Mittwoch, 18. Februar 2026

I don't feel like dancin' im Ekebergparken

Wir haben jetzt (dank Fika gut gestärkt) noch einen kleinen Fußweg zu bewältigen, bevor wir zum Highlight des Tages kommen.
Am Kreisel mit dem roten Zwerg, der stolz seinen riesigen Dildo präsentiert, nehmen wir die Treppen (hatten wir diesen Urlaub ja auch noch nicht) in Richtung Ekebergparken, einem Skulpturenpark.
Obwohl wir ja eher Kunstbanausen sind, gibt es hier etwas, was ich unbedingt sehen möchte. Vorher gibt es nochmal Aussicht über Oslo zu bestaunen. Die blaue Stunde gibt es gratis dazu.

Wir durchwandern einen winterlichen Wald, der Weg wird zunehmend glatter, und uns fällt auf, dass wir dummerweise die Spikes im Hotel vergessen haben.
Dummerweise wird der Weg auch noch zunehmend steiler, was eine tolle Kombination mit "zunehmend glatter" ist. Zum Glück sind am Wegrand Seile gespannt, die eigentlich der Absperrung dienen, aber an denen man sich auch wunderbar festhalten kann. Haben wir ja noch Übung von der letzten Norwegen-Tour.
Kurz darauf erreichen wir (erstaunlicherweise unversehrt) das heutige Objekt meiner fotografischen Begierde, den Nordic Pixel Forest, ein Kunstwerk von Pipilotti Rist. Inzwischen ist es auch ausreichend dunkel, dass die Installation ihre volle Wirkung entfaltet (deshalb wollten wir hier nämlich erst am späten Nachmittag hin). Wir sind begeistert und finden das Lichtspiel wunderschön, daher müsst Ihr jetzt mal wieder Unmengen an Fotos mit bunten Lichtern ertragen. Kennt man ja schon von den Nordlichtern, heute sind es eben mal "Nordic Pixel".
Die Lichter wechseln beständig die Farben, zusammen mit leiser Musik hat das Ganze etwas sehr mystisches. 


Der Gatte setzt sich auf eine Bank und beobachtet, während ich Fotos mache und dabei versuche, nicht auszurutschen (was mir wider Erwarten auch gelingt).


Natürlich müssen alle Farben gewürdigt und auch mal die Perspektive gewechselt werden. Es ist wirklich traumhaft.




Farblich ist hier wirklich für jeden etwas dabei.




Am liebsten würde ich mich zum Fotografieren auf den Boden legen, aber dann würde ich auf dem teils spiegelglatten Boden wohl nie wieder hochkommen. Aber auch so kann man bliebig mit Farben und Perspektiven experimentieren.



Wie wäre es noch mit ein paar Nahaufnahmen der Lichter? Natürlich in wechselnden Farben...





... und nochmal die ganze Pracht. Ich entschuldige mich nicht dafür, dass ich begeistert bin.


Nachdem wir das Kunstwerk ausreichend gewürdigt haben, machen wir uns auf den Rückweg. Wir nehmen dieses Mal einen weniger steilen und weniger rutschigen Weg und versichern uns, dass wir gleich heute Abend die Spikes in den Kamerarucksack packen werden. Unsere Aufmerksamkeit wandert jetzt allerdings zunächst zu einer weiteren Lichtinstallation. Thema dieses Mal: Unterhosen.
Ich belasse es dieses Mal bei einem Foto. Das Kunstwerk ist übrigens von der selben Künstlerin, wie der Nordic Pixel Forest und heißt "Nordic Hiplights". Die Dame macht offensichtlich gerne Dinge mit Licht.
Apropos Licht, auf unserem Weg durch den inzwischen recht dunklen Wald erstrahlt irgendwann am Wegrand auch noch "Marylin Monroe" von Richard Hudson, der auf dem Foto der Website des Ekebergparken im Übrigen ein wenig aussieht wie Dr. House.
Als wir auf dieses letzte Kunstwerk auf unserem Rückweg zusteuern, frage ich mich kurz von weitem, ob es sich um eine Gottesanbeterin oder einen liegenden Mann mit riesiger Erektion handelt. Beim Näherkommen wird es dann doch sehr eindeutig. Es handelt sich um "Deep Cream Maradona" von Sarah Lucas.  Verzaubert uns jetzt nicht ganz so, wie der Nordic Pixel Forest, erinnert aber an gewissen Stellen an die Würste aus Kabeljau-Rogen, die der Gatte vor einigen Tagen auf dem Teller hatte.
Das ist dann jetzt aber auch genug Kunst für heute.
Zurück an der Aussichtsplattform nutze ich noch die Gelegenheit für ein oder zwei Fotos über das inzwischen recht nächtliche Oslo.

Mein Stativ liegt im Übrigen genau dort, wo auch unsere Spikes liegen. Unsere zweite Runde heute war immerhin auch noch einmal fast 5,5 km lang und hatte erstaunliche 193 Höhenmeter Gesamtanstieg. Zurück nehmen wir jetzt aber die Straßenbahn.
Wir machen uns kurz frisch und begeben uns erneut zur Straßenbahn, um zum Restaurant "Miso Ramen", das zwischen Aker Brygge und Nationatheater liegt, zu fahren. Dort gibt es, wie der Name schon sagt, ein Süppchen zum Aufwärmen. Dazu ein kaltes Asahi und Kimchi.

Ich habe mich für einen Ramen mit Schweinenacken, Noriblättern, Zwiebeln, Bambus und Ei basierend auf einer Soja-Hühnerbrühe entschieden.
Der Gatte hat eine Sesambrühe mit scharfem Hühnerhackfleisch, Ei, Pak-Choi und Bambus, beide Suppen haben außerdem reichlich Nudel-Einlage.
Gut aufgewärmt und gesättigt stellen wir bei Ankunft an der Bahn-Haltestelle wieder einmal fest, dass die Bahn noch mindestens 12 Minuten mit Tendenz zur Verspätung braucht. Kurzerhand laufen wir zurück zum Hotel.
Die Uhr stoppt heute bei 18,5 km und wir haben uns damit noch ein Frydenlund Bayer verdient.

I don't feel like dancin' in Bjørvika

Nach unserer Mittagsruhe (wir kommen jetzt wohl in das Alter...) machen wir uns zunächst auf in Richtung Oper und Munch-Museum. Auf dem Weg schauen wir auch mal in der Deichman-Bibliothek vorbei, in der sich die Nachmittagssonne gerade sehr schön spiegelt.
Wenn ich schon die Kamera dabei habe, kann ich auch mal die Lichtinstallation im Eingangsbereich fotografieren.
Wir spazieren weiter in Richtung Oper und erfreuen uns am schönen und mal etwas weniger wolkigen Nachmittagslicht.
Gegenüber steht auch ein interessantes Gebäude.
Bei dem Licht macht es natürlich Spaß, die schönen Gebäude zu fotografieren, auch wenn ich eher selten Architektur ablichte.

Blick zurück in Richtung Bahnhof:
Ironischerweise ist das Dach der Oper, dessen Aufgang einer Skipiste nachempfunden ist, wegen Winters gesperrt. Wir finden es irgendwie lustig, auch wenn wir gerne hochgelaufen wären.
Stattdessen widme ich mich ein bisschen der Bucht und der darin befindlichen Skulptur "she lies".
Das ist mal ein Kunstwerk, das mir gefällt. Sie soll Caspar David Friedrichs Gemälde "Das Eismeer" nachempfunden sein und einen Eisberg symbolisieren. Kein Wunder, dass mir sowas gefällt.
Im Hintergrund steht mal wieder die Fähre nach Kophenhagen.

Wir spazieren weiter Richtung Munch Museum.

Die Architektur ist hier sehr modern und vielseitig. Uns gefällt es hier.
Kunstbanausen, wie wir nunmal sind, lassen wir (gerade bei dem schönen Wetter und ob der Tatsache, dass wir heute noch etwas vorhaben) das Munchmuseum selbst quasi links liegen, begeben uns aber wenigstens einmal zwecks Aussicht ins Obergeschoß. Dafür benötigen wir nichtmals unseren Oslo-Pass, hier kommt man nämlich kostenlos hin.
Die Aussicht ist nicht übel.


Die schrägen Fenster sind schon ein bisschen herausfordernd.
Da der Nachmittag schon fortgeschritten ist und wir heute etwas später essen werden, ist es jetzt ersteinmal Zeit für die nachmittägliche Fika. Diese nehmen wir heute bei einem Bio-Bäcker in Bjørvika zu uns. Ich esse mal wieder eine sehr fluffige Zimtschnecke, der Gatte irgendwas extrem süßes mit Kokos und Pudding. Er sagt, er braucht das gegen die Kälte.
Gut gestärkt spazieren wir eine Runde durch das architektonisch interessante Bjørvika.



Munch im Sonnenuntergang.




Danach verlassen wir Bjørvika und machen uns auf den Weg zu unserem letzten Ziel für heute vor dem Abendessen. Wohin es geht, erfahrt ihr dann im nächsten Teil.