Freitag, 23. Oktober 2020

Be Prepared - Tag 2 mit der D780

Keine Sorge, es wird jetzt keinen "Reisebericht" über mein Leben mit der neuen Kamera geben. Aber weil ich gerade so begeistert bin, gibt es heute nochmal einen Beitrag. Außerdem muss sich ja üben, was irgendwann mit dem guten Stück in Urlaub will. 

Da das Wetter noch nicht so richtig passt, um mit der Kamera rauszugehen (bevor das gute Stück gleich nass wird), und das Lehrbuch noch mit der Post unterwegs ist, bleibt frau erstmal am Fenster sitzen und fotografiert die Vögelchen an Nachbars Futterstelle. Mein Ziel: Den Automatikmodus nutzen und und dabei zum einen die Kamera verstehen, zum anderen den Autofocus mit den 51 Messfeldern angemessen bedienen. Klappt ja schon ganz gut.



Auch ein Fotobomber war darunter.

Die Taube auf der Antenne ist besser als die Meise unterm Pony. Oder so ähnlich. Hier habe ich mal zwischenzeitlich ein wenig mit digitalen Aufnahmen über Display im Livemodus experimentiert. Nachdem es bei ersten Tests gestern im Zimmer ziemliche schlechte Belichtungsergebisse geliefert hat, bin ich hier durchaus zufrieden.

Den Dicken im Hintergrund habe ich "Punk" getauft, der ist mir schon öfter im Garten aufgefallen.


Fazit: Die Ausbeute ist schon etwas besser als gestern, der Autofokus weiterhin gewöhnungsbedürftig (da sollte das zwischenzeitlich angekommene Lehrbuch noch einen Erkenntnisgewinn liefern), die Lichtverhältnisse sind zwischenzeitlich auch etwas besser als gestern, aber das scheint für die Kamera generell eher unproblematisch.

Am späteren Nachmittag kommt die Nachbarkatze, die wir hier hausintern auf den Namen "Gerlinde" getauft haben, vorbei, um mir mitzuteilen, dass ihr nebenan das Wasser ausgegangen ist. Ihre Alternative, stattdessen aus dem Blumentopf unseres Oleanders zu trinken, halte ich für keine gute Idee, da Oleander ziemlich giftig ist. Wie der Zufall so will, stehe ich während unserer kleinen Diskussion zum Thema "Flüssigkeitskonsum" mit der Kamera am Fenster. (Alle Fotos dieser Serie sind übrigens wieder mit dem 55-300 Nikon DX Teleobjektiv aufgenommen.)

"Wie, nicht trinken?!?"

Das Faszinierende an Gerlinde ist, dass sie total auf Geräusche und Ansprache reagiert (vielleicht auch, weil sie nebenan ganz alleine draußen lebt) und offenbar total fasziniert von Kameras ist. Daher schaut sie immer, wenn das große schwarze Dingens klickt, total interessiert zu mir. Wir klären mal eben, dass ich runterkomme, um ihr anderes Wasser zur Verfügung zu stellen, von meiner Igelrettung im Sommer stehen noch drei Wassertellerchen draußen.

"Wie jetzt, anderes Wasser?"
Ich gehe also vorsichtig runter, so ganz traut mir Gerlinde halt auf Augenhöhe doch noch nicht, und fülle ihr ein Gartentellerchen mit Wasser. Sie geht zwar auf Abstand, aber immerhin schlägt sie mein Betreten der Terasse nicht mehr komplett in die Flucht. Nach einem kurzen Anfall von "Feines Wasserchen, Gerlinde, komm alles gut..." entferne ich mich, und Gerlinde nähert sich vorsichtig dem Wasser. Ich begebe mich wieder auf meinen Beobachtungsposten im ersten Stock und dokumentiere Gerlindes unschlüssige Meditaion am Wassernapf. Am Verdursten scheint sie jedenfalls gerade nicht zu sein.
Ich schlage ihr einen Deal vor: Wasserversorgung gegen Fotos. Deal or No Deal? Gerlinde muss nachdenken.
Am Ende trifft sie die richtige Entscheidung: "Deal!
"Ok, das war jetzt ein Anfang, wann gibts Futter?" - Da reden wir nochmal drüber, je nach Einsatz bei den Fotos.

Mehr als noch ein bisschen dekorativ rumsitzen, ist dann wohl für heute nicht mehr drin. Futter steht ja auch ausreichend zu Hause rum, also gibts noch ein Abschiedsfoto und Gerlinde zieht wieder von Dannen. Dankeschön, auf Wiedersehen!
Das war doch ein lohnender Nachmittag, bei dem alle Beteiligten nur das Beste im Rahmen ihrer Möglichkeiten gegeben haben. Die Fotos von Gerlinde waren weiterhin im Automatikmodus, der Autofocus finktioniert hier aber hervorragend, da er eine integrierte Gesichterkennung hat. Man muss sich bei Schnappschüssen von Mensch und Tier also endlich mal keine Gedanken mehr machen, ob die Schärfe auch wirklich passend auf dem Gesicht liegt. Wobei es natürlich irgendwie unpassend ist, bei diesem Hightech-Gerät von Schnappschüssen zu sprechen. Zwischenzeitlich ist  auch mein Lehrbuch angekommmen, und ich arbeite mich zunächst durch das Einführungskapitel mit der Erklärung der Menüs und Grundeinstellungen. Bringt mich fotografisch noch nicht weiter, aber es ist immer wichtig zu wissen, wo man welche Einstellungen findet und wozu sie gut sind.

Prompt überkommt mich im Laufe des Abends ein leichter Anfall von Größenwahn, und ich versuche den heute wunderbar sichtbaren Mond zu fotografieren. Ist mir mit der D60 nie so richtig überzeugend gelungen, entweder war der Mond zu hell oder irgendwas zu unscharf oder was auch immer. Naja, mal schauen, was die D780 kann. Autofocus taugt hierfür auch beim Hightech-Gerät auf den ersten Blick nichts, aber damit habe ich auch nicht ernsthaft gerechnet. Nach einem stark überbelichteten Mond-Foto drehe ich den ISO auf 500 runter und experimentiere einfach mal mit einigen meiner "Standard-Landschaftsfoto"-Einstellungen, die sich bei der D60 bewährt haben (auch wenn sie beim Tele nicht 100% übertragbar sind): Am Ende erweist sich Blende 14 und Belichtung 1/80 als eine sehr gute Wahl. Das Ergebnis ist durchaus überzeugend für etwas mehr als 24h mit der D780, und ich bin hocherfreut und gespannt, was das Wochenende (mit teilweise auch ganz gutem Wetter und dem Lehrbuch) so bringt.

Donnerstag, 22. Oktober 2020

Be Prepared - Neue Kamera

Wenn man gerade nicht reisen kann/ will/ sollte, kann man die freie Zeit neben Reiseplanungen auch zu sonstigen Vorbereitungen und Neuerungen nutzen. Nachdem ich 11 Jahre mit der Nikon D60 fotografiert und sie gegen Ende auch weitgehend verstanden und ausgereizt hatte, fielen mir in den letzten Monaten immer wieder kleine Störfaktoren auf, die mein fotografisches Gesamterlebnis getrübt haben auf. Mir fehlte gelegentlich ein Display, wenn die Situation es erforderte nicht ständig oder zumindest immer wieder durch den Sucher zu schauen, um den richtigen Moment abzupassen. Der Serienbildmodus ist bei der D60 mit max. 4 Bildern doch sehr eingeschränkt. Der ISO ist ebenfalls ausbaufähig, sowohl was den Bereich angeht, als auch aufgrund der Tatsache, dass es schon bei geringem ISO sehr schnell körnig wird mit dem Tele. Das machte im Grunde kurze Belichtungszeiten bei der Tierfotografie komplett unmöglich, spätestens sobald das Licht nicht mehr optimal ist. Auch die Messfeldsteuerung mit nur 3 Fokusfeldern ist oft etwas unflexibel, gerade wenn es mal schnell gehen muss, und man den Autofokus doch nutzt. Nachdem sich gestern noch der Spiegel kurzzeitig verklemmt hat, sah frau dies als Zeichen und entschied sich nach eingehendem Studium des aktuellen Spiegelreflex-Marktes, beim Versandhaus mit dem Namen der kriegerischen, bogenschießenden Frauen einen Nikon D780 Body zu bestellen. Wenn schon upgrade, dann nehmen wir doch gleich das Profimodell 2020. Die Objektive die ich habe, passen und so kann es heute nach einem kurzen Studium der Bedienungsanleitung zumindest ein paar Probefotos geben.

Erste Versuche mit der neuen Kamera im Autofocus (man muss ja nicht gleich übertreiben) am lebenden Objekt (ja, man könnte auch erstmal an einer Topfflanze testen, aber die laufen ja bekanntlich nicht weg).





Fazit

Positiv:

Das Eichhörnchen, dass ich seit einigen Tagen nicht gesehen habe kommt wieder, die Kamera löst deutlich schneller und leiser aus. Sie fokussiert und speichert auch sehr schnell und liegt angenehm in der Hand. Von den 300 g Mehrgewicht merke ich bisher nicht viel, vielleicht weil ich vom Bogenschießen gewohnt bin, andere Gewichte zu halten als 800g.

 

Ausbaufähig (ich kann ja nichts negativ bewerten, was ich noch nicht verstehe und was vermutlich an mir und nicht am Gerät liegt):

Die Kamera fokussiert noch nicht immer dort, wo ich möchte. Die feinere Messfeldsteuerung ist doch Gewöhnungsbedürftig, aber wer will schon dauerhaft im Autofocus fotografieren. Das Eichhörnchen ist zu schnell für mich, vor allem, wenn es abstürzt.
 
Das Tele rauscht wie eh und je, allerdings befinden wir uns gerade bei Belichtungszeiten von 1/8000 bei einem ISO von um 50000 im Vergleich zu 1/100 bei einem Iso von 400 bei der D60. Da kann man sicher noch was optimieren mit mehr Erfahrung. Zummindest das Problem, dass das Tier sich bloß nicht bewegen darf, hat sich damit also schonmal erledigt.

Was mich weiterhin etwas frustriert, ist, dass weder Lightroom noch irgendein anderer Viewer, der die RAWs der D60 bisher problemlos angezeigt hat, in der Lage war, die RAWs der D780 anzuzeigen. Auch da gibt es Verbesserungspotential, allerdings nicht bei der Kamera, die speichert nämlich glücklicherweise RAW und JPEG, wenn man es denn möchte. Machen wir mal zur Sicherheit.
 
Mit dem Display komme ich zwar in der Bedienung zurecht, aber obwohl die Bilder in der Live Anzeige optimal angezeigt werden, sind sie nach Aufnahme stark unterbelichtet. Ich versuche noch herauszufinden, ob es an mir oder der Kamera liegt.

Landschaftsbilder oder anderes mit dem 18-105er Objektiv habe ich noch nichts versucht,  generell ist das aber auch das unproblematischere von beiden Objektiven.

Ansonsten habe ich mir ein Lehrbuch bestellt, weil die Bedienungsanleitung doch einige Fragen gerade bei der praktischen Anwendung offen lies und werde weiterhin üben, üben, üben bis wieder Urlaub drin ist.
 
Aktuell befinden wir uns hier eindeutig im Bereich "Wahnsinn" des Blogs. Aber man muss sich ja auch im langen, düsteren Covid-Winter irgendwie beschäftigen. Ich geh dann mal wieder lesen. 
 
Nach Beendigung des Blogbeitrags teste ich die Kamera noch kurz  im Dunkeln. Automatikmodus, freihand. Kann man machen.

 

Donnerstag, 8. Oktober 2020

Be Prepared - Intro

And when you're on the mountain, you got no guarantees

That life will turn up roses or turn out as you please

When you're on the mountain, there's lots to be a'feared

That's why this here old mountain goat's prepared!

Be prepared, be prepared

This lesson must be shared

This lesson must be shared, be prepared

Be prepared, be prepared

And unless you got a spare

You got one life so handle it with care


Benjy Gaither 
- 
Be Prepared from Hoodwinked, Songtext von Be Prepared © Universal Music - Mgb Songs, Van Glory Publishing
 

An dieser Stelle beginnt eine Serie von Blogbeiträgen, zunächst etwas ungewöhnlich mit obigem Liedtext und dem zugehörigen wunderbar schrägen Ausschnitt aus dem Film "Hoodwinked!" ("Die Rotkäppchen-Verschwörung").

 
So ungefähr hat man sich meine Reiseplanungen vorzustellen, eine wilde  Achterbahnfahrt aus mangelnder Spontanität, Kontrollzwang und verrückten Ideen. Da es sich hierbei um ein Gesamtkonzept handelt, will dies natürlich auch in Zeiten wie diesen, wo Reisen nicht immer so möglich ist, wie man sich das vorstellt, gelebt werden. Also plant frau Reisen. Stets bereit, irgendwohin zu fahren, wenn Reisen gerade möglich ist und wo es uns gerade sicher erscheint. Da gerade keine konkrete Reise ansteht, aber immer viel zu planen ist, werde ich unter dem Titel "Be Prepared" zukünftig ein wenig detaillierter - aber dafür nicht auf akut anstehende Reisen bezogen - über meine Reiseplanungen berichten. Mal ist man Rotkäppchen und mal der Ziegenbock. Egal was kommt, wir sind bereit und haben den passenden Reiseplan.
 
Be Prepared!

Dienstag, 29. September 2020

Humoriges: Kleine Elchkunde

Um mein schwedisches Elchtrauma zu verarbeiten, habe ich mich entschieden, einen therapeutischen Beitrag zum Thema "Kleine Elchkunde" zu verfassen. In Schweden gibt es nämlich - neben dem echten Elch (Alces Alces), der allerdings insbesondere zur Jagdsaison überwiegend tot herumhängt oder dekorativ auf Schildern zu sehen ist - noch diverse andere Elch-Unterarten, die weniger bekannt, aber dafür wesentlich häufiger in freier Natur anzutreffen sind, als ihr großer Namensgeber.

Der unbedarfte Schein-Elch (Alces naivus) zeichnet sich durch eine gewisse Ähnlichkeit zu seinem großen, scheuen Artgenossen aus. Daher kann es auch auf den ersten Blick zu Verwechslungen kommen. Aufgrund seiner etwas unbedarften Art und der Tatsache, dass er in der Regel in Herden umherzieht und nicht gejagt wird (die Herden leben zwar wild, haben aber einen Besitzer), ist er auch für das ungeübte Auge häufiger in freier Wildbahn anzutreffen, als sein großer, oft gut getarnter Verwandter.



Der gedrungene Scheckenelch (Alces crassus macula) unterscheidet sich schon auf den ersten Blick vom echten Elch durch den gedrungenen Körperbau und das unterschiedlich gefleckte Fell. Auch das Geweih ähnelt eher Hörnern. Diese Unterart ist deutlich weniger scheu als der echte Elch und auch als der unbedarfte Schein-Elch, da er in der inzwischen in der Regel nur noch vom Menschen als Weidevieh kultiviert wird. Er ist nahezu weltweit verbreitet.


Auch ihm ist in Schweden ein eigenes Schild gewidmet.

Ist das Auge erstmal für die Vielzahl an Unterarten des Alces Alces sensibilisiert, trifft man auch in heimischen Gefilden auf Verwandte des gedrungenen Scheckenelchs, nämlich den gedrungenen Heuballen-Elch (Alces crassus stramentum). Dieser ist vor allem für seine freundlich-erheiternde und dennoch dekorative Sinnlosigkeit bekannt und wird daher auch gern als Werbeträger für alle Unterarten des Alces crassus verwendet.

Auch ein weiterer Vertreter der Gattung "Elch" wird weitverbreitet als Nutztier gehalten: der zwergwüchsige Woll-Elch (Alces nanus Lana). Diese ebenfalls nicht allzu scheue Elch-Art ist fast überall in Europa anzutreffen, insbesondere in Heidelandschaften sind die Vertreter der Gattung Alces nanus lana noch dazu ausgesprochen fotogen. Ihnen wird zudem medizinische Wirkung als Einschlafhilfe durch Zählen zugeschrieben.



Eine weitere weltweit verbreitete Unterart ist der Mähnen-Elch (Alces iuba). Hierbei handelt es sich wohl um die Elchgattung, die am häufigsten als Reittier gezüchtet und verwendet wird. In Ermangelung eines Fotos aus Schweden hier ein paar sehr dekorative isländische Vertreter der Gattung Alces iuba. Übrigens findet man neben dem Mähnen-Elch auch den zwergwüchsigen Woll-Elch, den gedrungenen Schecknelch sowie den unbedarften Schein-Elch im Gegensatz zum echten Elch auf Island.

Ein eigentlich nicht in Skandinavien heimischer Vertreter der Gattung Elch hat uns an einem unserer ersten Tage vor Ort doch sehr überrascht und irritiert, ihn haben wir nun wirklich nicht erwartet in Schweden anzutreffen. Es handelt sich hierbei um den Hügelelch (Alces collo) der eindeutig an ein bis zwei hügelartigen Auswüchsen am Rücken zu erkennen ist. Auch dieser wird oft als Reit- oder Lastentier eingesetzt.


Möglicherweise handelt es sich um ein Anzeichen für die Klimaerwärmung, dass diese Elchgattung inzwischen auch in Schweden heimisch zu sein scheint. 

Sicherlich gibt es noch weitere interessante Elchgattungen, jedoch möchte ich mich hier aus therapeutischen Gründen auf die in Schweden heimischen und für uns lebendig auffindbaren Elcharten beschränken. Für weitere Skandinavien-Reisen hoffe ich dennoch, irgendwann einen lebenden Alces Alces in natürlicher Umgebung vor die Kameralinse zu bekommen.

Danke füs Lesen, dieser Beitrag ist ein extrem wichtiger Tel meines Verarbeitungsprozesses!

Donnerstag, 17. September 2020

Gedanken im Nachgang

Nachdem wir uns vorab ja schon verdammt viele Gedanken aufgrund der Corona-Situation und den Reise- und Infektionsbedingungen und Regelungen in verschiedenen Ländern gemacht haben, möchte ich die ganze Reise sowohl diesbezüglich, als auch in Hinblick auf die sehr spontane Planung und Buchung und "Reisen mit dem eigenen Auto, wohin man sonst eher fliegen würde" noch einmal rekapitulieren.
 
Vorab: Es geht NICHT um die Frage, ob man zu Corona-Zeiten überhaupt reisen sollte. Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Uns ist schon während unseren Planungen bewusst geworden, dass wir, dank unserer schon vor Corona leicht misanthropischen Ader gepaart mit meinem Hang zur Soziophobie eigentlich gar nicht viel an unseren Urlaubsgewohnheiten ändern müssen. Vielleicht haben wir einfach schon immer relativ Corona-konform geurlaubt - vielleicht mag ich es einfach auch generell nicht, mich in der Nähe von (hustenden und rotzenden) fremden Menschen aufzuhalten. Wir verbringen unsere Urlaube meist wandernd oder rundreisend allein mit uns im Auto mit vorwiegend Aufenthalten draußen. Riesige Hotelburgen mit Pool und Strand waren noch nie nach unserem Geschmack, Großstädte mal für ein paar Tage ok, aber kein muss. Gut Essen gehen wir zwar gerne, aber enge, überfüllte Restaurants, in denen man den Nachbarn quasi mit am Tisch sitzen hat, mag ich grundsätzlich nicht. Also war im Grunde kein komplettes Umdenken nötig, sondern nur eine Anpassung der Routenausarbeitung bzw. der möglichen Ziele, zum einen in Hinblick auf das, was uns möglichst sicher erscheint, zum anderen auf das, was den jeweiligen Ländern gerade sicher erscheint. Daraus bereiteten wir dann eine für alle Beteiligten möglichst gesunde Mischung zu, deren Bericht ihr die letzten 2 Wochen lesen konntet.
 
Unser Vorgehen bei der Planung konntet Ihr ja größtenteils vorab miterfolgen. Kurz zusammengefasst, es sollten  keine großen Städte dabei sein, gerne eher abgelegenere Hotels mit Restaurant, das wir nur nutzen wollten, wenn für sicher befunden. Erstaunlicherweise war das bei allen Hotelrestaurants bis auf eines der Fall. Die Abstände waren ähnlich, wie sie in Deutschland vorgeschrieben sind, nur Masken wurden in der Regel keine getragen. Unsere Strategie war, immer wenn möglich etwas Abseits, an zu öffnenden Fenstern, in der Nähe von Wänden, Raumteilern etc. zu sitzen, die eine gewisse Barrierewirkung haben. Gebucht haben wir unsere Hotels über Booking mit Hilfe der Kartenfunktion. Da wir nur wenig Zeit zur Planung hatten, sind wir einfach die Route entlanggegangen und haben uns in sinnvollen Abständen von 200-300 km Hotels ausgesucht, die uns gefielen. Machen wir meistens so, nur sonst ist die Route akribischer vorab geplant und der Suchradius bei den Zwischenstops dadurch kleiner. Hotels, die uns gefielen und auf Booking keine Kapazitäten oder keine Zimmer hatten, haben wir direkt über deren Homepage gebucht. In Schweden waren in den meisten Hotels ausreichend Kapazitäten vorhanden, Fehmarn und Dänemark waren sowohl auf Hin- als auch Rückreise rappelvoll. Wir haben dieses Mal verstärkt (wobei wir auch sonst nicht dazu neigen, Besenkammern zu buchen) auf größere Zimmer Wert gelegt, so dass man sich abends zum Essen oder anstelle von Bar-Besuchen auch bequem auf dem Zimmer aufhalten konnte.
 
Highlights bei den Hotels waren:
 
Kategorie Zimmer:
- Das Ekkerum Golf Resort, wo wir eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern, Balkon und extrem gut ausgestatteter Küche incl. Spülmaschine hatten.
- Die Minisuite im Hotel Södra Berget in Sundsvall mit eigener Sauna im Bad und riesigem Wohnzimmer mit großartiger Aussicht.

Kategorie Restaurant:
- The Lamp Hotel&Spa in Norrköping mit einer hervorragenden asiatischen Abendkarte und sehr gutem Frühstück, Restaurant war abends recht voll aber Abstände waren ok, im Sommer sehr schöner Außenbereich.
- Högbo Bruckshotel, obwohl abends nur Bistrobetrieb war, hervorragendes Essen, bestes Frühstück von allen, sehr viel Bioqualität, sehr viel Platz, den wir trotz unterbesetztem Service nutzen und etwas abseits sitzen konnten.
- Storhagna Hogfjall Hotel: Bot Halbpension mit Dreigängemenü am Abend an, das sehr gut war.
- Selma Spa: Sehr hochwertige kleine Karte, sehr gutes Covid-Konzept, einziges Hotel/Restaurant, in dem das Personal Masken trug. Zusätzlich im Sommer riesige Terasse für Restaurant und Bar auf 2 Etagen.

Wellnessbereiche:
Wir haben nicht in allen Hotels die Wellnessbereiche genutzt, die beiden größten und schönsten waren im Hotel Södra Berget mit grandioser Aussicht (selbst in der Sauna) und sehr vielen Außenpools und Frischluftzufuhr sowie im Selma Spa mit riesigem Innenpoolbereich, Saunen und zwei schönen kleinen, ausreichend warmen Außenpools. Auch der etwas kleinere Wellnessbereich im Hogfjall-Hotel war sehr schön. Abstände waren nie ein Problem, es wurde überall darauf hingewiesen und es war auch meistens nicht so voll, dass es problematisch gewesen wäre, die Abstände einzuhalten.

Corona Konzept:
Die meisten Restaurants haben mit Deutschland vergleichbare Abstände. In den meisten werden die Gäste noch zusätzlich so gesetzt, dass die Nachbartische nur mit wenig zeitlicher Überschneidung gleichzeitig belegt sind. In Skandinavien ist das Hauptaugenmerk auf Händedesinfektion, Desinfektionsspender stehen überall in rauhen Mengen zur Verfügung. In vielen Hotels sind an der Rezeption auch Trennwände zwischen Personal und Kunde vorhanden. Auch wenn Schweden oft als Negativbeispiel dargestellt wird, fühlten wir uns größtenteils mindestens so sicher wie in Deutschland. Den Hotels und Restaurants, auch dem Personal ist die Problematik durchaus bewusst, gerade die ältere Bevölkerung hat (aufgrund der unerfreulich hohen Todesrate in Schweden) durchaus gelernt, auf sich selbst aufzupassen und hält vorbildlicheren Abstand als in Deutschland. Man merkt auch, dass sich viele Hotels darauf eingestellt haben und wollen, dass der Kunde sich wohl und sicher fühlt. Beim Frühstücksbuffet wird es dann manchmal vergessen, aber wenn man ein bisschen auf sich selbst aufpasst und aktiv Abstand hält/Stoßzeiten meidet, kommt man recht gut und sicher durch. Was nicht üblich ist, ist das Tragen von Mund-Nasen Bedeckung, was für uns jetzt nicht wirklich von Bedeutung war, wir waren tagsüber eigentlich nur im Auto und draußen unterwegs, getankt haben wir nur an Automatentankstellen, eingekauft, da wo es leer und Platz zum Abstand halten war. Auch im Restaurant haben wir Abstand gehalten und am Tisch wird auch in Deutschland kein Schutz getragen. Absolut positiv fanden wir die allgegenwärtige Möglichkeit zur Kartenzahlung - ich glaube, ich hatte bei meinen drei bisherigen Schwedenbesuchen nie Bargeld in der Hand. Da ist Schweden ja schon vor Corona deutlich weiter als Deutschland gewesen. Eingekauft haben wir bei Coop, dort gibt es auch komplett automatisierte Scan- und Bezahlvorgänge ohne Sozialkontakte. Die Kartenleser sind überall bei Bezahlung automatisch aktiv, und man muss nicht einmal dazusagen, dass man mit Karte zahlt. Das führte dazu, dass frau gestern beim Tanken in Deutschland den Kassierer als Antwort auf die Frage "Bar oder Karte" erstmal völlig verstört angeschaut hat. Grundsätzlich scheint das Konzept mit der Eigenverantwortung ganz gut in der Bevölkerung anzukommen, natürlich gibt es immer (wie hier auch) diejenigen, denen jeglicher gesunder Menschenverstand abhanden gekommen ist. Grundsätzlich halten wir es hier wie dort mit "Wir passen lieber auf uns selbst auf, als es von anderen zu erwarten". Meistens fahren wir mit dem Konzept sehr gut und sind vorsichtig opimistisch, dass es auch dieses Mal und in Hinblick auf Corona gut gegangen ist und ausreichend war.

Natürlich ist beim Reisen nie alles eitel Sonnenschein. Dass wir mit dem Pernilla Wiberg Hotel sehr unzufrieden waren, hatte ich ja im entsprechenden Tagesbeitrag schon zu Genüge Kund getan. 
Im Hotelrestaurant im Hotel Södra Berget war das einzige Mal, wo wir auf die Bitte etwas Abseits zu sitzen und nicht direkt neben besetzten Tischen (die zudem auch ziemlich eng standen) belächelt wurden. Dort haben wir dann auch von einem zweiten Abendessen Abstand genommen. Im Frühstücksbereich hingegen war dort vorbildlich jeder 2. Tisch gesperrt. 
Wer in Schweden in Golf-Ressorts etwas Gediegenes erwartet, sollte wissen, dass die Haltung zu Golf hier etwas anders ist als in Deutschland, wir waren sehr überrascht über die Lautstärke und Partystimmung in der Anlage.

Was gibt es ansonsten noch zu erörtern?

Vielleicht ist das Thema "Rundreise mit dem eigenen Auto" noch ganz interessant. Auch hier, Vor- und Nachteile: Sehr angenehm ist natürlich, dass man von Anfang an alles so packen kann, wie man es braucht und haben möchte, und das lästige "Flugkonform-Packen" und "Wohnlich einrichten im Mietwagen" entfällt. Wanderschuhe und Klamotten konnten von vornherein griffbereit verstaut werden, Essen und Getränke für die Anreise und unterwegs in einer Kühlbox im Auto gelagert werden und sowohl bei Hin- als auch Rückreise musste man sich keine Gedanken machen, was man jetzt noch schnell aufbrauchen muss, weil es nicht mit ins Flugzeug darf. Vom Zeitfaktor war es jetzt in diesem Fall nicht wesentlich zeitaufwendiger als ein Langstreckenflug, natürlich ist hier der Fahrer (kurz: ich) in der Regel etwas eingespannter als bei einer Flugreise. Da ich aber gerne Auto fahre und mangels Beifahrerkompetenz meinerseits auch alle Rundreisen komplett selbst fahre, war das aber schon ok. Ob es kostenmäßig jetzt günstiger ist, einen Mietwagen zu zahlen, oder die laufenden Kosten für Verschleiß des eigenen Autos schwerer wiegen, habe ich mir verkniffen auszurechnen. Auf manchen Straßen ist es sicherlich angenehmer, mit einer "Don't be gentle, it's a rental"-Mentalität unterwegs zu sein, aber manchmal hat auch das eigene Auto, dessen Verhalten man in den meisten Lebenslagen schon kennt und zu schätzen weiß, Vorteile. Wir haben jedenfalls festgestellt, dass zur aktuellen Zeit eine (Rund-) Reise mit dem Auto eine gute Alternative zu beengten innereuropäischen Flügen ist. Tansatlantik, Neuseeland oder Asien steht zur Zeit ja ohnehin nicht zur Debatte. Ein Vorteil in der aktuellen Zeit ist sicherlich die größere Flexibilität. So konnten wir basierend auf den Reisewarnungen noch dreimal umplanen und hätten auch jederzeit unterwegs abbrechen oder woanders hinfahren können.
Die Übernachtung in Fehmarn würde ich mir zukünftig für den Weg nach Schweden oder Norwegen über Dänemark sparen und gleich noch etwa 100 km in Dänemark oder gar die Strecke bis Malmö (je nach Infektionslage) vor der ersten Zwischenübernachtung zurücklegen. Das sollte selbst bei viel Verkehr auf der A1 gut für den Hinweg machbar sein und man wird streckenmäßig etwas flexibler für den 2. Fahrtag (man merkt, in meinem Kopf rattern schon die Pläne, falls man nächstes Jahr wieder nach Skandinavien fahren "müsste").

Wir würden jedenfalls - so lange die Infektionszahlen nicht eskalieren und sich ein von der hausinternen Risk-Assessment-Abteilung für gut befundenes Ziel finden lässt - wieder so bzw. trotz Corona im angemessenen Rahmen weiterhin reisen. Wir sind im Nachhinein froh, dass wir weder in Deutschland geblieben noch im benachbarten südlichen Ausland unterwegs waren. Beides scheint gutinformierten Quellen zufolge aktuell sehr voll zu sein, und viele scheinen im Urlaub jegliche Vorsicht und Umsicht zu verlieren. Die Infektionszahlen für Österreich, die Schweiz und manche Regionen Süddeutschlands sprechen da auch eine klare Sprache. Von daher war für uns und unsere Art zu reisen der "Ach-so-böse"-Auslandsurlaub genau das richtige.

In diesem Sinne: Danke fürs lesen! Ich plane dann mal zukünftige Urlaube, für alle Eventualitäten und als Beschäftigungstherapie, um den Wahnsinn zwischen unseren Reisen weiterhin zu ertragen.

Montag, 14. September 2020

Langsam heimwärts entlang der A1

Nach einem erholsamen Tag in Dänemark mit 14 km Spaziergang sind wir heute irgendwie froh, im Auto sitzen zu dürfen. Auch wenn es letztendlich nicht SO lange hätte sein müssen. Der Tag fängt noch recht gut (für den Heimreisetag) mit einem gemütlichen, ausgiebigen und sehr distanzierten (wir speisen mal wieder allein im Nebenraum) Frühstück an. Wir kommen zeitig los und gut durch Dänemark, die letzte Tankfüllung aus Schweden reicht auch noch bis zur Fähre und wir erwischen die Fähre um 10:20 anstatt der gebuchten um 11 Uhr. Dank flexiblem Ticket und wenig Betrieb trotz Sonntag morgen, kein Problem. Da wir das "VIP-Ticket" gebucht haben, mit dem wir zuerst an und von Bord dürfen, stehen wir wieder ganz vorne. Allein, denn keiner traut sich (außer meinem Hintermann links) weiter vorzufahren. Da auch kein Einweiser in Sicht war (wahrscheinlich weil die Fähre mal wieder weniger als halb voll war), muss ich mich natürlich von vorne links noch dekroativ schief ganz nach vorne in die Mitte  umsortieren. Abgesehen davon bin ich so konditioniert, da man sonst von den Einweisern auf Fähren ja mit aller Gewalt so weit wie möglich nach vorn oder an den Vordermann gewunken wird. Mit leeren Fähren kann ich also eigentlich auch gar nicht umgehen.

Vielleicht fühlen sich die anderen ja auch unterm Dach sicherer. Etwas Regen würde mir hingegen die Autowäsche sparen.

Es bleibt jedoch trocken, dafür ist es aber (wie auch während der restliche Heimfahrt) sehr windig. Die Fähre schaukelt auch leicht, aber für 40 Minuten überstehe sogar ich das unbeschadet. Diesmal ist es die "Prinsesse Benedikte", auch diese können wir nicht genau in die Dänische Thronfolge einordnen, aber was solls. Ein letzter Blick auf Dänemark,

und dann tun wir das, was ich schon als Kind auf dieser Fährstrecke tun durfte und kaufen eine große Tafel Toblerone. Irgendwie verbinde ich diese Schokolade mit der Fährstrecke Rødby - Puttgarden. Außerdem muss ich mir ja noch den im Ticket inkludierten Kaffee zu Gemüte führen. Danach ist auch schon fast wieder Zeit, zum Auto zu gehen. Natürlich mache ich von dort auch noch das obligatorische "entgegenkommende Fähre" Foto.

Der Hafen von Puttgarden kommt näher,
und näher.

Nach öffnen der Bugkklappe haben wir freie Sicht auf den Fähranleger. Passt.

Ist ja auch mal ein interessantes letztes Reisefoto anstelle von "Anflug auf *hier beliebigen deutschen Flughafen oder Amsterdam einsetzen*". Der Rest der Heimreise ist ungefähr genauso unspektakulär wie frustrierend: Der Sprit in Burg auf Fehmarn ist im Grunde genauso teuer wie in Skandinavien, und obwohl nirgends Ferien mehr sind und es sich auch definitiv nicht um die letzten Reiserückkehrer aus Baden-Würtemberg handelt, ist die A1 in alle Richtungen rappelvoll. Von Hamburg bis hinter Münster kommen wir etwa alle 15 km in den Genuss von kleinen Staus und stockendem Verkehr. Die Heimfahrt dauert so fast 2 h länger als die Hinfahrt. Immerhin, keine toten Elche mehr unterwegs, aber das geübte Auge sieht noch ein paar Rehe. Zum Glück lebend und neben der Autobahn. Gegen 19 Uhr sinken wir mit einer Flasche heimischem Kulturgut müde auf die Couch.

Immerhin haben wir bei unserer "Heimatrunde zwecks körperlicher Ertüchtigung" am Folgetag gleich eine erfreuliche "Wildlife-Begegnung" mit einem neuerdings hier heimischen "Heurollenrind".

Damit beende ich den eigentlichen Reisebericht "Planlos in Skandinavien", werde aber in nicht allzu ferner Zukunft noch ein paar Eindrücke zu kurzfristigem Reisen zu Coronazeiten, Autoreisen, Hotels... zusammenfassen.

Erstmal Danke fürs Mitlesen!
 


Samstag, 12. September 2020

Dänemark - plattes Land und platte Füße

Auch das Hotel in Køge erfreut uns mit einem gut organisierten und leckeren Frühstück. Da wir hier nichts weiter vor haben, außer ein wenig zwischen den beiden Fahrstrecken zu entspannen, machen wir einen kleinen Spaziergang am Meer entlang. Trotz fehlender Topografie ist es hier ganz fotogen, insbesondere weil man auf den Fotos die allgegenwärtige, stark befahrene Hauptstraße nicht hört.



Wir wandern überwiegend über Pfade durch die Wiesen, teilweise auch am Strand und finden allerlei interessante Dinge.

Muschelsammlungen

Strandtomaten

noch blühende Heckenrosen

Die Aussichten aufs Meer sind auch sehr schön,


manchmal mündet ein kleiner Fluss,
Tümpel mit Wasserlinsen

und wild aussehende Pflanzen.



Irgendwann ist der Strandweg zuende und wir stehen schon fast im Nachbarort von Køge, Støbi Egede. Angekommen hier laufen wir noch ein Stückchen an der stark befahrenen Straße entlang Richtung Ortsmitte, nach etwa 6 km Laufen wäre uns nach einem Eis und hier gibt es zumindest zwei Supermärkte. Dann entdecken wir aber noch eine Bäckerei mit sehr lecker aussehenden Teilchen und Kuchen in der Auslage. Da es nicht so heiß ist, dass wir dringend ein Eis benötigen, erscheint uns etwas Gebäck als gute Alternative für den kleinen Hunger unterwegs. Wir kaufen eine Apfel-Kokosschnitte und etwas, was an eine Bisquitrolle mit Nuss-Nougat erinnert.


Wir nehmen unseren kleinen Mittagssnack im Solgardspårken auf der dem Meer gegenüberliegenden Straßenseite ein. Ein erstaunlich großer Park für so einen kleinen Ort.


Social Distancing mal ganz leicht gemacht.

So gestärkt entscheiden wir uns, nicht den selben Weg am Meer zurückzugehen. Inzwischen ist es ziemlich bewölkt und windig, also gehen wir den Rückweg durch den Wald und nicht am Strand entlang. Irgendwie ist es ja auch viel netter, einen Rundweg zu laufen. Fotografisch gibt der Weg durch den Wald und ein Wohngebiet nicht mehr so viel her, am Ende kommen wir noch an einer idyllischen Kuhweide vorbei.

Im Hotel angekommen legen wir erstmal die plattgelaufenen Füße hoch, unser kleiner Spaziergang war am Ende doch 14 km lang. Ansonsten ist dann auch bis zum Abendessen nicht mehr viel mit uns los. Wir entscheiden uns wieder für ein distanziertes Abendessen in der Bar, heute testet der Gatte das Steak und ich den Fischburger.


Grundsätzlich schmeckt uns beides sehr gut, ich bin nur froh, dass ich die Sauce Bernaise nicht essen muss. Diese schmeckt nämlich aus meiner Sicht sehr weihnachtlich nach Printen. Der Gatte findet's gut, also alles in Ordnung. Dazu gibt es im Rahmen des Kulturguttests Kategorie "Bier" heute die "Classic" Variante des Brygstjernen Royal, von dem wir gestern das Pilsener hatten. Das Classic ist etwas dunkler und etwas herber, hätten wir gestern schon gern genommen, war aber aus. Da gehen auch mal zwei zur Feier unseres letzen Abends.
Für das zweite machen wir unseren Esstisch für die wartenden Gäste frei und distanzieren uns noch ein wenig mehr mit Hilfe der bequemen Sofas in der Bar.