Auch heute begeben wir uns wieder wie gewohnt kurz nach acht zum Frühstück und wundern uns über die ungewohnt vielen deutschen Gäste. Wir vermuten einen Zusammenhang mit der heute abgehenden Fähre nach Kiel. Wir lassen uns nicht weiter stören, und ich gönne mir heute mal etwas von dem ausgesprochen knusprigen Speck zu den Pfannkuchen.
Der Gatte lässt sich derweil ein Omelette nach Wunsch braten.Für mich gibt es wieder mein geliebtes "Urlaubsbrot Deluxe".
Der hausinterne Müsli-Kontest nimmt langsam Fahrt auf, nachdem wir uns mit den kleinen Schüsseln arrangiert haben.
Ein bisschen Gebäck passt auch noch rein, es ist schließlich kalt draußen, und wir brauchen jede Kalorie, die wir kriegen können.
Heute fahren wir mit der U-Bahn-Linie 1 bis zur Endhaltestelle. Die Strecke führt am Homenkollen und dem zugehörigen Ski- und Rodelgebiet vorbei. Dementsprechend voll ist dank Winterferien die Bahn, in der heute ähnlich viele Skifahrer unterwegs sind, wie man es sonst in Seilbahnen in Skigebieten gewohnt ist. 3 Haltestellen vor Ende steigen dann noch etwa 20 Schlittenfahrer zu. Wintersport mit ÖPNV, wo gibt es das sonst, außer in Oslo.
Wir haben uns hingegen heute bei schönem Winterwetter tatsächlich noch einmal für Kunst entschieden: Wir besichtigen das "Rosenslottet", eine große Kunstinstallation von Vebjørn und Eimund Sand, die sich der Besetzung durch die Nazis und dem Widerstand Norwegens widmet. Ich fand das Kunstwerk primär als Fotomotiv schön, es ist aber auch wirklich ansprechend und informativ gestaltet. Einiges erinnert uns auch an einige Denkmäler, die wir während unserer Tour im Norden letzten Sommer gesehen haben.
Der Eintritt sowie die Bahnfahrt ist übrigens im Oslo Pass mit inbegriffen.
Wir finden das Gelände durchaus eindrucksvoll und interessant. Da fotografieren hier ausdrücklich erwünscht ist, werde ich versuchen, ein bisschen von der Atmosphäre und Kunst hier rüberzubringen. Mit dem weißen Schnee als Hintergrund kommen die Gemälde meiner Meinung nach auch besonders gut zur Geltung.
Das ganze Areal ist spiralförmig angelegt und beherbergt eine Mischung aus Bildern und Skulpturen mit ausgiebig erläuterten geschichtlichen Hintergründen. Während der Gatte die Tafeln studiert, widme ich mich den visuellen Eindrücken und der fotografischen Dokumentation.
Das Portal ist abends wohl auch beleuchtet.Besonders haben es mir diese Skulpturen angetan, die auf den Fotos immer wieder auftauchen werden. Jede hat eine eigene Bedeutung, eine davon stellt zum Beispiel eine Fichte dar und eine ein kaputtes Segel. Die Texte zu allen Bildern und Installationen können in der virtuellen Ausstellung auf der Website auch noch einmal nachgelesen werden: https://roseslottet.no/digital-utstilling/
Die weiße Rose steht für eben diese gleichnamige Widerstandsgruppe.Auf den meisten Gemälden sind Personen aus der Besatzungszeit und deren Bedeutung dargestellt.
Der Turm steht für hunderttausende sowjetische Gefangene, die unter anderem als billige Arbeitskräfte im Eisenbahnbau eingesetzt wurden.
Dieses Gemälde heißt "der Informant" und beschäftigt sich mit der Zwangsevakuierung der Bevölkerung der Finnmark und Nord-Troms. Die Farben wirken vor dem winterlichen Hintergrund besonders beeindruckend.Die Landschaft hier oben ist wunderbar winterlich.
Das Zentrum der spiralförmigen Installation (die übrigens "The Spiral Road - the frozen River of Time" heißt) nennt sich "the Star of the Unborn" und steht insbesondere für Menschenrechte.
Die Kugel kann betreten werden.
Nochmal die beeindruckenden fünf "Main Structures"
Diese Galerie widmet sich den Frauen im Widerstand. Die Dame links mit dem Rentier kommt aus Karasjok, das wir im Spätsommer ja auch besucht haben.
Mit einem letzten Blick auf die "Hauptstrukturen" verabschieden wir uns von dieser (gerade bei Schnee) wirklich beeindruckenden Ausstellung.
Wir haben uns entschieden, von hier aus zum Holmenkollen nebst gleichnamiger Schanze zu wandern. Es sind nur 3,5 km, die man entlang der Loipen angenehm und durch schöne Winterlandschaft wandern kann.
Wir laufen natürlich immer brav neben der gespurten Loipe.
Nach nicht allzu langer Zeit kommt auch die Sprungschanze in Sicht, die wir schon 2022 besucht haben.
Wir schauen noch bei den Trollen nebenan vorbei, bevor wir zur Schanze gehen.
In der Biathlon-Arena trainieren ein paar Nachwuchsschützen und wir schauen eine Weile undokumentiert zu. Ich unterhalte mich mit dem Trainer, die Schießentfernung beim Biathlon sind 50 m, man schießt liegend auf 4,5 cm und stehend auf etwa 11 cm Zielgröße. Die Jugend bis 17 Jahren schießt nur liegend und muss auch ihr Gewehr beim Laufen nicht mit tragen, dieses liegt am Abschussplatz in einer Halterung. Ab 17 Jahren wird dann stehend und liegend geschossen und das Gewehr wird beim Laufen - wie man es aus den Fernsehen kennt - auf dem Rücken getragen. Beim Zielen gibt es übrigens keine Vergrößerung am Gewehr, nur ein Visier. Sehr interessant, so viele Infos aus erster Hand zu bekommen, während wir den Jugendlichen beim Training zuschauen können.
Auch auf der Sprungschanze wird heute trainiert, und ich ärgere mich, dass ich mich dagegen entschieden habe, mein Teleobjektiv mit auf diese Reise zu nehmen. Der Gatte ist vermutlich dankbar, dass er sich nicht wieder - wie bei unserem Erstbesuch vor 20 Jahren - die Füße hier abfrieren muss, während ich (damals noch mit einer kleinen Digitalkamera erfolglos) versuche, Skispringer zu fototfrafieren. Es gibt also nur ein paar Weitwinkel-Schanzenfotos mit "Finde den Skispringer"-Symbolcharakter.
Wir umrunden die Schanze dennoch einmal und schauen den Springern ein bisschen zu. Es rauscht ganz schön laut, wenn sie vorbeifliegen.
Wir schauen noch kurz im Souvenirshop vorbei, ich nehme einen Schlüsselanhänger als Deko für meine Bogenutensilien mit, wie ich es seit einigen Jahren bei Reisen mache. An der Unterführung hängt Kunst.Wir fragen uns, was hier vorgefallen sein muss, dass man dieses Schild an den Skisprung-Hang hängen musste. Uns würde es nicht im Traum einfallen, diesen gefühlt fast senkrechten Hang herunter zu rodeln.
Da es inzwischen ziemlich zugezogen hat und Oslo schon den ganzen Tag im Dunst liegt, sparen wir uns die Fahrt hoch auf die Schanze, hier standen wir 2022 bei besserer Sicht.Wir machen uns so langsam auf den Rückweg zur Bahn, der immer wieder überraschend lang ist, und kommen noch an einem Homo-Wintersportiensis vorbei.Nach einem Boxenstopp im Hotel mit Duschen und Fotos Bearbeiten gehen wir quasi nahtlos zum Abendessen im Steakhouse KöD über. Es gibt schwedisches Mariestad Pilsener vom Faß und Foccacia mit Senf-Mayonaise vorneweg.
Als "richtige" Vorspeise teilen wir uns die Wagyu Taccos mit Mango-Sauce und Chili. Sehr lecker, aber auch sehr fettig. Es wäre doch ganz praktisch gewesen, wenn wir neben dem Taccoständer noch ein kleines Tellerchen für jeden bekommen hätten. So muss der Kellner danach mal schnell den vollgetropften Tisch reinigen.Als Hauptspeise teilen wir uns ein 500g Ribeye. Laut Karte kommt jedes Steak mit Karottenpüree. Beilagen müssen extra bestellt werden, man empfiehlt uns zwei pro Person. Aufgrund des kleinen Tisches und diverser Erfahrungen mit gigantischen Beilagenportionen in Steakhäusern weltweit halten wir uns hier zurück und entscheiden uns nur für drei: gegrillten Mais, Champignons und Silberzwiebeln in Knoblauch und Parmesan-Fritten. Da das in der Karte angekündigte Karottenpüree nur als Deko taugt, wäre auch eine vierte Beilage locker drin gewesen, aber wir werden auch so satt.
Das Ribeye ist wie gewünscht perfekt "Medium Rare" gebraten und wird mit Salz, Butter, Thymian und Rosmarin serviert. Ein absoluter Genuß. Auf eine Soße dazu haben wir verzichtet und auch keine benötigt.
Irgendwie gelüstet mir jetzt aber noch nach Nachtisch, der Gatte ist einer Creme Brullée nicht abgeneigt, und ich probiere den Apfelkuchen mit Vanilleeis und Salzkaramellsauce. Wir haben beides nicht bereut.
Auf den flüssigen Nachtisch in der Hotelbar verzichten wir heute allerdings, zumal die Uhr heute trotz Fußweg zum Abendessen nur 11 km anzeigt.




























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