Donnerstag, 17. September 2020
Gedanken im Nachgang
Montag, 14. September 2020
Langsam heimwärts entlang der A1
Nach einem erholsamen Tag in Dänemark mit 14 km Spaziergang sind wir heute irgendwie froh, im Auto sitzen zu dürfen. Auch wenn es letztendlich nicht SO lange hätte sein müssen. Der Tag fängt noch recht gut (für den Heimreisetag) mit einem gemütlichen, ausgiebigen und sehr distanzierten (wir speisen mal wieder allein im Nebenraum) Frühstück an. Wir kommen zeitig los und gut durch Dänemark, die letzte Tankfüllung aus Schweden reicht auch noch bis zur Fähre und wir erwischen die Fähre um 10:20 anstatt der gebuchten um 11 Uhr. Dank flexiblem Ticket und wenig Betrieb trotz Sonntag morgen, kein Problem. Da wir das "VIP-Ticket" gebucht haben, mit dem wir zuerst an und von Bord dürfen, stehen wir wieder ganz vorne. Allein, denn keiner traut sich (außer meinem Hintermann links) weiter
vorzufahren. Da auch kein Einweiser in Sicht war (wahrscheinlich weil
die Fähre mal wieder weniger als halb voll war), muss ich mich natürlich
von vorne links noch dekroativ schief ganz nach vorne in die Mitte umsortieren. Abgesehen davon bin ich so konditioniert, da man sonst von den Einweisern auf Fähren ja mit aller Gewalt so weit wie möglich nach vorn oder an den Vordermann gewunken wird. Mit leeren Fähren kann ich also eigentlich auch gar nicht umgehen.
Es bleibt jedoch trocken, dafür ist es aber (wie auch während der restliche Heimfahrt) sehr windig. Die Fähre schaukelt auch leicht, aber für 40 Minuten überstehe sogar ich das unbeschadet. Diesmal ist es die "Prinsesse Benedikte", auch diese können wir nicht genau in die Dänische Thronfolge einordnen, aber was solls. Ein letzter Blick auf Dänemark,
Der Hafen von Puttgarden kommt näher,und näher.
Nach öffnen der Bugkklappe haben wir freie Sicht auf den Fähranleger. Passt.
Ist ja auch mal ein interessantes letztes Reisefoto anstelle von "Anflug auf *hier beliebigen deutschen Flughafen oder Amsterdam einsetzen*". Der Rest der Heimreise ist ungefähr genauso unspektakulär wie frustrierend: Der Sprit in Burg auf Fehmarn ist im Grunde genauso teuer wie in Skandinavien, und obwohl nirgends Ferien mehr sind und es sich auch definitiv nicht um die letzten Reiserückkehrer aus Baden-Würtemberg handelt, ist die A1 in alle Richtungen rappelvoll. Von Hamburg bis hinter Münster kommen wir etwa alle 15 km in den Genuss von kleinen Staus und stockendem Verkehr. Die Heimfahrt dauert so fast 2 h länger als die Hinfahrt. Immerhin, keine toten Elche mehr unterwegs, aber das geübte Auge sieht noch ein paar Rehe. Zum Glück lebend und neben der Autobahn. Gegen 19 Uhr sinken wir mit einer Flasche heimischem Kulturgut müde auf die Couch.
Immerhin haben wir bei unserer "Heimatrunde zwecks körperlicher Ertüchtigung" am Folgetag gleich eine erfreuliche "Wildlife-Begegnung" mit einem neuerdings hier heimischen "Heurollenrind".
Damit beende ich den eigentlichen Reisebericht "Planlos in Skandinavien", werde aber in nicht allzu ferner Zukunft noch ein paar Eindrücke zu kurzfristigem Reisen zu Coronazeiten, Autoreisen, Hotels... zusammenfassen.Erstmal Danke fürs Mitlesen!
Samstag, 12. September 2020
Dänemark - plattes Land und platte Füße
Auch das Hotel in Køge erfreut uns mit einem gut organisierten und leckeren Frühstück. Da wir hier nichts weiter vor haben, außer ein wenig zwischen den beiden Fahrstrecken zu entspannen, machen wir einen kleinen Spaziergang am Meer entlang. Trotz fehlender Topografie ist es hier ganz fotogen, insbesondere weil man auf den Fotos die allgegenwärtige, stark befahrene Hauptstraße nicht hört.
Wir wandern überwiegend über Pfade durch die Wiesen, teilweise auch am Strand und finden allerlei interessante Dinge.
Tümpel mit Wasserlinsen
...und plötzlich auf der Heimreise
Wenn man seine bisherigen Rundreisen mit einem Flug begonnen und beendet hat, kommt der lange Heimweg mit dem Auto doch ziemlich überraschend und erschreckend nahtlos. Waren wir gerade noch in den schwedischen Bergen auf der Suche nach dem goldenen Elch, inmitten von röhrenden Rentieren, herbstlich roten Blaubeerpflanzen, Wäldern und Seen, sehe ich mich jetzt gezwungen, die letzten zwei Tage aufgrund der recht langen Fahrstrecke und weitgehend fotolosen und unspektakulären Abläufe zusammenzufassen.
Wir verlassen also zunächst das Pernilla Wiberg Hotel in Idre, wo wir, nach dem schon teilweise enttäuschenden Abendessen und nicht wirklich überzeugenden Frühstück am Vortag, leider feststellen müssen, dass es auch hier noch eine Steigerung nach unten geben kann. Das Hotel läuft, wie einige andere davor auch, im Nebensaisonbetrieb, was ja in gewissem Rahmen kein Problem ist. Hier hat man allerdings als "Notbesetzung" offenbar die unfähigsten jungen Damen, die man vor Ort bekommen konnte, in Dienst gestellt. Das Frühstück ist nicht nur lieblos, man ist offenbar nicht einmal in der Lage, Orangensaft nachzufüllen, wenn dieser leer ist und der Apfelsaft schon etwas ungesund aussieht. Es macht den Eindruck, als würde das (morgens nicht vorhandene) Küchenpersonal abends alles vorbereiten und die morgens anwesenden Damen (übrigens in drei Tagen insgesamt 6 verschiedene, eine inkompetenter als die andere) schaffen es mit Mühe und Not, das Vorbereitete hinzustellen. Mehr aber auch nicht. Was alle ist, ist alle, nach Möglichkeit hält man sich sicherheitshalber auch außer Sicht der Gäste auf. Man muss dazu sagen, es handelt sich hier durchaus um ein hübsches, nicht ganz billiges Hotel, weshalb man der gesamten Kundschaft (überwiegend gediegene, ältere Herrschaften) auch die Unzufriedenheit ansieht. Beschweren kann man sich aber auch nicht, denn zum Checkout sind die Damen taktischer Weise ebenfalls nicht anwesend. Wir legen also, wie alle anderen auch, unsere Zimmerkarten des (leider) bereits bezahlten Zimmers auf den Tresen und fragen uns, ob es nicht sinnvoller wäre, das Hotel dann in der Nebensaison zu schließen, statt sich den Ruf zu verderben. Während der Fahrt liest mein Mann mal interessehalber die aktuellen Kritiken, die tatsächlich seit Beginn des Monats September gerade bezüglich des Frühstücks drastisch absinken. Bei der Hotelwahl Ende August waren die Kritiken nämlich noch durchaus gut. Naja, dafür war es wie immer nicht wirklich voll und man konnte Abstände gut in allen Lebenslagen einhalten. Zumal man in Schweden vielerorts schon merkt, dass gerade die ältere Bevölkerung sehr vorsichtig und auf Abstand bedacht ist. An Stelle von Frau Wiberg würde ich mir allerdings mal überlegen, ob ich für dieses Niveau in der Nebensaison meinen Namen bereitstellen wollen würde. Genug geschimpft, es sollte der einzige "Fehlgriff" bei den Hotels diesen Urlaub sein.
















































