Dienstag, 24. Februar 2026

I don't feel like dancin' bei der Rückreise und beim Fazit.

Wir genießen noch einmal das üppige Frühstück, ab morgen gibt es wieder die üblichen Brötchen mit Käse und selbstgemachter Marmelade. Wie ich neulich gelernt habe, ist man wohl alt, wenn man strickt und Marmelade kocht. Da Essen ja bekanntlich der Sex des Alters ist, wäre die Rechtfertigung dafür also auch mal korrekt hergeleitet.
Ich gönne mir nochmal mein "Urlaubsbrot de luxe", der Gatte lässt sich ein leckeres Omelette braten.

Die Pancakes und ein paar Vitamine dürfen auch nicht fehlen, wenn letztere schon jeden Tag schön aufgeschnitten seriert werden.
Auch zu einem Müsli-Contest lassen wir uns nochmal hinreißen.

Kuchen und Teilchen gibt es zu Hause auch eher selten, ich gönnne mir noch ein paar.
Danach packen wir unsere letzten Sachen zusammen und auch Traudel fällt die Trennung vom Bären erstaunlich leicht. Man war sich zwar sympathisch, aber der Altersunterschied war vielleicht doch ein wenig groß. Immerhin war es dieses Mal nicht so dramatisch wie bei den coolen Langhaar-Ziegen damals auf der Seiser Alm, da hat sie deutlich mehr getrauert.
Zum Glück hat es über Nacht nochmal gefroren, und so müssen wir die Koffer nicht durch knietiefen Matsch den kurzen Weg zum Bahnhof ziehen. Alternativ hätten wir uns im Notfall aber auch irgendwie durch die U-Bahn-Station schlagen können.
Am Flughafen geht es zügig in die sehr geräumige SAS-Lounge. Das Essens- und Platzangebot ist durchaus gut, die Getränkeauswahl ist eher so naja. Immerhin haben wir noch die Gelegenheit, "Villa Champagne Soda" zu probieren. Es handelt sich um eine süße Limonade, die Champagnergeschmack nachempfunden sein soll. Geschmacklich hat er einiges zu bieten, aber nichts mit Champagner gemeinsam, eher mit Red Bull oder Kinderhustensaft. Beides nicht meine favorisierten Geschmacksrichtungen. Der Gatte trinkt ihn pflichtbewußt und findet ihn laut eigener Aussage "gar nicht so schlimm". Ich esse ein paar Waffeln und Knäckebrot mit Käse, um den Geschmack loszuwerden und da ich ja inzwischen weiß, dass mir ein leerer Magen beim Fliegen so gar nicht bekommt.
Nachdem die Stimung in der Lounge gegen null tendiert, da Schweden im Langlauf-Massenstart auf der Langstrecke doch tatsächlich Norwegen besiegt hat (was natürlich in mehreren TV-Ecken verfolgt wurde), begeben wir uns zum Boarding. Heute haben wir einen A320 Neo mit der Kennung D-AINZ und dem blumigen Namen Neubrandenburg "gewonnen". Schade, wenn schon ein Neo, hätte ich doch gerne meiner Ligamannschaft zum Aufstieg noch den Neo mit unserem Vereins-Standort geboten. Es hat nicht sollen sein.

Beim Start versuche ich noch ein schnelles Handyfoto des SAS A319 in Retro Liverey, es gelingt eher leidlich.
Die Soundeffekte des Neos beim Start vermitteln ein ausgesprochen wertiges Gefühl... nicht. Die Inneneinrichtung kracht und knirscht, als würden sich diverse Plastikteile heftig verschieben. Nicht beunruhigend, aber irgendwie lästig.


Noch ein paar letzte Blicke auf die Winterlandschaft, bevor es durch die Wolken geht und wir Essen serviert bekommen. Wir haben beide den Thunfisch gewählt. Die Qualität ist durchaus in Ordnung, leider habe ich das gleiche Geschmacksproblem wie auf dem Hinflug, und mir ist das Ganze viel zu säuerlich angemacht. Soll vielleicht Leichitgkeit vermitteln, ich bin dafür im Flugzeug offenbar zu säureempfindlich. Der Gatte freut sich über eine zweite Portion von mir, und ich verhungere auch nicht  wirklich, da ich ja in weiser Voraussicht in der Lounge noch ein bisschen was gegessen habe.
Mit einem schönen Blick auf die Innenstadt von Frankfurt landen wir überpünktlich auf der Startbahn Nordwest.
Da der Flieger danach nach Baku weitereist, bekommen wir zwar ein richtiges Gate am Terminal, allerdings im Non-Schengen-Bereich. Daher dürfen wir trotzdem mit dem Bus zu einem Schengen-Gate fahren. In den Genuss kamen wir schonmal in  Frankfurt.
Das Gepäck kommt halbwegs zügig, aber ohne nachvollziehbares System. Zunächst kommt die am Automaten eingecheckte Schuhtasche, einige Zeit später der danach am Schalter eingecheckte Koffer des Gatten (er war mal wieder zu schwer für den Automaten, aber zumindest wollte man dieses Mal keine Gebühren, da wir nur mit Lufthansa direkt geflogen sind) und als letztes mein gleichzeitig mit der Schuhtasche am Automaten eingecheckter Koffer.
Auf dem Weg zum Auto bekomme ich Frittengeruch in die Nase, was zu unserer Abendessensauswahl nach Rückkehr führt: Wir gehen in die örtliche Braustube, es gibt Spareribs für den Gatten, Gyrosteller für mich. Dazu natürlich Fritten. Das Kölsch vom Fass schmeckt eigentlich sehr ähnlich wie das, was wir als Pilsner gestern noch in Norwegen konsumiert haben. Ob das für eines von beiden ein Qualitätsmerkmal ist, darüber kann man sicherlich streiten.

Seht Ihr wenigtens auch mal was anderes aus unserer dörflichen Kulinarik als die sonst übliche Heimkehrer-Pizza.
 
Unser Fazit ist jedenfalls, dass Oslo im Winter als Stadt defintiv eine längere Reise wert ist. Die Möglichkeiten, mit öffentlichem Nahverkehr nach draußen in die Natur und bei Bedarf auch zum Wintersport zu kommen, haben wir so noch in keiner Stadt erlebt.
Essen und Getränke haben das übliche nordische Preisniveau, das weiß man halt vorher. Geschmeckt hat das meiste trotzdem.
Mit dem Clarion - The Hub waren wir sehr zufrieden. Obwohl es sich um das größte Hotel Norwegens handelt, hatten wir ein sehr ruhiges Zimmer in einer etwas verschachtelten Ecke im Altbau, was den Vorteil hatte, dass man auch die Fenster mal zum Lüften öffnen konnte (wenn sie gechlossen waren, waren sie noch dazu sehr gut schallisoliert). Lediglich der so gut wie nicht vorhandene Stauraum in den Schränken sowie die sehr dunkle Beleuchtung im Zimmer waren ein Störfaktor. Das Frühstück war aufgrund von Größe und Auswahl hervorragend, auch die Qualität der angebotenen Speisen war gut. Der gigantische Frühstücksbereich ist in viele kleine Sitzbereiche abgetrennt, so konnte man sich immer in einen ruhigeren Bereich zurückziehen, wenn es sehr voll war. Schade war, dass der SPA-Bereich während unserers Aufenthalts geschlossen war, was vorab nicht kommuniziert wurde. Vermutlich wären wir aber aufgrund der Lage trotzdem bei unserer Hotelwahl geblieben.
Nahverkehr in Oslo ist absolut unkomplliziert, man kann sich mit der Ruter-App alle Strecken incl. Preisniveau und Abfahrtszeiten anzeigen lassen und dann wahlweise den Oslo-Pass nutzen, der alle gängigen Zonen incl. Holmenkollen und Flughafen abdeckt, oder in der App direkt ein Ticket kaufen. Der Oslo-Pass beinhaltet zusätzlich noch freien Eintritt in diverse Museen, was wir - wie üblich - kaum genutzt haben. Wir waren lieber draußen unterwegs. Gelaufen sind wir daher in der Woche von Sonntag bis Sonntag knapp 125 km.  Den Füßen geht es erstaunlich gut damit.
Danke Euch fürs Mitreisen und wir freuen uns schon aufs nächste Mal! 

Sonntag, 22. Februar 2026

I don't feel like dancin' auf Bygdøy

Wir wollen heute nochmal ein bisschen laufen, also gibt es ausgiebig Frühstück. Natürlich.
Ich dokumentiere die Highlights:


Draußen ist es noch sehr grau, die Wetter-App sagt neblig, aber es soll am Nachmittag aufreißen. Auch die Wetterexpertin in mir sagt voraus, innerhalb der nächsten Stunden wird sich der Nebel lichten, also fahren wir schonmal mit der Bahn in Richtung Bygdøy. Auf dem Weg zum Bahnhof kämpfen wir uns dank gestrigem Schneefall und heutigen Temperaturen knapp über Null durch gefühlt knietiefen Schneematsch.
Auf Bygdøy wäre als Schlechtwetterprogramm noch ein Museumsbesuch auf die am frühen Nachmittag ablaufende Oslo-Card geplant gewesen. Da das Wetter aber Aussicht auf Besserung verspricht und es schön verschneit ist, entscheiden wir uns für eine Umrundung der Halbinsel zu Fuß.
Gleich zu Beginn sehen wir ein paar Rehe. Elche hätte ich hier jetzt auch keine erwartet, obwohl einen Tag nach unserem Besuch auch am Holmenkollen eine Mutter mit Jungen gesichtet wurde.
Noch ist es sehr grau, aber wir laufen jetzt sowieso erstmal ein Stück durch den Wald, da stört das nicht weiter.
Wie es sich in Norwegen gehört, gibt es auch hier ein paar kurze, kräftige Steigungen.
Als wir uns zum ersten Mal dem Meer nähern, ist die Aussicht noch eher mystisch, aber die Sonne kämpft sich so langsam durch den Nebel.
Dafür spiegelt es sich hier schön im ruhigen Wasser.
Wir gehen weiter und so langsam reißt der Himmel auf.
Der langsam aufklarende Himmel mit dem Dunst über dem Wasser ist ein ausreichend schönes Motiv, die Kamera nochmal auszupacken. Ich sollte sie so schnell auch nicht wieder weglegen.




Wir wandern weiter durch den verschneiten Wald.


Am Christian August Denkmal vorbei nähern wir uns wieder dem Meer.
Wenig überraschend, dass dieser wunderschöne Ort "Paradiesstrand" genannt wird.




Der Reiseelch genießt die Aussicht und lässt sich die Sonne auf die Nase brennen. Wir auch.


Wer hätte gedacht, dass es heute noch SO schönes Wetter wird. Und das auch noch satte zwei Stunden früher, als im Wetterbericht vorhergesagt. Uns ist ein bisschen warm in unseren Winterklamotten, aber wir beklagen uns nicht.
Da Samstag ist, genießen auch einige andere das schöne Wetter, allerdings scheinen hier fast nur Einheimische unterwegs zu sein, viele davon mit Hunden. Touristen sind hier so gut wie nicht unterwegs.




So langsam tauchen auch die Berge aus den Wolken auf.

Am Ufer finden sich ein paar schöne Motive aus schwarzen Felsen, Schnee und Eis.


Die Spiegelungen im ruhigen Wasser bei Gegenlicht sind mindestens genauso schön zu fotografieren.


Wir kommen hier nur sehr langsam voran, es gibt so viel Schönes zu sehen und zu fotografieren. Auch die Sonne lässt sich hier am Strand einfach gut genießen. Vielleicht ist uns auch einfach zu warm, um schneller zu gehen.

Auch das Schilf mit der Sonne ist noch ein schönes Motiv.
Offenbar hat man auch in Norwegen inzwischen den Adirondack-Chair entdeckt, hier stehen diverse große herum.
Auch ein rotes Haus darf hier natürlich nicht fehlen.
Im Dunst macht sich die Fähre nach Kiel auf den Weg. 

Immer wieder finden sich schöne winterliche Motive.
Der Weg führt uns wechselweise durch Wohngebiete, Park und am Meer entlang. Wir genießen unseren letzten Tag in Oslo und das schöne Wetter sehr.



So langsam nähern wir uns wieder dem Übergang zum Staadteil Skøyen, wo wir am Bahnhof logelaufen sind. Bis dahin genießen wir noch den Blick auf einen Yachthafen, Eisschollen und die Oscarhalle.


Wir passieren auch noch einen kleinen Tümpel, der den Weg halb überflutet hat. Warum, können wir nicht ergründen. Zum Glück ist alles halbwegs gefroren, und wir sinken nicht knietief im Schlamm ein.
Es geht noch ein Stück durch verschneiten Wald, 
...dann wieder am gefrorenen Meer entlang.

Für ein kurzes Stück wird es auch nochmal ein bisschen abenteuerlich mit Felswand und Geländer zum Festhalten.
Noch ein paar Eisschollen,
Anstiege im Wald,
und eine Bucht mit Schilf später...

...erreichen wir nach fast 9,5 km wieder den Ortsteil Skøyen, wo es glücklicherweise eine Bäckerei für eine Fika gibt, denn ich bin mal wieder am Verhungern.
Es gibt einen Zimtknoten mit Puddingfüllung und einen Pistazienknoten.
Wir fahren mit der Bahn zurück zum Hauptbahnhof und gönnen uns ein Stündchen Pause im Hotel, bevor wir uns mt einem Umweg auf zum Abendessen machen. Eine Sehenswürdigkeit wollen wir uns nämlich heute noch anschauen.
Er  ist es nicht, aber er sitzt so nett vor der Universität herum.
Unser Ziel ist der Stadtteil Tullinløkka, wo in einer Passage auch nochmal schöne Lichter zu bewundern sind.





Hübsch anzusehen das Ganze, auch die Lichter, die in einer Ecke noch über der Straße hängen.
Wir spazieren ein bisschen umher und erfreuen uns an den Lichtern.

Letztendlich treibt uns aber der Hunger und unsere Tischreservierung zurück Richtung Aker Brygge. Wir kommen noch an einem Teil der Universität vorbei.

Wir wiederholen usn auch heute bei der Restaurant-Auswahl, denn auch im Fish Me hat es uns so gut geschmeckt und gefallen, dass wir uns noch ein bisschen weiter durch die Karte probieren wollen. Als Vorspeise gönnen wir uns kleine Waffeln mit Sourcream und Løyrum, einem Fischrogen, der nur in Norbotten "geerntet" wird und dessen Name daher EU-weit geschützt ist.
Als Hauptgericht nehme ich heute Halibutt, der Gatte die Seafood-Pasta. Beides ist hervorragend.
Beim Nachtisch tauschen wir im Vergleich zum letzten Besuch einfach die Rollen.
Das war jetzt ein hervorragender Abschluss für einen wunderschönen letzten Tag in Oslo.
Die Uhr zeigt auch mal wieder 20 km.