Sonntag, 4. Oktober 2026

Von St. Andrews nach Saint John

Auch heute verwöhnt uns unser Gastgeber wieder mit einem fantastischen Frühstück. Noch dazu unterhalten wir uns noch eine Weile über Gott und die Welt, bevor wir gemütlich zusammenpacken und aufbrechen.
Wir verabschieden uns und finden es wirklich schade, dass wir nur zwei Nächte hier verbracht haben.
Das Wetter ist heute nicht ganz so motivierend, aber mal schauen, was wir heute so machen. In St. George machen wir einen kurzen Toilettenstopp und schauen bei Tim Hortons nochmal nach einem Thermobecher mit "New Brunswick"-Design. Vor Ort ist zufällig eine offensichtlich überregional tätige Führungskraft, die "mal eben" für uns alle Filialen auf unserem Weg nach Saint John abtelefoniert. Leider ohne Erfolg, die New Brunswick Thermobecher sind ausverkauft.

Als ersten landschaftlich schönen Halt stoppen wir mehr zufällig an den Lepreau Falls, die wir mit Hilfe eines Straßenschildes entdeckt haben:
Könnte schlechter sein.

Danach fahren wir nach Chance Harbour und überlegen, im dortigen Belding's Reef Nature Preserve ein bisschen zu wandern. Irgendwie ist uns da aber nicht so richtig danach, gestern hatten wir eine vergleichbare Küstenwanderung bei bestem Wetter, da muss dasselbe in Grau irgendwie nicht sein.

Wir entschließen uns, durchzufahren bis kurz vor Saint John und dort im Irving Nature Park eine Kombination aus drei Trails (Squirrel, Seal und Heron) zu wandern. 
Der Weg ist einfach, die Landschaft ist schön, nur dass man parallel zu den Wanderwegen auch auf einer Straße rund um den Park fahren kann, stört das Gefühl von Natur doch ein wenig.





Das Wetter ist inzwischen ganz okay, auch wenn es sich nicht so richtig zwischen Hochnebel und Sonne entscheiden kann.

Während ich so mit dem Weitwinkel vor mich hin landschaftsfotografiere, beobachtet der Gatte leicht verdutzt, wie ein Hörnchen zunächst ein Stück von einem Pilz abbeißt und dann die gesamte Kappe abbricht und wegträgt. Ich versuche ein Foto mit dem Weitwinkel, man kann ja zum Glück beim Bearbeiten reinzoomen. 
Das Hörnchen sitzt eine ganze Weile mit dem Pilzkappe da und frisst, bis ich es geschafft habe, mein Tele auf die Kamera zu packen. Just in diesem Moment ist die Kappe handlich genug geknabbert, dass es damit wegrennen kann.

Ich beschließe, die nächsten sieben Kilometer mein Tele griffbereit mit mir herumzutragen, um weitere solche Momente erfolgreich zu vermeiden. Landschaft wird heute also dementsprechend nur noch mit dem Handy fotografiert.
Der Weg ist zur Abwechslung mal relativ flach (besser so, wenn man eine Kamera mit Teleobjektiv über der Schulter hängen hat), aber dennoch sehr abwechslungsreich.



Tatsächlich wird meine griffbereite Kammeraschlepperei relativ bald mit dem ultimativen Hörnchenfoto belohnt.

Da kann der unschuldig im Moos stehende Pilz wohl nicht mithalten.
Die Landschaft auch nicht so richtig, aber was soll's.

Immerhin lohnt es sich heute wirklich mal, das Tele dabei zu haben, auch wenn es nur kleines Wildlife gibt. Ein Dawny Woodpecker gibt sich ebenfalls noch die Ehre.

Zur Abwechslung gibt es dann wieder was Landschaft...
... und Impressionen vom Weg.


Die hellila Blumen wollte ich die ganze Zeit schonmal fotografieren, also warum nicht mit Schwebfliege drauf.
Der Frachter verfolgt uns schon die ganze Zeit im Dunst.
In dieser schönen Bucht kommt man zur Abwechslung auch mal bis zum Wasser.
Der Weg führt jetzt direkt oberhalb der Strände durch den Wald und teils über Felsen.


Brandung hab ich diesen Urlaub auch noch nicht fotografiert.
Diese hübschen roten Pilze haben wir auch schon öfter in den letzten Tagen gesehen.

Zur Abwechslung laufen wir hier mal ein Stück durch Sand.

Am Strand sehen wir ein paar kleine Vögel. Nennen wir sie mal "irgendwelche Sandregenpfeifer".

Die Sandregenpfeifer sind extrem gut getarnt, im Sand sieht man sie kaum und kann sie nur schwer fotografieren. Wenn man sie zufällig auf einem Felsen entdeckt, geht es besser.

Die Landschaft ist hingegen groß und deutlich erkennbar.

Wir wandern jetzt quasi von Strand zu Strand.
Mir hüpft noch ein Spatz vors Teleobjektiv.

Der Pilz hüpft nicht, aber steht schön im Moos.
Am Baum hängt ein Vogelhäuschen.
Mal wieder ein Hörnchen erwischt.


Langsam werden die Beine irgendwie schwer...
... besodners beim Klettern. Dabei hat der Weg nur wenige Höhenmeter.
Wir können es uns dennoch nicht verkneifen, auch noch den 300 m langen Steg in die Salzmarschen zu laufen.
Wir werden mit ein paar Reiher-Fotos belohnt.







Auch ein Kormoran startet heftigst.

Landschaft ist auch da, ja. (Wer möchte, kann das Lied, aus dem der Satz stammt, erraten).

Nach gut acht Kilometern kommen wir relativ müde vom vielen Guckne, Laufen und Fotografieren am Auto an. Während der letzten 15 Minuten Fahrt zum Hotel in der Nähe des Fährhafens von Saint John wird das Wetter immer düsterer.
Das Hotel ist kein Vergleich mit dem B&B die letzten Tage, aber die Nacht ist sowieso kurz, wir müssen vor sieben Uhr an der Fähre sein.

Wir essen heute mexikanisch. Inzwischen schüttet es übrigens draußen.
Als Vorspeise gibt es kleine Tortilas mit gebackenem Käse und gehackter Chorizo.
Danach eine Art dicker Pfannkuchen mit Rindfleisch. Salat und Käse für den Gatten und den "Mega Tacco" mit Rindfleisch für mich.

Beides war sehr lecker, für Nachtisch sind wir leider zu satt. Wir gehen zeitig ins Bett, wir müssen um 6 Uhr raus.