Dann ringe ich mich auch noch dazu durch, den "unerfreulichen" Teil der Reise zu berichten: Die Rückreise. Zum Glück regnet es inzwischen in Reykjavík, so dass der Abschied nicht ganz so schmerzhaft ist. Um vier Uhr aufstehen ist hingegen immer schmerzhaft, aber die späteren Rückflüge wären deutlich teurer gewesen. So sind wir immerhin vor dem niederländischen Berufsverkehr mit dem Auto auf dem Heimweg.
Der Gatte leidet augenscheinlich noch unter leichten geistigen Schäden aufgrund des kurzen Nachtfluges von vorgestern und erkundigt sich sicherheitshalber mal scherzhaft, ob wir heute nach dem Flug immer noch "heute" haben. Zu seiner Beruhigung kann ich ihm versichern, dass wir sowohl bei Ankunft in Amsterdam als auch zu Hause weiterhin "heute" haben werden.
Die Fahrt zum Flughafen ist wie immer unspektakulär. Zu unsererm Schrecken sind inzwischen bereits um 5:30 Uhr Mitarbeiter bei Europcar anwesend, was den Rückgabeprozess im Vergleich zu "wir werfen den Schlüssel in einen Briefkasten" unverhältnismäßig verlängert. Eine EMail-Bestätigung erhalte ich dieses Mal zur Abwechslung bis heute wieder keine, anscheinend besteht bei Europcar Iceland ziemlich genau eine 50 % Chance dafür. Soll mir auch egal sein, der auf der Kreditkarte bei Abholung als Sicherheit geblockte Betrag wurde inzwischen zurückgebucht.
An der Gepäckabgabe ist wie üblich um die Uhrzeit relativ viel los, aber dank Priority sind wir - ebenfalls wie üblich - etwa eine Stunde nach Ankunft bei der Mietwagenabgabe zum Frühstücken in der Lounge. Hier ist es rappelvoll, offenbar ist halb Reykjavík auf Dienstreise, und fast alle kennen sich. Mein Frühstück bleibt undokumentiert.
Wir boarden pünktlich und haben an dieeser Stelle noch eine Premiere zu verkünden: Wir fliegen zum ersten Mal einen A321 neo mit hellblauer Heckflosse, der Kennung TF-IAE und dem Namen Hofsjökull. Selbst Icelandair hat inzwischen genug von Boeing und hat aktuell sechs A321LR in der Flotte.
Aufgrund der Dunkelheit und frühen Uhrzeit bleibt diese Premiere vollkommen undokumentiert. Ich bin sehr gespannt auf die (leider ebenfalls undokumentierten, ich war noch sehr müde) Sitze der Saga-Class, die etwas anders als die in den Boeing-Maschinen sein sollen. Der klare Vorteil aus meiner Sicht: Neben der Fußstütze unter dem Vordersitz gibt es noch eine ausklappbare Beinauflage vorne an der Sitzfläche. Nachteile: Der Sitz ist etwas härter und die Rückenlehnen haben eine Aussparung hinter den Armlehnen, was Traudels Sitzplatz auf selbiger etwas risikobehafteter macht. Grundsätzlich haben mir Sitz und Kabine im A320 aber sehr gut gefallen. Der Gatte merkt an, dass er mit heruntergeklappter Fußstütze seine Füße aufgrund einer Blende unter dem Vordersitz anders als in einer Boeing nicht ausstrecken konnte, was er unbequem fand.
Wir rollen noch an einer der letzten Boeing 757, die noch in Betrieb sind, vorbei. Diese dokumentiere ich dann mal, wer weiß, wie lange man sie noch sieht.Danach bleibt nur noch ein wolkenverhangener Blick auf die Blaue Lagune. Der Schutzwall gegen die Lava der vergangenen Vulkanausbrüche ist hier eindrucksvoll erkennbar, ...... und ein schöner Sonnenaufgang über den Wolken.
Danach teste ich die Sitze auf Schlaftauglichkeit und kann nach anderthalb Stunden sehr guten Schlafs ganz klar einen Daumen hoch geben. Die Beinstütze bringt ein deutliches Mehr an Komfort für mich.
Währenddessen konsumiert der Gatte pflichtbewusst ein Frühstück und dokumentiert es auch:
Beim Aufwachen folgen die üblichen Ausblicke auf die niederländische Küste und ein paar Stadt- und Industriegebiete rund um Amterdam. Wenigstens ist das Wetter hier ganz gut.
...wenn wir bei der Landung sehen, dass wir nichts sehen, wissen wir dann auch, dass wir mal wieder auf der Polderbaan gelandet sind.
Wir rollen nochmal fast 20 Minuten zum Terminal. Ab und an kommen wir auch schonmal an ein paar Flugzeugen vorbei, die darauf hindeuten, dass wir uns dem Flughafen nähern.Vor der Skyline von AMS rollt noch eine 747 vorbei.Hier bleibt uns ein Busgate erspart, dafür gibt es noch ein bisschen Bewegung, wir sind am hintersten Gate im Schengen Terminal angekommen. Immerhin kommt das Gepäck heute mal relativ zügig. Nach kurzem Warten kommt dann auch der Bus zum Steigenberger, wo wir mit unserem Auto (die Umstellung vom letzten Mietwagen ist dieses Mal ja nur geringfügig) die endgültige Heimreise antreten.
Zu Hause begrüßt uns immerhin Nachbars Ahorn mit einer prächtigen Fall Foilage, und damit endet auch dieser - gewohnt opulent bebilderte - Reisebericht.
Der Vollständigkeit halber: Abends wurde eine Pizza und ein Salat vom Haus- und Hof-Pizzabäcker Luigi geteilt.
Was bleibt neben diesem Bericht mit vielen Fotos und schönen Erinnerungen:
- knapp 2000 gefahrene Kilometer in Kanada
- etwa 300 gefahrene Kilometer in Island
- fast 160 Kilometer in den Füßen und Beinen in 10 Tagen
Wildlife:
- unzählige Rehe, insbesondere im Zentrum von St. Andrews
- 1 Koyote und 1 vermeintlicher Koyote, der sich als Schäferhund entpuppte
- 1 freundlicher, liebesbedürftiger Hund
- diverses Geflügel
- 4 Katzen in Reykjavík
... und wie so oft: keine Elche (auch keine Bären und Biber).
(Spoiler: der nächste Urlaub wird definitiv keine Chance auf Elchsichtung haben.)
Das Traumwetter in Island und die überraschenden und heftigen Nordlichter waren sozusagen noch die Kirsche auf der Urlaubstorte.
Was uns auf der ganzen Reise wirklich irritiert hat, war, wie miserabel bis nicht vorhanden das Handynetz/ mobile Internet in Nova Scotia und New Brundwick war. Selbst in bewohnten Gebieten. War uns vermutlich 2018 schon aufgefallen, haben wir aber vermutlich dann auch wieder verdrängt. Wir sind ja nicht verloren gegangen, insbesondere dank der freundlichen Senioren, die uns im Wald von New Brunswick aufgelesen haben.
Leider stellt Icelandair die Verbindung nach Halifax ab Oktober jetzt auch wieder ein, schade. Gut, dass wir sie noch mitgenommen haben. Ansonsten gäbe es halt die Möglichkeiten über Toronto und Montreal oder Non-Stop ab FRA mit Eurowings sowie ab AMS mit Westjet. Vielleicht kommen wir ja nochmal irgendwann zurück, so gut wie es uns dieses Mal wieder gefallen hat und so erfreulich wenig überlaufen wie es doch Ende September in der Gegend war.
Ich hoffe weiterhin, dass Icelandair St. John's in Neufundland irgendwann in den Flugplan aufnimmt, damit man sich auch hier den Umweg über Toronto oder Montreal sparen kann. Da würden wir auch sehr gerne nochmal hin, und es wäre schön, wenn es auch hier bequem und schnell mit Zwischenstopp in Island ginge (heftiges Gestikulieren in Richtung KEF zur Icelandair-Zentrale an dieser Stelle bitte dazudenken).
Jetzt kann man schon langsam anfangen, die Tage bis zum Abflug nach Neuseeland zu zählen, Stand heute sind es noch 124.
Ich werde natürlich berichten.
Wer sich dafür interessiert, ich habe die Woche zu Hause bereits genutzt und die neu erbeutete Wolle "angestrickt": Zumindest wurden mal die Farbkombis und Muster an zwei Ärmeln getestet und für gut befunden.
Jetzt muss ich aber erstmal mein Großprojekt von letztem Jahr zuende stricken: Eine Decke, deren Muster ich mir von einer Fleece-Decke in einem Ferienhaus in Norwegen letztes Jahr abgeschaut und in ein Strickmuster umgewandelt habe. Bei sommerlichen Temperaturen war hier definitiv Strickpause. Die nach dem Urlaub wie üblich streikende Heizung hat meine Motivation jetzt wieder drastisch erhöht, und das gute Stück wird wohl in den kommenden Wochen fertig werden.Jetzt bleibt mir nur noch wie immer ein hocherfreutes "Danke fürs Mitlesen und kommentieren!" und nicht vergessen: der Countdown läuft.

























































