Sonntag, 15. Februar 2026

I don't feel like dancin' - erste Schritte in Oslo

Nachdem wir uns im Zimmer ein wenig häuslich eingerichtet haben, brauchen wir etwas Bewegung und erkunden ein bisschen die Umgebung. Wir laufen am Bahnhof vorbei und lassen die Altstadt heute erstmal links liegen, diese kennen wir ja noch von unserem letzten Besuch und heben sie uns für einen anderen Tag auf.
Vorm Bahnhof bewundern wir ein Denkmal, das offensichtlich daran erinnert, wie Thor 1940 bis 1945 die Nazis mit seinem Hammer besiegt hat. Zumindest ist das meine freie Interpretation aus Hammer, zerschlagenem Hakenkreuz und der Datierung auf der norwegischen Tafel.
Architektonisch ist die Gegend neben Bahnhof und Oper ziemlich neu und interessant.





Neben der ganzen modernen Architektur beeindruckt uns die Metzgerei mit gigantischen Mengen Dry Aged Beef. Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt davon.
Blick zum Munch Museum links im Bild.
Ein lustiger Kerl steht vorm Thon Hotel Opera:
Jetzt brauchen wir erstmal Fika im Espresso-House - das Mittagessen im Flugzeug war nicht wirklich üppig, und bis zum Abendessen ist es noch eine Weile hin. Willkommen im Norden.
Nach einem Blick ins alte Bahnhofsgebäude führt uns unser Weg direkt ins Hard Rock Café. Man weiß ja nie, wann dieses wieder für immer seine Tore schließt, wenn wir in der Nähe sind. Wäre ja nicht das erste Mal.
Vorm Bahnhof gibt es noch ein schnelles Foto von der Tigerstatue, die Oslo zum 1000jährigen Bestehen geschenkt bekommen hat. Oslo ist in Norwegen wohl auch als "Tigerstadt" bekannt.
Im Hotelzimmer fotografiere ich stolz meine Beute aus dem HRC. Hier gab es endlich mal gleich mehrere schicke Damenshirts. Ich bin für meine Verhältnisse leicht eskaliert. Auch der Gatte hat sich zwei undokumentierte Shirts gegönnt, jetzt hat er auch eines mit Norwegen-Flagge, passend zu den bereits vorhandenen mit Schweden- und Island-Flagge. In Tromsø war das Flaggendesign sehr zu seinem Leidwesen bereits ausverkauft (überflüssig zu erwähnen, dass es dort mal wieder gar keine Damenshirts gab).
Der Einfachheit halber haben wir (auch weil viele Restaurants hier Sonntagabend geschlossen haben) schon länger einen Tisch im Restaurant im 13. Stock des Hotels reserviert und genießen hier die Aussicht mit Schneegestöber bei einem durchaus leckeren Frydenlund Pilsener aus Oslo vom Fass.
Das restliche Restaurant-Erlebnis ist nicht so wahnsinnig überzeugend: Die geteilte Vorspeise mit Schneekrabbe ist sehr lecker, beinhaltet aber etwas wenig Krabbe.
Danach bekommen wir irritierenderweise Brötchen mit Butter, als hätte man diese vorher vergessen. Immerhin sind diese auch gut.
Der Burger überzeugt insbesondere mich leider gar nicht. Das Brioche ist zwar sehr gut, aber das Patty ist meiner Meinung nach qualitativ nicht so, wie ich es in einem solchen Restaurant erwartet und auch schon oft gegessen habe. Irritierend ist das Zwiebel-Bacon-Chutney, es schmeckt zwar ganz gut, aber die kleinen Speckwürfelchen darin wirken oft zäh und erwecken in Kombination mit dem Patty in meinem Mund eher den Eindruck von zähen Stückchen im Patty, als dass ein überzeugendes Bacon-Gefühl aufkommt. Der Gatte ist auch nicht so richtig überzeugt, ihn stört es aber weniger als mich.
Naja, kann passieren. Wir hatten schon so oft Glück mit Burgern, auch in Hotelrestaurants, wir sind heute auch zu müde, uns darüber aufzuregen. Wir genießen lieber noch ein bisschen die winterliche Aussicht vom Hotelzimmer und begeben uns dann zeitig ins Bett.

I don't feel like dancin' auf dem Flug von Frankfurt nach Oslo

Nach einer relativ ruhigen Nacht (das ist nur meine Meinung, da ich mit Ohropax geschlafen habe, der Gatte beklagte sich über knallende Türen am frühen Morgen, dafür fand ich die Matratze ein wenig hart), machen wir uns kurz nach 8 Uhr gemütlich auf in Richtung Flughafen. Es ist ja zum Glück nicht weit.
Wie immer sind wir zügig durch Check-in und Sicherheitskontrolle und nach einem kurzen Abstecher in die Parfümerie erreichen wir gegen 9 Uhr zur besten Frühstückszeit die am heutigen Sonntag nicht allzu volle Panorama-Lounge.
Es gibt heute Kaiserschmarrn, Weißwurst und Brezeln, zum Nachtisch noch was Birchermüsli. Damit wären die meisten Alpen-Anrainerstaaten schon beim Frühstück abgearbeitet.
Der 6 Jahre alte A320-200 D-AIWK mit dem blumigen Namen "Weiden in der Oberpfalz" (von 2019 bis 2024 als "Fanhansa" unterwegs) spiegelt sich dekorativ am Gate. Ich hatte schon schlechtere Fotomöglichkeiten der jeweiligen Maschine.
Mehrfach wird durchgesagt, dass der Flug restlos überbucht ist, und man bittet die Leute mehrfach und eindringlich, große Handgepäckstücke einzuchecken, was viele tatsächlich brav auch machen. Wir sind mit unseren beiden handlichen Rucksäcken da nicht betroffen, dafür reizen wir ja das Aufgabegepäck immer fast aus. Den Vogel schießt allerdings eine Familie ab, die mit vier riesigen Taschen und Trolleys, plus Trolleys und Rucksäcken der Kinder ans Gate wandert. Das riesige Handgepäck wird drastisch dezimiert und auch als wir ein paar Leute dahinter boarden, ist die Mitarbeiterin am Gate immer noch fassungslos, wie sie mit der Gepäckmenge durch den Check-in gekommen sind. Bei uns vorne ist es heute sehr entspannt mit dem Gepäck, der Kamera-Rucksack muss wegen der Akkus und Powerbank laut neuen Bestimmungen sowieso unter den Vordersitz, der kleinere Rucksack wandert nebst Jacken ins Gepäckfach.
Nachdem alle angeschnallt sind,

kann es eigentlich losgehen, aber wir stehen dann erstmal noch ein halbes Stündchen am Gate herum, bevor es zur Startbahn geht.


Über eine soeben gelandete Ringelssocke (aka Strandtuch) der Condor hinweg geht es in einer Links-Rechts-Kobination Richtung Norden. Die Karnevalisten unter uns könnten jetzt "Wir haben oben gute Laune, unten gute Laune, links gute Laune, rechts gute Laune" anstimmen, aber das Publikum hier scheint nicht so richtig in Feierlaune.
Wir fliegen also einfach leise und ohne jegliche Karnevalsstimmung (deswegen verlassen wir ja auch das Land) Richtung Niedersachsen.

Zeitnah werden auch die handlichen Speisekarten verteilt.
Wir entscheiden uns beide für den Ziegenkäse mit roter Beete, letztere finde ich ein wenig zu säuerlich angemacht, dem Gatten schmeckt sie aber umso besser. Dafür trifft der Mandarinen-Käsekuchen dann eher meinen (offenbar feineren) Geschmackssinn, dem Gatten ist an dem Kuchen zu wenig Mandarine.
Draußen wird es inzwischen zunehmend winterlich über Norddeutschland, bevor die Wolkendecke undurchsichtig wird. 
Ich nutze die Zeit und stricke dem Gatten eine Socke bis zur Landung in Oslo. Der Winter hält hier mit Schneefall, was die Wettervorhersage versprochen hat.
Das Fangirl in mir winkt freudig einer Icelandair-Maschine zu, bevor es zügig zu unserem Gate geht. 
Lobend bleibt zu erwähnen, dass wir weder in Frankfurt noch in Oslo dieses Mal ein Busgate hatten. Auch die Crew war wieder ausgesprochen engagiert und freundlich, was sicherlich auch - wie so oft - an Traudels freundlichem Charakter liegt.
Wir füllen erstmal unsere Wasserflasche mit gutem norwegischem Leitungswasser und begeben uns dann - pünktlich zur Ankunft des Gepäcks - zum Gepäckband. Danach aktivieren wir den Oslo-Pass für drei Tage und nutzen diesen direkt, um mit der S-Bahn, die auch nur ein paar Minuten länger zum Hauptbahnhof braucht, als der Flughafenexpress, in die Stadt zu fahren. Traudel wartet geduldig auf den Zug, es ist sehr winterlich hier, aber die hat ja einen warmen Pulli an.
Beim Verlassen des Hauptbahnhofes kommt direkt das Clarion the Hub in Sicht, dass wir unter anderem wegen der Lage am Hauptbahnhof ausgewählt haben.
Die Lobby ist stylish und einladend, der Check-in sehr freundlich.
Einziger Wermutstropfen: Als wir Bademäntel ordern wollen, erfahren wir, dass der Spa-Bereich für 2 Wochen geschlossen ist. Immerhin bekommen wir die Bademäntel als Entschädigung umsonst.
Das Zimmer gefällt uns trotzdem.
Besonders dieses Detail an der Wand:
Traudel hat also mal wieder eine kleine Urlaubsliebe und einen Lieblingsplatz im Zimmer gefunden.
Die Aussicht ist auch nicht zu verachten, das Wetter ausbaufähig.
Wir packen jetzt erstmal ein bisschen aus.

I don't feel like dancin' bei Iwase in Frankfurt

 *** Warnung: Dieser Berichtsteil beinhaltet überproportional viele Essenfotos ***

Mit unserem wie üblich sehr "leichten" Wintergepäck machen Traudel, Reiseelch und wir beide uns auf den Weg nach Frankfurt, wo wir die Nacht im Mariott am Flughafen verbringen. Wir wollen - nachdem es bei den letzten beiden Besuchen in Frankfurt nicht passte - mal wieder die Gelegenheit nutzen, bei "Iwase" Japanisch essen zu gehen.
Nach sehr entspannter zweistündiger Fahrt erreichen wir gegen 16 Uhr den Flughafen und checken ins Hotel ein.
Wir machen uns kurz frisch und buchen über die RMV-App ein Tagesticket für 5 Personen, was tatsächlich die günstigste Variante für zwei Personen ist, in die Innenstadt und wieder zurück zum Flughafen zu gelangen.
Bei Iwase werden wir direkt mit einem Gruß aus der Küche empfangen: Japanischer Wurstsalat. Interessant.
Wir beginnen, uns auf unsere zugleich effiziente und begeisterungsfähige Art durch die Karte zu arbeiten. Als erstes gibt es ein wärmendes Miso-Süppchen.


Alle weiteren Gerichte wurden geteilt, sonst wäre es ja wirklich unmäßig.
Wir gehen direkt über zu "Okonomiyaki", einem japanischen Pfannkuchen aus Weißkohl mit Bonito-Flocken, auf den wir uns schon seit Tagen freuen.
Dazu eine kleine Portion Shishamo, gegrillter Capelin, der wie Sardinen im Ganzen gegessen werden kann.
Weiter geht es mit gegrillter Jakobsmuschel in (sehr knoblauchiger) Butter:
Um die warmen Gerichte abzurunden, gönnen wir uns noch ein paar Gyoza.
Da es hier neben dem Standard-Thunfisch auch fetten Thunfisch gibt, genehmigen wir uns natürlich auch hiervon eine Portion: zur besseren Würdigung als Sashimi.
Zum Nachtisch gibt es eine kleine Sushi-Auswahl aus Spicy Tuna, Makrele und Aal.
Auf süßen Nachtisch verzichten wir heute, stattdessen gibt es in der Hotelbar noch einen flüssigen Verdauungs-Nachtisch in Form von Negroni für mich und Cardinale (Negroni mit weißem statt rotem Martini) für den Gatten, gefolgt von ausreichender Bettschwere.