal keine Gebühren, da wir nur mit Lufthansa direkt geflogen sind) und als letztes mein gleichzeitig mit der Schuhtasche am Automaten eingecheckter Koffer.
Auf dem Weg zum Auto bekomme ich Frittengeruch in die Nase, was zu unserer Abendessensauswahl nach Rückkehr führt: Wir gehen in die örtliche Braustube, es gibt Spareribs für den Gatten, Gyrosteller für mich. Dazu natürlich Fritten. Das Kölsch vom Fass schmeckt eigentlich sehr ähnlich wie das, was wir als Pilsner gestern noch in Norwegen konsumiert haben. Ob das für eines von beiden ein Qualitätsmerkmal ist, darüber kann man sicherlich streiten.
Seht Ihr wenigtens auch mal was anderes aus unserer dörflichen Kulinarik als die sonst übliche Heimkehrer-Pizza.
Unser Fazit ist jedenfalls, dass Oslo im Winter als Stadt defintiv eine längere Reise wert ist. Die Möglichkeiten, mit öffentlichem Nahverkehr nach draußen in die Natur und bei Bedarf auch zum Wintersport zu kommen, haben wir so noch in keiner Stadt erlebt.
Essen und Getränke haben das übliche nordische Preisniveau, das weiß man halt vorher. Geschmeckt hat das meiste trotzdem.
Mit dem Clarion - The Hub waren wir sehr zufrieden. Obwohl es sich um das größte Hotel Norwegens handelt, hatten wir ein sehr ruhiges Zimmer in einer etwas verschachtelten Ecke im Altbau, was den Vorteil hatte, dass man auch die Fenster mal zum Lüften öffnen konnte (wenn sie gechlossen waren, waren sie noch dazu sehr gut schallisoliert). Lediglich der so gut wie nicht vorhandene Stauraum in den Schränken sowie die sehr dunkle Beleuchtung im Zimmer waren ein Störfaktor. Das Frühstück war aufgrund von Größe und Auswahl hervorragend, auch die Qualität der angebotenen Speisen war gut. Der gigantische Frühstücksbereich ist in viele kleine Sitzbereiche abgetrennt, so konnte man sich immer in einen ruhigeren Bereich zurückziehen, wenn es sehr voll war. Schade war, dass der SPA-Bereich während unserers Aufenthalts geschlossen war, was vorab nicht kommuniziert wurde. Vermutlich wären wir aber aufgrund der Lage trotzdem bei unserer Hotelwahl geblieben.
Nahverkehr in Oslo ist absolut unkomplliziert, man kann sich mit der Ruter-App alle Strecken incl. Preisniveau und Abfahrtszeiten anzeigen lassen und dann wahlweise den Oslo-Pass nutzen, der alle gängigen Zonen incl. Holmenkollen und Flughafen abdeckt, oder in der App direkt ein Ticket kaufen. Der Oslo-Pass beinhaltet zusätzlich noch freien Eintritt in diverse Museen, was wir - wie üblich - kaum genutzt haben. Wir waren lieber draußen unterwegs. Gelaufen sind wir daher in der Woche von Sonntag bis Sonntag knapp 125 km. Den Füßen geht es erstaunlich gut damit.
Danke Euch fürs Mitreisen und wir freuen uns schon aufs nächste Mal!





























































































