Samstag, 26. September 2026

Der lange Weg nach Moncton

Nach einer erholsamen Nacht erwachen wir zum Ende eines wunderbaren Sonnenaufgangs über dem Flughafen von Halifax.
Wir packen unsere Sachen und gehen ins benachbarte Parkhaus unseren Mietwagen abholen. Leider lag mein "Jeep Wrangler"-Bauchgefühl dieses Mal daneben, und wir bekommen einen absolut unerwarteten VW Tiguan. Wir reisen neuerdings also nach Kanada, um ein deutsches Auto zu fahren. Immerhin ist die Ausstattung gut, und er ist trotz der 22.000 km auf der Uhr sehr gepflegt. Noch nicht ahnend, wie das Auto am Ende des Tages aussehen wird, machen wir mal schnell ein Foto auf dem Parkplatz von Tim Hortons für die Daheimgebliebenen. Es wird wohl das einzig saubere Mietwagenfoto sein.
Danach gibt es endlich auch Frühstück.
Außerdem habe ich Glück, und es gibt auch zumindest auch die "Kanada"-Becher aus der neuen Sammel-Serie.
Merchandising. Die Kinder lieben es.
Eine Packung Timbits für unterwegs darf natürlich auch nicht fehlen.
Wir haben uns entschieden, statt des direkten Wegs nach Moncton einmal um die komplette Landzunge zu fahren. Unterwegs habe ich ein paar Strände und Leuchttürme ausgesucht. Anhand der Straßenschilder stellen wir fest, dass wir uns im "Cliffs of Fundy Geopark" befinden. Das war mir bei meinen Recherchen überhaupt nicht aufgefallen. Leider ist das kleine Besucherzentrum auch schon mangels Finanzierung "closed for the season". Dort hätte man uns vielleicht von ein paar erfolglosen Abzweigungen abhalten können, aber irgendwie hat es auch so Spaß gemacht. 
Erster "richtiger" Halt ist der Five Islands Provincial Park. Hier haben wir zum ersten Mal Kontakt zu Meer und einem Strand.



Der einzelne Felsen hinten im Bild ist der "Two Hour Rock", den schauen wir uns jetzt noch vom Aussichtspunkt oberhalb an. Man könnte auch noch etwas weiter laufen, aber wir haben noch einiges an Fahrstrecke vor uns.
Der Blick über "Minas Basin" gefällt uns jedenfalls, insbesondere bei dem Traumwetter (das laut Vorhersage allerdings leider morgen nicht so bleiben soll).


Die nächsten beiden Stops sind leider nicht mehr zugänglich, dafür beschert uns die erfolglose Anfahrt ein bisschen rote Schotterpisten Fahren. Nehme ich immer gern mit.

Die Aussichten sind trotzdem ganz nett.

Die roten Staubwolken hinter uns verheißen nichts gutes für die Sauberkeit unseres Autos. Jetzt fahren wir lange Zeit auf Nebenstrecken um das Minas Basin, Fotos haben wir keine gemacht, obwohl es zum Teil schon sehr buntes Laub gab und auch der Boden immer wieder von herbstlich roten Blaubeerfeldern bedeckt ist. Nächster und letzter Halt ist der Eatonville Day Use Park, wo wir noch einen kleinen Spaziergang machen wollen. Aber erstmal gibt es noch ein paar kurze Stopps mit Meer und Strand.

Dazwischen eine rote Schotterpiste. Ich komme heute voll auf meine Kosten, und der Tiguan macht sich da gar nicht so schlecht und ist inzwischen hintenrum ziemlich rot und staubig.

Auch an diesen schönen Ausblicken mit Strand können wir uns einen kurzen Stopp nicht verkneifen:




Jetzt wird aber noch eine kleine Runde gewandert, auch wenn der Nachmittag weit fortgeschritten ist. Traudel sonnt sich derweil noch ein wenig mit einem kühlen Getränk.
Der zu Beginn etwas steiler bergab führende Schotterweg führt uns bald idyllisch durch Wald und Wiesen zu vier Aussichtspunkten.
Die Pilze hier sind allerdings auch nicht zu verachten.
Das Gestein hier ist vulkanischen Ursprungs und hat beeindruckende Klippen geformt:

Unterhalb des zweiten Aussichtspunkt befand sich in grauer Vorzeit wohl einst ein Hafen, sagt das Schild.
Wir kommen zügig voran, was zum einen an der fortgeschrittenen Uhrzeit, zum anderen an den Stechmücken liegt. Zum Glück sind diese ziemlich groß und langsam, und man kann sie meist erschlagen bevor sie einen stechen. Nur dabei auch noch mit der Kamera zu fotografieren, ist ein wenig ambitioniert.

Wir treffen auf eine kleine aber beeindruckende Schulcht.
Und kurz darauf auf einen sehr phallisch anmutenden Felsen. Er heißt laut Schild "Sea Stack".

Schnell weiter durch die schöne Herbstlandschaft,
bis zum 4. und letzten Aussichtspunkt auf die "Three Sisters". Die Sonne steht relativ ungünstig und ich muss während des Einstellens der Kamera noch Stechmücken von meinen Fingern vertreiben. 

Den Rückweg machen wir zügig und ohne Stopps und erreichen gegen 16:30 unser rot bestäubtes Auto.
Nach einem Foto von der abenteuerlichen einspurigen Brücke fahren wir zügig die noch knapp 2,5 Stunden nach Moncton.
Zunächst über rote Pisten, irgendwann über deutlich schlechtere Asphaltstraßen und die letzte Stunde über den Highway zurück in die Zivilisation. Hier haben wir dann auch zum ersten Mal seit heute morgen wieder vernünftigen Handyempfang.

Um 18:30 erreichen wir das "Chateau Moncton" und checken in unser geräumiges Zimmer ein.
Der Ausblick vom Zimmer auf den Fluss ist nicht zu verachten.
Wir machen uns schnell frisch und laufen noch etwa einen Kilometer entlang des "Cocolate Rivers" in die Innenstadt. 

Blick zum "Chateau" auf dem Weg zum Abendessen.

Wir kehren im Pump House ein, das uns von unserem Besuch 2018 in bester Erinnerung ist. Es gibt Scotch Ale und IPA
Zwiebelringe in Bierteig, die noch genauso gut sind, wie 2018...
... sowie hervorragendes und reichlich Pulled Pork auf Brioche.
Gefahren sind wir heute in 6 Stunden reiner Fahrzeit 400 km, dazwischen und abends  sind wir dazu noch in Summe 10 km gelaufen.
Noch ein bisschen den Blue Jays im Fernsehen zuschauen und dann ins Bett.

Freitag, 25. September 2026

Anreise

 ... ja man hätte sich sicher einen spannenderen Titel ausdenken können, aber wenn man vor einem langen Reisetag schon die zweite Nacht in Folge miserabel geschlafen hat, fehlt es wohl an jeglicher Kreativität. 
Da unser Flug erst um 14:10 geht, haben wir jetzt erst einmal Zeit, ausgiebigst zu frühstücken.
Spätestens an dieser Stelle noch einmal der Hinweis an alle, insbesondere neue Leser, meine Berichte nie hungrig zu lesen, sich aber auch bei Desinteresse an Essensfotos nicht abschrecken zu lassen: Zwischen den Mahlzeiten gibt es meistens genug anderes zu sehen. 
Es handelt sich hier um eine bunte Mischung aus unser beider Mahlzeiten. Wer was davon gegessen hat, wird nicht immer verraten, nur so viel: Der Gatte hat den Müsli-Contest heute alleine bestritten.




Gegen Mittag nehmen wir das Shuttle von Hotel zum Flughafen und sind trotzdem viel zu früh am Gate, da Check-in und Sicherheitskontrolle mal wieder in weniger als 30 Minuten abgeschlossen sind. Leider hat Icelandair in der Saga Class nur noch in der teuersten Buchungsklasse Loungezugang außerhalb von Keflavík, und so bummeln wir noch ein bisschen durch den Duty Free Bereich im EU-Bereich, der leider kleiner und nicht ganz so schön ist wie im internationalen Abflugbereich.
Traudel wartet wie immer geduldig mit uns auf das fast pünktliche Boarding.
Wir nehmen alle unsere Plätze in der dank geschlossener Rollos am Gate undokumentierten Boeing 737 Max mit der Kennung TF-ICB, hellgrüner Heckflossenlackierung und dem Namen "Langjökull" ein. Traudel sitzt zwischen uns, Gunnar legt sich wie immer im Gepäckfach schlafen. 
Da noch Gepäck verladen und getankt wird, bekomme ich noch mehr Sonne ab, als mir lieb ist, bis wir uns auf die lange Fahrt nach Keflavík zur Polderbahn machen.

Start von 36 L. Unübersehbar.
Bei halbwegs schönem Wetter geht es über die Niederlande bis zur Küste.


Danach ist leider nicht mehr viel zu sehen, es ist wolkig.
Das Essen ist laut Aussage des Gattens lecker, mein Magen entscheidet sich heute mal wieder, kein Flugzeugessen zu mögen.
Heute fällt es uns beim Umstieg in Island nicht schwer, Island direkt wieder hinter uns zu lassen, das Wetter ist nicht so traumhaft.
Ein kurzer Blick auf die nasse Lava reicht uns völlig.
Traudel genießt die Aussicht aus dem Bus, bevor wir uns ein Stündchen zum Essen und Entspannen in die Lounge zurückziehen. Letzteres klappt weniger gut als erhofft, vor der Lounge sind lautstarke Bauarbeiten.
Beim Verlassen der Lounge muss ich noch Hekla Aurora und Hekla Aurora ablichten. Ich erkläre der etwas verwunderten Mitarbeiterin, dass es sich bei dem Anhänger um ein Stück dieser ja inzwischen ausrangierten Maschine handelt. Sie ist begeistert und will sich auch einen bestellen.
Gegen 17 Uhr gehen wir durch die völlig leere Ausreise in den ebenfalls fast ausgestorbenen internationalen Bereich. Die meisten Nordamerika-Flüge gehen hier schon vor 18 Uhr, unserer erst um 18:30. Laut Flightradar ist das unsere Maschine, sie fliegt aber ganz offensichtlich ohne uns gerade schon nach Toronto.
Natürlich sind uns die Gates bei dem Mistwetter nicht sonderlich wohlgesonnen und wir gewinnen schon das 2. Busgate am KEF für heute. Als Entschädigung bekommen wir einen schönen Regenbogen.
Wir fliegen dann mit der gelb an der Heckflosse lackierten Boeing 727 Max 8 TF-ICJ mit dem Namen "Kjölur". Diese Hochlandstraße von Nord nach Süd sind wir 2021 schon selbst gefahren, und so freut uns der Name mal wieder sehr.
Bis auf ein paar schöne Wolken gibt es nicht allzuviel zu sehen bzw. muss ich wegen der tiefstehenden Sonne die Blende schließen.
Essen erspare ich mir und meinem Magen, der mit meiner Müdigkeit und der Gesamtsituation eher unzufrieden ist.
Kurz vor der Landung gibt es einen tollen Sonnenuntergang und schöne Aussichten auf Prince Edwards Island und Nova Scotia, leider ist die Kabine zu hell und die Fenster zu dreckig für gute Fotos.

Wir landen überpünktlich um 20 Uhr in Halifax und müssen dann, obwohl fast alle Gates frei sind laut Aussage unseres sehr genervten Piloten, fast 20 Minuten auf das einzige noch besetzte Gate warten. 
Danach haben wir die wohl schnellste Einreise nach Kanada, die wir je hatten. Vermutlich sehen wir inzwischen so fertig aus, dass man uns kaum Fragen stellt. Gepäck kommt ebenfalls außerordentlich schnell, und so sind wir nach nur gut 30 Minuten bereits im Hotel direkt gegenüber dem Terminal.
Gute Nacht.