Donnerstag, 19. Februar 2026

I don't feel like dancin' am Grefsenkollen

Heute soll das Wetter nochmal richtig gut werden, wir wollen das zum Wandern nutzen. Deshalb (und natürlich nur deshalb) wird jetzt erstmal wieder ausgiebig gefrühstückt. Heute lasse ich mir das Omelette braten, der Gatte macht sich derweil ein ausgesprochen freundlich aussehendes Urlaubsbrot.

Eine Runde Pancakes...
und der tägliche Müsli-Contest dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Wir packen uns wieder warm (später wird sich herausstellen, dass etwas zu warm) ein und fahren mit der Straßenbahn nach Grefsen, um den gleichnamigen Kollen zu besteigen. Während Oslo unter einer Dunstglocke liegt, ist hier traumhaftes Winterwetter.
Am Beginn des offiziellen Wanderweges könnte man sich ein "Rodelwalross" mitnehmen. Im Nachhinein hätten wir das wirklich tun sollen.
Wir folgen dem Wandeweg nach oben, teilweise gemeinsam mit einer Loipe, ab und an queren wir auch Skipisten.
Die erste Piste sieht noch recht harmlos aus,
Weiter geht es durch traumhafe Winterlandschaft mit Schnee und Sonne.
Damit es etwas abenteuerlicher wird, queren wir zwischendurch auch schonmal einen Skilift.
Die nächste Piste flöst uns doch etwas respekt ein. Der Blick nach oben sieht noch machbar aus,
... nach unten wirkt es einfach nur lebensmüde. Die Piste wird auch die ganze Zeit nicht befahren, bis sich, kurz nachdem wir wieder dem Weg in den Wald folgen, zwei etwa zehnjährige, ohne mit der Wimper zu zucken, hinunterstürzen. Hut ab.
Wir klettern derweil nicht ganz so todesmutig durch den Wald nach oben. Unsere Spikes brauchen wir bisher nicht, der Schnee ist ziemlich griffig.
Es sind hier auch jede Menge Tierspuren, hier ein Eichhörnchen. Elchspuren sichten wir natürlich keine.
Es geht immer steiler und felsiger bergauf.
An einem Felsen entdecke ich prächtige Eisskulpturen.


Nach einem durchaus steilen und anstrengenden Anstieg stehen wir mal wieder auf einer Skipiste.
Die Aussicht ist zwar schick hier, allerdings sollte unser Weg laut Karte jetzt genau hier runter gehen. Halten wir für keine gute Idee und so navigieren wir uns auf einem anderen Weg parallel zu unserem Hinweg wieder nach unten. Eigentlich wollen wir nämlich zu dem gefrorenen See rechts unten im Bild neben den roten Häusern.
Wir schaffen es auch eigentlich ganz gut zurück, an einer steilen, rutschigen Stelle entschließen wir uns aber, sicherheitshalber auf dem Hintern runterzurutschen. Wir tragen ja Skihosen. Hätten wir mal ein Walroß mitgenommen.
Am See angekommen bewundern wir erstmal die tollen Eiskristalle an den Ästen.

Danach konsultieren wir die Karte. Unser Weg sollte jetzt eigentlich um diesen und noch einen weiteren See herum und dann zum Grefsenkollen führen. Die gesamte Runde soll 7,5 km sein. Wir sind aber jetzt schon 4,5 km gelaufen, und die Runde um die Seen sieht nochmal genauso weit auf der Karte aus (wir sind zwar etwa 500 m weiter gelaufen, da wir von einer anderen Haltestelle als angegeben losgelaufen sind, aber das kommt trotzdem nicht mit 7,5 km hin). Die Alltrails Entfernungen stimmen ja bekanntermaßen auch nicht immer. 
Da uns die Kletterei im Schnee schon ordentlich in den Knochen steckt, beschließen wir, nur noch den See direkt vor uns zu umrunden und dann direkt zum Grefsenkollen zu gehen. Schön ist es hier jedenfalls.
Dort oben links haben wir an der Skipisten gestanden, im Wald links davon sind wir umhergewandert.


Ich überlege kurz, mir ein paar Ski zu leihen und zumindest den Kinderhügel herunterzufahren, aber meine Beine sind schon zu schwer vom Klettern. Mit ein bisschen Übung hätte ich es die rechte Piste sicher auch wieder runtergeschafft, dort fahren auch die Anfänger Skikurse.
Für uns geht es stattdessen rechts von der Skipiste im Wald wieder steil nach oben bis zum Grefsenkollen. Hier befindet sich auch ein Restaurant mit Außensauna und für die ganz harten ein Eisbad. Wir sind sicher, dass dieses auch genutzt wird.
Die Aussicht hier ist wirklich schön, auch wenn Oslo immer noch im Dunst liegt.





Man kann hier bis zum Holmenkollen, an dem wir gestern waren, sehen.
Sogar die Schanze ist mit bloßem Auge zu erkennen. Ins Foto kann man ja auch reinzoomen.

Wir gönnen uns heute mal Mittagessen statt Fika nach den Strapazen bisher.
Wir bestellen Rinderbrühe, die eher eine sehr gute und deftige Gulaschsuppe ist und wollen noch die Wurst und Käseplatte teilen. Es gibt die große und die kleine Variante. Wir fragen nach, was wir uns darunter vorzustellen haben: Auf der kleinen sollen von jeder Käsesorte zwei Stücke sein. Ohne eine Chance zur Intervention meinerseits bestellt der Gatte die große Portion. Auf meine irritierte Nachfrage verkündet er, es sei ja sonst nur ein Stück Käse für jeden pro Sorte und das wäre ja schade, wenn der gut wäre. Nagut, jetzt sitzen wir also hier mit einer Familien-Schlachtplatte. Brot gibt es zur Suppe und zur Wurst- und Käseplatte auch noch reichlich.
Netterweise bekommen wir auf Nachfrage Verpackungen, in denen wir die Reste als Proviant für morgen mitnehmen können. SO gefräßig sind wir dann nämlich doch nicht. Zum Glück verdirbt bei dem Wetter ja auch nichts so schnell, und wir haben auch einen Kühlschrank im Zimmer. 
Mehr als gut gesättigt geht es durchs Winter-Wonderland bei Traumwetter wieder zurück Richtung Straßenbahn.

Wir kommen an einem weiteren Aussichtspunkt vorbei, inzwischen ist es auch über der Stadt etwas aufgeklart.


Noch ein weiteres Stück durch den Winterwald und wir erreichen nach 7,3 km und 319 Höhenmetern wieder die Straßenbahnhaltestelle. Interessant, da die doppelt so weit auf der Karte aussehende Runde laut Alltrails auch nur 7,7 km gewesen wären.
Wir brauchen jetzt erstmal eine Dusche, die Anstiege waren doch sehr schweißtreibend.
Danach nutzen wir das schöne Wetter noch für ein bisschen bummeln. Am Abend gelüstet uns nach Fisch, und so landen wir im Restaurant "Fish Me" in Aker Brygge. Wir werden sehr freundlich empfangen und bestellen die in den Bewertungen hochgelobte Fischsuppe als Vorspseise. Wohlweißlich zum Teilen. Sie ist wirklich sehr lecker, aber auch sehr mächtig. Nach der Knoblauchbutter hat man noch dazu keine Freunde mehr, aber wir mögen ja Knoblauch und essen zum Glück beide davon.
Dazu ein Ringnes Pilsner vom Fass. Kann man trinken (wir durften auch das Frydenlund Juicy IPA probieren, ich würde es als biergewordene Fanta Mango bezeichnen). Wie gut, dass wir heute Nachmittag beim Bummeln davon eine Probierdose gekauft haben. Vermutlich wird sie für laue Sommerabende mit nach Hause kommen.
Als Hauptgericht wählt der Gatte Steinbutt und ich den Lachsburger. Beides ist sehr lecker.

Der Gatte braucht unbedingt noch ein paar Kalorien, um die Wanderung zu kompensieren und schlägt noch einen Blick in die Nachtischkarte vor. Bei Nachtisch höre ich mich ja selten Nein sagen.
Ich nehme das Schokoladen-Brownie, der Gatte den mit Cognac flambierten Apfelkuchen. Dazu gibt es Vanilleeis, das auf in der Karte nicht erwähntem, aber umso leckererem Crumble ruht.

Das hinreichend bekannte Feierabend-Bier in der Hotelbar bleibt undokumentiert.
Die Kilometer-Uhr steht bei knapp 15.

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