Montag, 30. Oktober 2023

A Teaparty for Two: Eine Woche Boston, Cape Cod und Reykjavik

Getreu dem launigen Reim eines Vereinskollegen "Ob Norden, Süden, Westen, Osten, zu Hause ist es doch am Boston!" flatterte irgendwann im Sommer ein Angebot von Icelandair für Flüge ab Frankfurt nach Boston ins Haus. Die letzten beiden Jahre hatten wir ja Ende Oktober/ Anfang November jeweils ein paar sehr schöne Tage in Montreal/ Quebec und New York, also warum nicht dieses Jahr nach Boston. Nach Begutachtung der sogenannten Angebote stellte sich heraus, so wirklich günstig sind die Flüge ab Frankfurt nicht. Das hinderte mich dann allerdings nicht daran, das Übliche zu tun, wenn mir Frankfurt zu teuer erscheint. Siehe da, die Flüge ab Amsterdam sind - ganz ohne Angebot - wieder einmal 300 € günstiger als ab Frankfurt. Also zuckt der Buchungfsinger wieder einmal mehr und nur fünf Wochen nach unserer Rückkehr aus Kanada finden wir uns auf wundersame Art und Weise schon wieder am Flughafen Amsterdam ein. Für eine Woche nur mit ganz leichtem Gepäck (der Reiseelch war noch nicht ganz wach):
Nach, wie so oft, gemütlicher knapp dreistündiger Fahrt und schnellem Check-in gibt es erstmal eine weniger spannende Kartoffelsuppe mit sehr leckerem, warmen Brot in der Aspire-Lounge, die sich kurz nach unserer Ankunft kräftig füllt. Macht nichts, wir haben ja noch Sitzplätze bekommen.
Am Gate zum pünktlichen und schnellen Boarding erwartet uns schon die ziemlich neue 737-8 MAX mit der Kennung TF-ICS, die erst seit 2022 für Icelandair fliegt, davor flog sie vier Jahre für Norwegian. Sie trägt passenderweise den Namen Fagradalsfjall nach dem kürzlich ausgebrochenen Vulkan, den wir 2021 besichtigt haben. Fun Fact: Es handelt sich um die Maschine rechts im Bild mit der blauen Heckflosse, links die rosafarbene Icelandair 737 MAX soll fünf Minuten früher starten. Ich hatte den Flug um 14:10 gebucht, da dieser oft auch mit einer 757 fliegt und ich der MAX nicht 100% vertraue, obwohl unsere Flüge damit bisher immer sehr angenehm waren. Nun gut, heute fliegen also zwei 737 MAX von Amsterdam nach Keflavík, hätten wir auch die frühere nehmen können. 
Kann man sogar mal außerhalb der Homebase einer Flugesellschaft eine Maschine aus der anderen fotografieren, die noch dazu beide dasselbe Ziel anfliegen.
Obwohl wir den späteren Flug gebucht haben, startet unsere Maschine überpünktlich und früher als die am Nachbargate. Standesgemäß (ob der Uhrzeit und dem langen Tag mit Ginger Ale statt Sekt) geht es also los Richtung Keflavík.
Ein paar interessante Wolken später gibt es auch schon eine kalte Mahlzeit.
Icelandair hat definitiv die besten warmen Brötchen mit original lavagesalzener Butter. Könnte ich mich schon alleine dran sattessen. Die Oliventapenade ist leider auch nicht zu verachten und so muss es noch ein weiteres Brötchen sein. Die kalte Aufschnittplatte ist auch nicht unlecker, insbesondere der Schimmelkäse mundet. Der Cheesecake mit Karamellsahne wird in der Karte zwar als "Creme Caramell" bezeichnet, schmeckt aber trotzdem. Gut, dass ich irgendwann herausgefunden habe, dass mich Reiseübelkeit meist nur mit zu leerem Magen ereilt, so fällt die Nahrungsaufnahme hier quasi in die Kategorie "Medizin".
Sicht ist bisher bis auf einen kurzen Blick auf die Westküste Schottlands nicht vorhanden, also nochmal ein Wolkenbild mit Triebwerk zwischendurch.
Danach wird verkündet, dass in Island heute der Winteranfang begangen wird. Wir ahnen schon, was kommt, letztes Jahr sind wir zum Winteranfang nach New York geflogen. Zum Winteranfang wird der Isländer besonders gut gemästet, daher gibt es jetzt noch eine Runde isländische Twisted Donuts mit heißer Schokolade. Letztere lehnen wir zwar dankend ab, dafür bekommen wir gleich zwei großzügige Donuts. Ich stelle mich darauf ein, beim Weiterflug zu platzen.
Der Anflug auf Island erfolgt heute südlicher als meistens sonst, und so verpassen wir die Südostküste und nähern uns erst am Unaussprechlichen der isländischen Südküste.
Dafür hat man dann heute mal von rechts einen Blick auf die Westmännerinseln, die man sonst nur von der linken Flugzeugseite aus sehen kann. Die Handykamera bringt dies allerdings doch sehr an ihre Grenzen.
Danach gibt es einen sehr schönen Anflug mit Blick auf die Südwestküste inklusive die frischen Lavafelder des Fagradalfjalls.
Grindavik, hier haben wir 2021 unsere ersten beiden Nächte auf Island verbracht.
Die Blaue Lagune darf bei der Sicht natürlich auch nicht fehlen.

Spalten, überall Spalten.
Der Anflug bietet Gelegenheit zu einer ausgiebigen Studie der bemoosten Lavafelder,
bevor wir bei bestem isländischen (fast noch Sommer-)Wetter mit kuschligen 8 Grad und Sonnenschein erstaunlich sanft und winstill landen.
Wir stehen zwar direkt am Gate, müssen (oder dürfen) aber durch die frische Luft statt über eine Gangway ins Terminal. Also gibt es doch noch eine Gelegenheit für ein Flugzeugfoto.
Da wir gut 30 Minuten vor offizieller Ankunftszeit gelandet sind, gönnen wir uns einen kurzen Boxenstop in der Lounge und dort ein leckeres Pistazien-Macaron. Schließlich wird mir nur mit leerem Magen schlecht. Danach begeben wir uns zügig und vor den Massen durch die Ausreisekontrolle. Danach ziehen wir unsere Kreise durch den D-Gatebereich, wo es keine Lounge aber diverse Fressbuden und Souvenirshops gibt, und verfolgen mit Staunen, wieviele Menschen sich hier nach und nach sammeln. Wir machen die 10.000 Schritte auf der Uhr aus purer Langeweile voll und starten nebenher einen Preisvergleich zwischen Brennivin und Floki-Whiskey in den beiden Dutyfree-Shops. Tatsächlich ist einer der beiden günstiger und hat noch dazu die größere Auswahl. 
Verrückt. 
Für ein suboptimales Foto unserer nächsten Maschine, der Boeing 767-300 mit 23 jähriger, höchst bewegter Vergangenheit bei diversen Airlines wie "Santa Barbara Airlines" oder "Kenya Airlines", ist natürlich auch noch Zeit.
Auch hier ist das Boarding zügig und der Abflug pünktlich. Nach vier gibt es auch einen Begrüßungssekt an Bord. Natürlich mit ein paar leckeren Macarons gegen den kleinen Hunger. Die Kombi erscheint uns doch etwas Sobrennen-verdächtig und so heben wir die Macarons lieber mal für später auf.
Fast hätte ich darüber mein Lieblingsflugzeug, die Hekla Aurora verpasst. Für ein unscharfes Erinnerungsfoto reicht es gerade so.
Mit einem wunderschönen Sonnenuntergang verabschieden wir uns vorerst wieder von Island, auch wenn die Wettervorhersage im direkten Vergleich Boston - Reykjavík suggeriert, dass der Aufenthalt auf Island möglicherweise die bessere Entscheidung wäre.

Neben uns zweigt eine weitere Icelandair-Maschine in Richtung Norden ab, das Internet ist allerdings zu schlecht, um genaueres über Flightradar live herauszufinden.
Kurz darauf gibt es auch schon wieder Abendessen. Diesmal was Warmes, hatten wir schon seit einigen Stunden nicht mehr. Tatsächlich gibt es sogar isländisches Kulturgut in semi-fester Form, das ich sowieso schon immer Mal probieren wollte: Plokkfiskur, ein isländischer Fischeintopf, der überwiegend aus Mehlschwitze, gekochtem Fisch und Kartoffeln besteht. Klingt nicht lecker, sieht auch in keinster Weise so aus aber schmeckt, wie wir später herausfinden werden, ziemlich gut. So boykottiert Icelandair jedenfalls effizient meinen Vorsatz, heute garantiert nichts mehr zu essen.
Zunächst gibt es aber flüssiges, isländisches Kulturgut und wir geben uns mit nur einer Portion Käsecrackern zum Teilen zufrieden.
Plokkfiskur. Nicht schön, aber lecker.
Natürlich gibt es auch noch leckeres warmes Brot mit gesalzener Butter dazu und die Jakobsmuschel kann man ja auch nicht verkommen lassen. Die Zitronentarte hebe ich mir für später auf. Dieser Vorsatz hält genau so lange, bis der Gatte sie probiert und für lecker befunden hat. Ich probiere ebenfalls und schwupps ist das leckere Teilchen mit Keksboden auch schon weg. Wer kann schon knusprigem Keksboden widerstehen. Danach erstmal ein Verdauungsschläfchen. Zum Glück verschlafe ich die Melone mit Schinken und Oliven, auch der Gatte ist tatsächlich mal zu satt, und so habe ich kein weiteres Essensfoto für Euch. Auch den Winter-Donut mit heißer Schokolade lehnen wir dankend ab. Wir hatten ja schon zwei. Danch erleben wir den nächsten und dieses Mal für heute endgültigen Sonnenuntergang auf der Höhe der Bay of Fundy. Hinten im Foto müsste der "Chocolate River" bei Moncton sein.
Danach erreichen wir ohne essenstechnischen Zwischenfälle das Bostoner Umland bei Nacht. (Es ist genaugenommen 18:30, und auch hier sind wir wieder 20 Minuten vor der Zeit und vor allem vor den meisten anderen Maschinen, die viel Betrieb an der Einreise verursachen würden.)

Nach einer ziemlich schnellen und kräftigen Landung sieht man, hier wird gerade gelandet wie am Schnürchen.
Die Einreiseschlange hält sich in Grenzen, und so sind wir nach etwa dreißig Minuten und zwei unspektakulären Fragen nach dem Grund für unsere Reise und nach eingeführten Lebensmitteln (ja haben wir uns heute einige oral eingeführt, aber das verkneifen wir uns zu sagen) sind wir eingereist.
Nach einer durchaus interessanten U-Bahn Fahrt in interessant kostümierter Gesellschaft (Halloween ist nahe) erreichen wir gegen 20:30 unser Hotel, nur um zu erfahren, dass DAS wohl das einzige am heutigen Tag ist, was nicht reibungslos funktioniert: Tatsächlich ist unser Zimmer um 20:30 noch nicht bezugsfertig und man bietet uns "großzügig" zwei Freigetränke an der Bar als Kompensation an. Nachdem wir diese (links ein IPA, rechts ein "Oktoberfest Seasonal Brew", beide gut trinkbar aber nicht als Besänftigung ausreichend) für eine interfamiliäre Krisensitzung genutzt haben, 
... geht der Gatte zurück zur Rezeption und diskutiert immerhin einen Erlass auf unsere Zimmerrate aus. Mal sehen, ob man es schafft, diese vom bereits bezahlten Zimmer zurück zu erstatten. Gegen 21:45 ist dann endlich unser Zimmer bezugsfertig. Immerhin, es ist ausreichend groß (der Buchung entsprechend) und sauber.
Nach einer Dusche fallen wir ins Bett.

Freitag, 6. Oktober 2023

Fazit und Ausblick

 ...langweiliger Titel, ich weiss.
Dennoch möchte ich noch ein paar Punkte zusammenfassen, die für den geneigten Leser von Interesse sein könnten und dennoch meine ganz persönliche Meinung widerspiegeln:

Flüge
KLM von Amsterdam nach Vancouver und zurück.
 
 
Bei KLM waren wir, genau wie 2014, mit dem Service hochzufrieden, herzlich, humorvoll, und noch dazu fanden wir das Essen im internationalen Vergleich sehr gut. Die Sitze (in der Bestuhlung 2-2-2) in der 777 waren, bis auf das sehr enge, leicht schräge "Fußfach" extrem bequem.
Schiphol als Airport fanden wir wie immer extrem entspannt und angenehm. Tatsächlich sind wir in diesem Urlaub von meinen beiden Lieblings-Airports geflogen: Vancouver und Amsterdam haben es beide geschafft, einen individuellen Charme zu haben und die Stadt und Umgebung, in der man sich befindet, auch am Flughafen zu repräsentieren. Ich mag sowas.
Die Lounges waren beide sehr modern (KLM Crown Lounge und Sky Team Lounge), insbesondere in Vancouver fanden wir die Essensauswahl am Nachmittag sehr gut. Interessant fand ich hier das offene Konzept, quasi auf einem Balkon über dem Abflugbereich. Lounges waren beide recht voll, aber nicht überfüllt.

Mietwagen
Gebucht über Billiger Mietwagen und Alamo mit Vollkasko ohne Selbstbeteiligung.
Mietwagenkategorie: FJAR, Jeep Wrangler unlimited 4WD (o.ä.). Preislich lag er zum Buchungszeitraum für drei Wochen gleichauf mit dem Fullsize SUV, also konnten wir uns die Option nicht entgehen lassen. Eigentlich sollte der Wrangler bei der Buchung eine sichere Bank sein, aber wie Ihr Euch vielleicht erinnert, hat das Mietwagenorakel schon im Voraus von einem Dodge RAM gesprochen, und so kam es auch. (Wenn ich so drüber nachdenke, habe ich eigentlich in den letzten Jahren nie die gebuchte Kategorie, sondern immer ein Upgrade erhalten, meist mit "Ansage" meinerseits. Es bleibt also spannend, was die Zunkunft so bringt.)
Jetzt zum Auto an sich: 
Ein für einen Mietwagen brandneuer Dodge RAM 1500 5,7 l V8 HEMI in (zugegebenermaßen gar nicht so üblem) Rot mit nur 4.400 km auf der Uhr:
 
Technische Daten (soweit ich sie ohne Gewähr finden konnte):
400 PS 
 
8 Gang Automatikgetriebe mit Allradantrieb (zuschaltbar 4x4), das ein sehr angenehmes Schaltverhalten hatte und sogar bergab mit ordentlicher Motorbremse fuhr. Zusätzlich konnte man manuell am Lenkrad schalten, die Lage der Knöpfe war aber etwas ungünstig, wenn man bei steilen Kurven bergab runterschalten wollte. Da bevorzuge ich Schaltwippen.
 
6 m lang, 2 m breit und angeblich 1,97 m hoch, passte daher gerade so in alle Tiefgaragen mit 1,98 max.
15 m Wendekreis, ließ sich überall, wo wir waren, problemlos einparken und wenden.
Das Gewicht variiert in den Angaben mit der Ausstattung, 2,5 t dürften es vermutlich etwa gewesen sein.
 
Die Angaben zum Verbrauch schwanken je nach Quelle zwischen 12 und 15 l /100 km, ich habe ihn am Ende laut Bordcomputer 3 Wochen überwiegend über Land mit 11,9 l/100 km gefahren. Im Stadtverkehr lag er auch schonmal zwischen 12 und 13 l, auf Langstrecke über Land ging er bis 9,2 l runter. Von daher lag er beim Verbrauch auch nicht höher als der Wrangler letztes Jahr in Neufundland. 
 
Die Wattiefe ist in den Literaturwerten mit um die 70 cm angegeben. Schade, dass wir beim besten Willen keine Furten finden konnten.

Vom Fahrkomfort her hat uns der RAM sehr gut gefallen. Die Straßenlage ist trotz seiner Höhe extrem gut, und er ist angenehm zu fahren. Normalerweise kann man ihn in Kanada gemütlich und spritsparend fahren. Wenn man die 400 PS mal zum Beschleunigen benötigt, war da durchaus ordentlich Schub dahinter. Die Federung war insbesondere bei Fahrten auf Asphalt deutlich angenehmer als beim ursprünglich gebuchten Wrangler, der doch bei jeder Bodenwelle ziemlich lange nachwippt. Auch im Gelände war der RAM sehr gut händelbar, der zuschaltbare 4x4 tat sein Übriges. Ob wir auf der Strecke mir den furchtbar vielen Schlaglöchern mit dem Wrangler besser bedient gewesen wäre, ist fraglich. Definitiv hat der RAM nicht enttäuscht, ich würde ihn jederzeit wieder nehmen, insbesondere den HEMI, der aufgrund einer elektrischen Unterstützung im Motor tatsächlich sehr humane Verbrauchswerte hat.
Einzig die Innenausstattung, insbesondere das Bordentertainment, war etwas dürftig. Man konnte die Handys via Bluetooth zum Telefonieren und Musik abspielen koppeln, mehr war nicht drin. Navigieren musste man mit dem Handy. Wundert mich, dass das bei einem doch so hochklassigen Auto nicht standardmäßig drin ist.
Das Gepäck ließ sich problemlos im hinteren Abteil verstauen. Die Sitze konnte man hochklappen und stattdessen eine gerade Ladefläche ausklappen. Dort passten problemlos unsere zwei großen Koffer plus der Duffelbag mit der Wanderausrüstung und Schuhen drauf, zusätzlich noch zwei Rucksäcke und allerlei Krempel. Unsere Wasservorräten konnte man darunter in "Geheimfächern" verstauen, in die auch allerlei anderes gepasst hätte. Schuhe zum Wechseln passten noch dazu in den hinteren Fußraum unter die Sitze. All das blieb noch unter der Fensterkante, so dass der Wagen nie offensichtlich voll Gepäck war. Fand ich letztendlicih sogar angenehmer als bei einem SUV ohne Gepäckabdeckung im Kofferraum. Eine Abdeckung für die Ladefläche wäre natürlich ein Traum gewesen, ist aber bei Mietwagen in der Regel nicht vorhanden. Einziger Nachteil hier ist, dass man beim Beladen die Türen öffnen muss, was man bei engen Parklücken beim Aus- und Einladen berücksichtigen muss bzw. gegebenenfalls dann erst rausfahren muss. Stellte für uns aber kein Problem auf dieser Tour dar.
Fazit: Ich würde jederzeit wieder einen RAM nehmen, wenn es sich ergibt.

Route / Waldbrände
Wider Erwarten konnten wir unsere geplante Route trotz der Waldbrände fahren. Die Brände hatten sich zwischenzeitlich alle so abgeschwächt, dass sie uns kaum noch beeinflusst haben. Selbst die Rauchbelastung in der Luft, die wir an drei bis vier Tagen hatten, war zum Glück nicht einschränkend. Mehr als etwas verringerte Sicht und leichten Rauchgeruch hatten wir zum Glück nie. 
Die Route an sich war perfekt für uns, eine Mischung aus Fahrtagen und längeren Aufenthalten mit Wandermöglichkeiten. Das Ganze zu planen, war natürlich auch einfacher, wenn man die Gegend schon kennt und genau weiß, was man noch sehen will und wie die Entfernungsverhältnisse sind. Auch wenn die Tour unter dem Motto "Was wir noch sehen wollten" stand, haben wir noch ausreichend Punkte für eine weitere British Colummbia Tour (insbesondere mit Wandern auf und um Vancouver Island und der Sunshine Coast) übrig gelassen. 

Unterkünfte
Obwohl wir üblicherweise eher "anonyme" Hotels bevorzugen, da wir nicht unbedingt das Bedürfnis nach zu viel persönlchem Kontakt bei der Unterkunft haben, waren die beiden B&Bs (Eagle Rock in Chemainous und Nestledown in Halfmoon Bay) absolute Glücksgriffe. Sicherlich lag das zum einen an den sehr sympatischen  aber nicht aufdringlichen Gastgebern in beiden Unterkünften als auch an den sehr sympathischen Dänen, die das andere Zimmer im Eagle Rock B&B bewohnten und mit denen wir uns wunderbar verstanden haben. 

Das Nestledown B&B hingegen hatte den großen Vorteil, dass es vollkommen egal war, wer das andere Zimmer bewohnte, die Wohneinheiten waren getrennt, und das Frühstück wurde zur Wohnung gebracht.


Die Hotels waren ansonsten Standard, keine absoluten Highlights oder Lowlights, wir kennen schließlich unsere Ansprüche und wissen halbwegs, was wir buchen. Die Gegend war jetzt auch nicht so abgelegen, dass wir irgendwelche Abstriche bei den Unterkünften in Kauf hätten nehmen müssen.
Das Walnut Beach Ressort in Osoyoos war ein Highlight für eine Nacht, mit noch dazu hervorragendem Hotelrestaurant bei schöner Aussicht.
Erfreulich ist die sinkende Teppichquote in den Unterkünften.

Restaurants
Klare All-Time-Highlights waren natürlich wieder Sachi Sushi in Whistler und Miku in Vancouver. Wenn man frischesten Fisch als Sushi oder sonstwie asiatisch zubereitet mag, einfach eine klare Empfehlung.
Das Hob&Hog in Clearwater ist eine klare Empfehlung für Deftiges vom Grill, die Bierauswahl dazu war uns ganz klar zu fruchtig und "unmännlich" zu Grillfleisch.
Das absolute unerwartete Highlight war das Brauhaus in Chemainous mit hervorragenden Pizzen und auch ansonsten durch die Bank weg guter Speise- und Getränkekarte.
Auch noch sehr positiv in Erinnerung geblieben ist das Tap 22 in Sechelt an der Sunshine Coast.
 
Im Vergleich zu früher absolut enttäuschend war das nicht mehr Umberto gehörige Il Caminetto in Whistler. Ansonsten waren keine Totalausfälle dabei, alle Restaurants haben die Erwartungen auf dem jeweiligen Niveau erfüllt.

Fotografie / Kameraausrüstung: 
Nikon D780 mit 
- Nikon AF-S 16 - 35 mm Weitwinkel
- Tamron 150 - 600 mm Tele
Transportiert in einem Rollei Fotoliner Ocean L, in den endlich die gesamte Ausrüstung inklusive Tele und Tablet bei hervorragendem Tragekomfort passt.

Zusätzlich wird seit diesem Urlaub mit dem Samsung Galaxy S21FE fotografiert.

Insgesamt habe ich etwa 1600 Bilder gemacht, von denen es vermutlich knapp ein Drittel in den Reisebericht geschafft hat. 

Ausblick
Schon Ende des Monats geht es hier weiter mit einem Kurztrip nach Boston mit Zwischenstopp in Reykjavik auf dem Rückweg. Wir haben da noch ein Abendessen bei Kol nachzuholen.

Dienstag, 3. Oktober 2023

Music ***Nerd-Warnung***

Den musikalisch Interessierten unter Euch ist vielleicht aufgefallen, dass ich es mir mal wieder nicht verkneifen konnte, (fast) alle Berichtsteile mit Musiktiteln zu versehen. Hier folgt die Erläuterungen zu den einzelnen Titeln, bewusst am Schluss des Berichts (aber noch vor dem Fazit, da muss ich noch ein wenig mehr Hirnschmalz investieren und dann kann ich das der Einfachheit halber "Fazit" nennen und muss keinen Songtitel mehr finden), weil er vermutlich nicht jeden interessiert. Geplant hatt ich es diesmal nicht, es hat sich irgendwie im Berichtsverlauf so ergeben. Hat zumindest mir aber wieder Spaß gemacht.

Tag 1: "You've lost that loving feeling" - lief nach dem mindestens zweiten Bier in der Sportsbar. So viel schlechter, wie der Burger im Vergleich zu letztem Jahr im Mai war, erschien mir der Titel passend.

Tag 2: "Love the way you fly" - war der einzige verhunzte Liedtitel im Berichtsverlauf. Original wäre es "Love the way you lie" von Eminem featuring Rhianna. An dieser Stelle wollte ich einfach meine Begeisterung für den gelungenen Flug und den hervorragenden Service von KLM kundtun.

Tag 3/ Teil 1: "The Insider" - zu Ehren unserer neuen Freunde, die uns an ihrem Insider-Wissen über die Umgebung von Victoria teilhaben ließen, gab es einen Filmtitel.
Tag 3/ Teil 2: "The Irish Rover" - ich konnte es dann doch nicht auf mir sitzen lassen, Tag 3 ohne Musiktitel durchgehen zu lassen. Natürlich muss zum Besuch im Irish Pub auch Irish Folk im Titel stehen.

Tag 4: "Driftwood" - hatte ich an dem Tag als Ohrwurm. Schöne Schnulze (wie ich finde) von Travis, die vermutlich bekannter für "Why does it always rain on me" sind. Letzteren Titel musste ich zum Glück diesen Urlaub nirgends verwenden. Driftwood lag dafür an dem Tag ziemlich viel an den Stränden rum.

Tag 5: "Wild wild Life" - schließlich gab es hier reichlich Wildlife-Sichtungen. Reichte, um einen meiner Lieblingssongs der Talking Heads zu verwurschteln.

Tag 6: "The Rattlin Bog" - lustiger Irish Folk Song der ganz gut zu Regenwald und Vögeln passt, außerdem zu einem Baum, der auf einer Insel, in einem See, in einem Sumpf steht.

Tag 7: "Salt Spring" - zugegebenermaßen kenne ich den Song selber nicht, aber da wir auf Salt Spring Island waren, und ich mir zwischenzeitlich selbst zur Reiseberichts-Aufgabe gemacht hatte, für jeden Tag einen passenden Songtitel zu finden, wurde eben gegoogelt, ob es einen entsprechenden gibt. Ich muss ihn mir irgendwann mal anhören, traue mich aber nicht so richtig.

Tag 8: "Island in the Sun" - von Weezer, einer meiner liebsten, ein schöner, entspannter Urlaubssong mit schönem Wetter. Auch wenn man es gerne vergisst, wir befinden uns noch dazu auf einer (großen) Insel.

Tag 9: "South Ferry Road" - Fährtag und eine gute Gelegenheit, mal einen weniger bekannten Hooters-Song unters Volk zu bringen.

Tag 9: "Smuggler's Cove" - haben wir an dem Tag besucht, und ich habe tatsächlich diverse, mir alle absolut nicht bekannte Songs mit eben diesem Titel (in unterschiedlicher Schreibweise) gefunden. Gleiches Problem wie Tag 7, habe es noch nicht gewagt, einen davon anzuhören.

Tag 10: "Skeet Surfing" - kam mir irgendwie in den Sinn, als ich die verrückten Kayakfahrer in den Narrows beobachtet habe. Eigentlich geht es, wie der Titel schon sagt, um Tontaubenschießen vom Surfbrett aus. Ist ja auch vollkommen verrückt. Noch dazu gibt es hier einige herrliche Fun-Facts, die nicht unerwähnt bleiben dürfen: Das Lied stammt aus dem überaus amüsanten Film "Top Secret" von 1984, in dem Val Kilmer (in seiner Debütrolle) einen amerikanischen Popstar spielt, der in die DDR reist, um seine Single "Skeet Surfing" zu promoten. Das Ganze mutiert dann zu einer schrägen Agentenkomödie, was nicht verwunderlich ist, da es - ebenso wie "Die Nackte Kanone" - aus der Feder des Trios "Zucker, Abrahams, Zucker" stammt. Geschrieben wurde der Titel "Skeet Surfing" im Übrigen von Brian Wilson und Mike Love (zweier Mitbegründer der Beach Boys, was man dem Titel auch absolut anhört) sowie Chuck Berry. Es handelt sich hier also um durchaus hochwertigen Rock and Roll, und ich konnte Euch diesen Berg an vollkommen sinnlosem Wissen absolut nicht vorenthalten.

Tag 11: "Sugar Coatet Iceberg" - schönes, eingängiges Lied von den Lightning Seeds, passend zu einem tollen Urlaubstag mit Walsichtungen. Der Ohrwurm wurde dann ausgelöst durch den Konsum einer "Ice Cap" von Tim Hortons.

Tag 12: "Runaway Train" - bekannter Hit von Soul Asylum aus den Neunzigern. Passenderweise hieß ein Abschnitt des Wanderweges am Train Wreck Trail ebenso und hat es mir leicht gemacht.

Tag 13: "Hymn" - von Barclay James Harvest wurde ja schon im Reisebericht erklärt, Valley Deep and Mountain so high...
 
Tag 14: "Drive" - von REM, passend zum Fahrtag.

Tag 15: "Walking on the Water" - wie auch schon an entsprechender Stelle im Blog erläutert, von Creedence Clearwater Revival, Walking on the Water war eine passende Beschreibung des Tages mit vielen tollen Wasserfällen, und wir waren in Clearwater. Grund genug.

Tag 16: "Will ye go, Lassie go" - in meinem Kopf erschien der Irish Folk Song, in dem es um Liebe und Wildkräuter geht, genau passend für eine Wanderung, die durch (im Herbst nicht mehr ganz so blühende) Bergwiesen führt.
 
Tag 17: "Drive" - heute habe ich allerdings die Version von "The Cars" im Kopf. Diese läuft sowieso ständig in dem mangels Möglichkeit, das Handy mit dem Auto zu verbinden, ausgewählten 80er Satellitensender "80s on 8" und passt zu entspanntem durch die Gegend Fahren an einem Tag, an dem nicht viel passiert ist.

Tag 18: "Jump" - von ACDC zu Ehren der Smokejumper in Winthrop.

Tag 19: "Cascades" - irgendwo in den Tiefen der Spotify-Suche findet sich der Form halber auch ein Song mit dem Titel "Cascades". Ebenfalls noch nicht gehört.

Tag 20: "Baker Man" - bekanntes Stück für gleichnamigen bekannten Berg.

Tag 21: "Bycicle Race" - endlich ein passender Queen Titel. Wer das zugehörige Musikvideo kennt: Nein, wir sind nicht nackt gefahren.

Tag 22: "Back in Time" - wie all die Male zuvor, zuerst am Kreuzfahrtterminal rumgelungert, dann nach Granville Island gefahren und am Ende mit Freunden in Erinnerungen geschwelgt. Reicht als Erklärung.

Tag 23: "Traum von Amsterdam" (...der die Hoffnung nahm) - entgegen aller Hoffnungen hat auch dieser Urlaub wieder einmal (zu schnell) geendet. Außerdem schulde ich noch jemandem einen Ohrwurm ;-)

Wer bis hierhin durchgehalten hat, ohne vollkommen den Verstand zu verlieren, bekommt zur Belohnung noch die Info, dass dieser Berichtsteil natürlich den Titel "Music" von John Miles trägt. Was gäbe es passenderes.


Traum von Amsterdam

... und dann ist es wieder so weit. Mal eben sind drei Wochen Urlaub vorbei. Das Wetter soll sich heute im Laufe des Tages zum Rausschmeißer entwickeln, die Laune (zumindest meine) ist heute auch ziemlich im Keller. Noch ein letztes Frühstück bei Tim Hortons, tatsächlich habe ich dieses Jahr während des ganzen Urlaubs keine schönen Thermosbecher bei Tim Hortons gefunden. Schade, auch hier gibt es wieder keine.
Wir gehen nochmal eine Runde Schiffe gucken, das hebt aber die Stimmung auch nicht wirklich bei dem grauen Wetter.
Dennoch wollte ich mir die Fridtjof Nansen der Hurtigruten nicht entgehen lassen. Wenn sich mal eine Hurtigruten nach Vancouver verirrt, muss ich mir das ja angucken. Außerdem handelt es sich hierbei um das neuste Schiff der Hurtigruten Flotte. Es hat immerhin Polarklasse 6 und laut Webseite einige interessante "Features für Expeditionsreisen" wie Unterwasserdrohnen und Kayaks an Bord. Sieht jedenfalls interessant aus.
Der Vollständigkeit halber wird auch noch das dritte Schiff abgelichtet, eindeutig das größte heute.
Danach checken wir aus und fahren noch mit dem RAM ein paar Strände in Kitsilano ab, auch wenn heute kein wirkliches Strandwetter mehr ist. Jericho Beach kostet Parkgebühren und sieht bei dem Wetter nicht gerade einladend aus. Wir belassen es bei ein paar Fotos und fahren weiter.

Guckt auch nicht gerade einladend.

 
Locarno Beach bietet kostenloses Parken und nochmal einen ganz schönen Blick nach Vancouver. Ich packe sogar nochmal die Kamera aus, langsam wird meine Laune auch wieder etwas besser.
Die andere Richtung sieht auch noch ganz hübsch aus. Leider verhält sich das Wetter derweil umgekehrt proportional zu meiner Laune und verschlechtert sich kontinuierlich. Nach den beiden Fotos fängt es an, leicht zu regnen, und wir brechen unseren Strandspaziergang ab, da wir keine Lust auf nasse Klamotten am Flughafen oder im Koffer haben.
In der Näher der University of British Columbia gäbe es noch ein paar nette Parks, Strände und Spaziermöglichkeiten, inzwischen hat sich das Wetter allerdings zum echten Rausschmeißer entwickelt, und es schüttet wie aus Eimern. Wir nehmen den Wink zur Kenntnis und begeben uns bereits gegen Mittag zum Flughafen. Leider ist hier der traurige Moment gekommen, wo wir uns auch von unserem schönen, großen RAM verabschieden müssen, vorher wird er aber natürlich nochmal vollgetankt. Auch an ein abschließendes Foto des Kilometerstands und der Verbrauchsanzeige denke ich diesmal immerhin (das Thermometer sagt im Übrigen, es ist ziemlich frisch geworden im Vergleich zu den letzten Tagen):
Wir sind am Ende 3.222 Kilometer gefahren und hatten in der gesamten Zeit einen Durchschnittsverbrauch von 11,9 Litern. Da wir mit einem Verbrauch von 12 bis 15 Litern gerechnet haben, war das kein schlechter Schnitt. Nach den Tagen mit langen Überlandfahrten stand die Verbrauchsanzeige sogar bei 9,2 Litern, der Stadtverkehr die letzten Tage hat es dann halt doch noch ein wenig versaut. Mehr zu unseren Mietwagenerfahrungen und der Fahrstrecke kommt dann im Fazit. Die Rückgabe verläuft ansonsten wie immer kurz und so schmerzlos, wie man sich von einem so tollen Auto eben trennen kann.
Jetzt stehen wir also fast fünf Stunden vor Abflug am Flughafen, und nicht einmal die Gepäckaufgabe für unseren Flug hat geöffnet. Was bleibt mir also anderes, als mit jetzt endlich noch eine Thermostasse zu kaufen. Wie könnte ich meiner Lieblingsfarbe mit Buckelwalen widerstehen. Einen Kolibri-Anhänger für den Bogenköcher (ich erwerbe seit einigen Jahren auf meinen Reisen Schlüsselanhänger, mit denen ich meinen Köcher dekoriere) gibt es noch unbebildert obendrauf.
Noch etwas Schokolade für die blumengießende Nachbarin besorgt, und kurz darauf öffnet dann auch der Check-in, der wie üblich schnell und reibungslos abläuft. Sicherheitskontrolle geht ebenfalls flott, und so gönnen wir uns noch einen Rundgang durch den Flughafen, bevor wir uns in die Lounge begeben. Hier gibt es noch einiges Schönes zu sehen, auch wenn ich weniger Fotos davon gemacht habe, als ich dachte. Immerhin, das tolle bunte Aquarium ist dokumentiert.
Irgendwas, was aussieht wie ein Köcher mit Sardinen, hat es auch noch auf ein Foto geschafft.
Danach geht es bis zum Abflug in die recht neue Sky-Team Lounge. Auf dem Weg zur Toilette finde ich eine Galerie der Airline-Logos, die hier Zugang haben. Hübsche Idee.
Die Essensauswahl hier ist recht ansprechend, es gibt neben einem Buffet mehrere Gerichte, die man sich frisch zubereiten lassen kann. Wir entscheiden uns für eine asiatische Nudelsuppe mit Schwein- und Garnelen-Klößchen, auf Wunsch leicht scharf. Schmeckt uns sehr gut, zumindest nachdem sie eine Temperatur angenommen hat, an der wir uns nicht mehr den Mund verbrennen.
Zum Nachtisch gibt es noch je ein Stückchen Schokoladen- und Karottenkuchen, beide überzeugen ebenfalls.
Danach verbringen wir die restliche Zeit mit Fotos bearbeiten, bloggen und lesen, schließlich bin ich dieses Mal tatsächlich rekordverdächtig mit meinem Reisebericht hinterher. Daran soll sich allerdings auch durch die zwei Stunden Lounge-Aufenthalt nichts mehr ändern. Die angegebene Boardingzeit ignorieren wir mal geflissentlich, unsere Maschine ist gerade erst vor wenigen Minuten mit etwa 30 Minuten Verspätung gelandet, und wir können von hier aus sehen, dass die ankommenden Passagiere gerade erst aussteigen. So lange warten wir zumindest noch in unseren bequemen Sesseln in der Lounge ab, bevor wir uns gemütlich zum Gate begeben, wo sich das Boarding laut Ansage noch um weitere 20 Minuten verzögern wird. Im Vergleich zur deutlich teureren deutschen Qualitätsairline sind wir allerdings beim fliegenden Holländer heute noch sehr gut in der Zeit, die beiden Maschinen nach München und Frankfurt haben jeweils gut zwei Stunden Verspätung.
Ich nutze die Zeit, unsere Boenig 777 zu fotografieren, die Kennung ist mir aufgrund des zeitlichen Abstands zum Verfassen des Berichts irgendwie entfallen.

Ich hab ja Zeit, also wird auch noch die Lufthansa 747 mit ebenfalls nicht dokumentierter Kennung fotografiert.
Mit etwa 40 Minuten Verspätung besteigen wir unsere Maschine und tauschen erstmal einen unserer Plätze mit einem Paar hinter uns. Wir hatten zwei Fensterplätze hintereinander mit Einzelsitzen am Fenster gebucht, allerdings muss es in den letzten Tagen von uns unbemerkt ein Equipment Change gegeben haben, und plötzlich hatte jeder von uns einen Fensterplatz mit fremdem Nachbarn. Der Gatte hat es zu allem Überfluss beim Check-in nicht nochmal überprüft, da hätte man vielleicht noch was ändern konnen. Das war ein Grund für meine schlechte Laune heute morgen, wenn man sich als Reiseleitung mal nicht um alles selbst kümmert... 
Zum  Glück hat das von uns betauschte Paar das gleiche Problem mit ihren beiden Gangplätzen und ist sehr dankbar für unseren Vorschlag zu tauschen. So mussten wir nichtmal argumentieren, dass neben uns sowieso keiner sitzen wollen würde, schon gar nicht bei einem Nachtflug, da der Gatte schnarcht und ich mit Begeisterung mehrfach die Bordtoilette besuche, was bei Zweier-Bestuhlung vom Fensterplatz aus immer mit Kletterei verbunden ist. Apropos Bordtoilette, KLM hat selbige heute sogar mit Tulpen dekoriert. 
Hübsch. 
Bei deutschen Airlines gibt es vergleichbares höchstens in der First.
Das Amenity Kit für den Nachtflug ist in dunkelblau gehalten und so haben wir sogar zwei unterschiedlich farbige von Hin- und Rückflug.
Ich bin ja extrem empfänglich für solches "Corporate Identity"-Gedöns und KLM beherrscht das tatsächlich ähnlich gut wie Icelandair. Noch dazu ebenfalls zu relativ zivilen Preisen. Da können sich viele Airlines eine Scheibe abschneiden. Auch das Personal ist auf dem Rückflug nicht minder freundlich und engagiert wie auf dem Hinflug. Wir fühlen uns jetzt schon wohl, obwohl der Flug natürlich in die "falsche" Richtung, nach Hause, geht. Corona scheint hier auch vollkommen erledigt zu sein, es gibt sogar wieder - genau wie schon auf dem Hinflug - einen Pre-Departure Drink. Undokumentiert, aber im Kristallgläschen.
 
Ein etwas  feuchter Blick zur Startbahn 08R bei der Anfahrt, während der Pilot verkündet, er habe extra viel Sprit getankt, um die Verspätung wieder rauszuholen (Spoiler: es ist ihm gelungen). Das kostet uns ein paar Klima-Karmapunkte, aber die sind dank unserer Reisen vermutlich sowieso im Keller.
Wir starten mit schönem Blick über den Flughafen bis nach Downtown, die Wolkendecke hängt zum Glück nicht zu tief.

Danach geht es über Burnaby Richtung Nordosten...
... und wie auf dem Hinflug über Port Moody und Coquitlam und über den Indian Arm.
Ein bisschen Sonnenuntergangsfeeling gibt es auch noch dazu.

Danach wird Abendessen serviert, und wir durchstoßen derweil erstaunliche vier Wolkenschichten nacheinander. Auch wenn ich mich nicht daran erinnere, habe ich offensichtlich auch dieses Mal die Speisekarte dokumentiert.
Wir entscheiden uns beide dieses Mal nur für die Quick&Light Option mit sehr leckerer Tomatensuppe, Garnele mit Aioli und Salat.
Diesmal lasse ich auch den Nachtisch nicht aus, dieser wäre auch tatsächlich ein großer Verlust, hätte ich ihn mir entgehen lassen.
Danach schlafen wir auf den sehr bequemen Sitzen (nur die "Fußhöhle" ist hier extrem eng und in ungünstigem Winkel) fast fünf Stunden durch. Der Gatte bekommt Frühstück und vergisst es natürlich wie so oft zu fotografieren. Er hatte das French Toast und es war wohl sehr lecker und reichlich sagt er. Ich bevorzuge, Schlaf zu maximieren, und wache erst bei der Durchsage zur Landung in 30 Minuten auf. Ich eiere noch schnell in die Galley und besorge mir einen Kaffee. Der Gatte hat mir aufgrund seines reichhaltigen Frühstücks sein nicht unbedingt von ihm bevorzugtes Bircher Müsli aufbewahrt, so habe ich jetzt auch noch ein kleines Frühstück, was für mich vollkommen ausreichend ist.
Halbwegs erfrischt reisen wir zügig in die EU ein, nur um dann ewig auf unsere Koffer zu warten. Man hat sich heute mal entschieden, das Priority-Gepäck als letztes zu entladen. 
Witzig.
Zum Glück haben wir außer der Heimfahrt nichts mehr vor, der Parkplatz ist auch ausreichend lange reserviert. Auto, Friedbert und Opa-Bärchen sind wohlauf und so fahren wir entspannt nach Hause, wo ich tatsächlich noch bis 19:30 schaffe wachzubleiben, bis ich auf dem Sofa sanft wegschlummere und nur kurz aufwache, um dem Gatten wirre Dinge von weichgekochten Eiern zu erzählen. Danach gehe ich lieber Mal ins Bett und hülle mich in Schweigen.
 
Fazit der Reise und Ausblick folgen hoffentlich zeitnah.