Freitag, 9. Oktober 2026

Ein traumhafter Tag in Island - Hraunfossar und Barnafoss

Nach unserem ausgiebigen Halt am Deidartunghuver haben wir zwei Wasserfälle, die wir noch nicht kennen, auf dem Plan.
Was auch sonst...
Was wir allerdings nicht erwartet haben, ist, dass wir es hier noch mit einem solchen Highlight zu tun haben. Insbesondere die herbstlichen Farben machen den Anblick doch sehr besonders.
Wir spazieren gemütlich entlang des Weges von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt und genießen den Anblick.
Der Wasserfall wird aus vielen kleine Quellen gespeist.

Die Farben sind heute wirklich wunderschön.
Hraunfossar bedeutet übrigens Lavawasserfälle. Treffend.

Ich muss natürlich jede Perspektive von jedem Aussichtspunkt hier fotografisch würdigen.




Wir sind übrigens fast alleine hier, auf dem Parkplatz standen ein paar Autos und ein Kleinbus, aber es verläuft sich hier. Ab und an begegnen wir ein paar anderen Paaren, die Insassen des Kleinbusses tummeln sich am Aussichtspunkt des Barnafoss, und wir bekommen wenig von ihnen mit, obwohl wir jetzt auch unseren Weg zum Barnafoss fortsetzen. Wir haben auch hier wieder einen schönen Blick auf den Langjökull.
Der Weg ist einfach und anspruchslos, ist aber auch mal ganz schön nach den Kraxeleien der letzten Wochen.
Nochmal kurz zurückschauen zu den Hraunfossar, bevor wir uns den Felsen und dem Barnafoss nähern.
Barnafoss bedeutet "Kinderwasserfall", laut einer Sage sollen hier zwei Kinder ertrunken sein, die hier auf einem Steinbogen über dem Fluss spielten, während die restlichen Bewohner des Hofes bei der Weihnachtsmesse waren.
Der Fluss hier ist im Übrigen die Hvitá.
Eine Birke steht formschön in der Gegend herum, finde ich.
Wir lassen die Brücke zum Aussichtspunkt, an dem sich die Kleinbus-Insassen tummeln, ersteinmal links liegen und laufen zum letzten Aussichtspunkt am Barnafoss.
Das Gewässer liegt hier etwas im Schatten, aber die eindrucksvollen Felsen sind trotzdem gut zu erkennen und zu fotografieren.
Die Farben im Vulkangestein sind wie immer bunt und vielfältig.
Immer wieder faszinierend, wie unterschiedlich ein Gewässer in wenigen Metern Abstand aussehen kann, je nachdem, ob es wild zwischen Felsen hindurchfließt oder, wie unterhalb an den Hraunfossar, breiter und ruhiger fließt.


Inzwischen hat die Kleingruppe auch den Aussichtspunkt verlassen und wir spazieren jetzt über die Brücke und genießen den Ausblick in die Richtung, aus der wir gerade kamen.


Auch vom Aussichtspunkt auf der gegenüberliegenden Seite kann man den Langjökull dank des klaren Wetters heute gut sehen.
Hier muss man tatsächlich wieder ein wenig über Lavagestein klettern. Einige Menschen, die weder alt, noch gebrechlich wirken, sind dennoch bereits von drei bis vier höheren Felsstufen, die man hier hoch und runter steigen muss, überfordert. Irgendwie erschreckend.

Die Lava hat hier teils schöne Gesteinsmuster beim Fließen und Erstarren gebildet.


In der unteren Mitte des Fotos, hinter dem runden Stein, liegt ein kleiner Teich, der so klar ist, dass man ihn fast nicht als solchen erkennen kann. Fanden wir faszinierend.
Auch der Blick über die weite Hochebene und zu den Hraunfossar ist von hier oben sehr schön.
Die Felswände links sind auch ganz schön beeindruckend.
Um uns herum sind außerdem überall Herbstfarben. Der goldene Oktober (sofern man ihn erwischt) hat schon was hier oben.
Da wir nach unserem kleinen Spaziergang mal wieder das zuvor konsumierte isländische Wasser loswerden müssen (irgendwie hat das bei uns beiden eine leicht entwässernde Wirkung, wir vermuten, weil es basisch und natriumarm ist), schauen wir mal im Café am Parkplatz vorbei. Der Kuchen dort gefällt uns ziemlich gut, und so legen wir spontan noch eine Fika ein. Das Café ist angenehm leer, aber zu unserer Überraschung steht jetzt ein großer Reisebus auf dem Parkplatz, dessen Insassen wir geschickt umlaufen haben müssen.
Der Kuchen, Kokos-Apfel und Schokolade-Beeren war sehr lecker. Auf dem Rückweg zum Auto stellen wir erstaunt fest, dass hier jetzt ein zweiter Reisebus steht. Offenbar hatten wir mal wieder ein extrem günstiges Timing und großes Glück, dass wir weitgehend alleine die Wasserfälle genießen konnte.

Als nächstes wollen wir noch eine kleine Schleife über Húsafell und dann zurück nach Reykholt drehen. Außerdem reift in uns aufgrund des schönen Wetters die Idee, noch eine dritte Strecke nach Þingvellier auszuprobieren. Wir haben ja letztes Jahr schon die 48 vom Hvalfjördur nach Þingvellier angeschaut, die 36 von Mosfellsbær sind wir schon diverse Male gefahren. Von hier haben wir jetzt zwei Optionen, die (angeblich ziemlich schlechte) 550 direkt vorbei am Langjökull durch das Kaldidalur oder die 52 kurz hinter Reykholt. Wofür wir uns entschieden haben und wie das Örtchen Reykholt so aussieht, erfahrt ihr dann im nächsten Teil.

Donnerstag, 8. Oktober 2026

Ein traumhafter Tag in Island - Deildartunghuver

Nach einem ausgiebigen Verdauungsschlaf, bei dem wir Abendessen und die traumhaften Nordlichter vom Vorabend verarbeitet haben, erwachen wir gegen 8:30 erfrischt und bereit zum Frühstück.
Natürlich gönne ich mir ein Urlaubsbrot, dazu ein Paar Rösti und ein außen rotes und innen grünes Falafal, das sehr gut zum Ei schmeckt.
Ein Wäffelchen mit gesundem Obst und Lysi (im nahenden Winter ist Omega 3 und Vitamin D ja wichtig) kann auch nicht schaden, im Hintergund sieht man schon unseren Nachtisch aus Schokokeksen.
Skyr ist in Island natürlich auch obligatorisch, aufgrund eines Missverständnisses konnte ich leider kein wettbewerbsfähiges Foto des Skyrs des Gatten machen, so dass der Skyr-Contest (aka Müsli-Contest) leider entfällt.
Das Wetter ist heute so gut wie selten in Island, 5 Grad, sonnig und windstill. Das macht Lust, den Tag für eine Unternehmung zu nutzen. Wir hatten mal damit geliebäugelt, eine Wanderung am Skógafoss zu machen, aber 17 km mit 2 Stunden pro Strecke An- und Abfahrt sinnd uns heute doch ein bisschen zu anstrengend. Ich googele mal, was man noch so machen kann, wenn man die klassischen von Reykjavík erreichbaren Ziele schon kennt, und stoße auf den "Silver Circle", der unter anderem Europas größte Geothermalquelle "Deildartunghuver" (180 l/s, knapp 100 °C) und zwei Wasserfälle sowie die Ortschaft Reykholt umfasst. Die Ecke kennen wir wirklich noch nicht, und so machen wir uns auf und fahren eine gute Stunde zur Thermalquelle, die einige schöne Fotomotive bei bestem Wetter bietet. 

Die Umgebung erstrahlt in Herbstfarben, die im Laufe des Tages noch mehr schöne Motive bieten. Die Sicht ist so gut wie selten, im Hintergrund sieht man den Gletscher Langjökull, der heute noch öfter als Fotomotiv auftauchen wird. Es handelt sich um den zweitgrößten Gletscher Islands. Hier könnte man auch geführte Touren in eine Eishöhle machen.

Die Heißwasserquelle versorgt die unterhalb in den Fjorden liegenden Städte Borgarnes und Arkranes. Hier sieht man das zugehörige Leitungssystem.
Bei der Quelle selbst lasse hier einfach mal die Bilder sprechen. Ich finde sie bietet einige schöne Motive. Wer meine Berichte schon länger verfolgt, weiß, ich mag es, wenn es blubbert. Hier war es ein bisschen schwierig, die Momente abzupassen, wo kein Dampf vor dem Blubbern ist.





Am Ende erwische ich sogar einen Regenbogen im Dampf.
Der ganze Hügel ist wieder mal sehr farbenfroh, hier herrschen vor allem Grün- und Rottöne vor. Der Dampf duftet natürlich wundervoll nach Schwefel. 
Die nächste Fotoserie trägt dank des Gatten den Titel "zwei kleine Geysire in einer Loge". Man beachte auch die formschönen Ablaufrinnen unterhalb.


Nochmal ein bisschen Farbenspiel mit Blubberwasser:
Schön ist auch die Kombination mit dem gerade sehr streifig bewölkten Himmel, Sonne und Dampf.
Auch eine kleine Quelle mit eigenem winzigem Wasserfall gibt es hier.

Die Kombination aus Grün, Rot, Dampf, Sonne und blauem Himmel bieten tolle farbige Motive. Ich bin schon ziemlich lange hier zugange, obwohl der Bereich gar nicht so groß ist.

Und noch eine Stelle, wo es kräftig blubbert und man einen schönen, bunten Hintergrund hat. Noch dazu ein bisschen Regenbogen im Dampf.






Ich konnte mich mal wieder nicht entscheiden, es dampft und blubbert ja immer ein bisschen anders schön.
Auch die Entscheidung bei den Fotos von "Dampf mit grünem Hügel und Quelle vor blauem Himmel" fiel mir nicht leicht.



Wer sich jetzt möglicherweise ab und an über die etwas merkwürdig kleinen Bildausschnitte gewundert hat oder glaubt, das Ganze wäre ein riesiges Geothermalgebiet, hier noch ein Foto der "grausamen Realität", das ist das gesamte Gebiet, umrandet von einem hässlichen Metallgitter. Die kleinen Details von Farben und Quellen machen dennoch Spaß, sie zu beobachten und zu fotografieren.
Wir hatten noch kurz überlegt, dem wirklich schön gestalteten und modernen Thermalbad "Krauma", das sich hier direkt nebenan befindet, einen Besuch abzustatten, aber bei knapp 60 € ist unsere Schmerzgrenze, um ein bisschen "nett in warmem Wasser zu sitzen", ganz klar überschritten, und wir haben die Badesachen im Hotel gelassen.