Heute gibt es eine echte Rarität in diesem Blog: Einen Sonnenaufgang. Dieser ist allerdings nur der Tatsache geschuldet, dass wir um 8 Uhr die Fähre von Saint John nach Digby nehmen und spätestens um 7 Uhr zum Check-In bereit stehen mussten. Dann nehmen wir den Sonnenaufgang nebst Kreuzfahrtschiff mal dankend mit.
Da kommt auch schon das nächste Kreuzfahrtschiff.
Und dann sind Sonne und Kreizfahrtschiff gleichzeitig da. Da kann man was draus machen.
Jetzt ist aber erstmal Zeit fürs Frühstück. Hier gibt es endlich auch mal Spiegeleier. Mit Hotelfrühstück kann es hier auch allemal mithalten, nur der Kaffee ist vernachlässigbar was Farbe, Geschmack und Stärke angeht. Da war ich in den Hotels bisher angenehm überrascht.
Langsam kommt Nova Scotia in Sicht.Nach knapp 2,5 Stunden erreichen wir Digby und fahren direkt weiter zu unserer ersten Wanderung. Digby und Digby Neck sowie den Kouchibouguac Nationalpark haben wir 2018 schon besucht. Heute wandern wir jetzt erst einmal zu den Clemensport Falls. Zu Beginn der Wanderung wird vor freilaufenden Hühnern gewarnt, wir werden allerdings von einem großen, sehr liebesbedürftigen, freilaufenden Hund begrüßt. Ich war zu sehr mit Streicheln beschäftigt, um ein Foto zu machen.
Der Weg ist kurz und unspektakulär, das Übliche halt, ein mehr oder minder steiler Waldweg mit reichlich Rumgewurzele. Der Wasserfall hingegen gefällt uns sehr gut, wir steigen zunächst ans obere Ende, wo sich ein schönes Farbenspiel mit bemoostem Fels, Wasser und rotem Laub zeigt.
Der kleine Wasserfall schlängelt sich schön durch den Felsen.Da es hier mal wieder sehr schattig ist, kann auch ich Langzeit-Belichten ohne Filter (und natürlich ohne Stativ, das liegt im Auto wie immer).
Sieht irgendwie total unecht aus.
Dann folgen wir natürlich auch noch dem Weg ans untere Ende des Wasserfalls, der in einen sehr tiefen Pool fällt.Nächster Stopp ist Annapolis Royal mit dem Fort St. Anne.
Das Wetter ist traumhaft. Das Fort ist halt ein Fort. Aber mit viel schöner Aussicht auf die Bucht. Macht ja auch Sinn. Auf dem Foto unten sieht man das Munitionslager.
Wir drehen noch eine kleine Runde durch das Örtchen, das auch nicht viel größer ist als das Fort selbst. Highlights: Die hübsche weiße Kirche...... und das Sachsen Cafè&Restaurant. Es gibt Erbsensuppe, Kartoffelpfannkuchen und Kuchen, aber irgendwie sieht es ähnlich einladend aus, wie man sich Sachsen im Worst Case vorstellt.
Jetzt wird es wieder Zeit zum Wandern. Nach knapp 30 Minuten Fahrt erreichen wir den Delaps Cove and Meiers Point Trail. Natürlich gibt es auch hier einen Wasserfall. Es geht erst einmal idyllisch durch den Wald.
Durch den Herbstwald kann man das Meer erahnen. Sagte ich schon, wie wunderbar das Wetter heute ist?
Nach kurzem Marsch erreichen wir die Küste.
Rechts im Bild steht ein Gedenkstein für die im Dezember 2020 gesunkene "Chief William Saulis". Das Schiff war wohl verstärkt und dadurch zu schwer, noch dazu hatte es zu viele Muscheln geladen und ist daher gekentert. Von den sechs Besatzungsmitgliedern wurde nur eine Leiche gefunden.
Da hier auch eine Bank steht, nutzen wir die Gelegenheit, unsere heute morgen auf der Fähre gekauften Muffins zu konsumieren. In der Sonne. Bei Traumwetter.Gut gestärkt wandern wir jetzt wieder entlang der Küste über Felsen.
In einer Schlucht kommt der Wasserfall in Sicht.
Momentan hat er sehr wenig Wasser, zu anderen Jahreszeiten ist er deutlich breiter, dafür gibt es dann halt kein buntes Laub.
Man kann auch auf eine Aussichtsplattform über den Wasserfall gehen. Ist jetzt mit dem wenigen Wasser nicht rasend spektakulär, aber schön.
Wir gehen noch ein Stück weiter zum Aussichtspunkt über die Klippen. Dort gegenüber sind wir her gekommen.
Danach führt der Wag uns am Bach entlang leicht aufwärts. Rotes Laub im Bach ist ja auch mal ein schönes Motiv.
Am Ende der kleinen Wanderung geht es wieder durch den bunten Herbstwald und nach 2,5 km sind wir schon wieder zurück am Parkplatz.
Als letztes halten wir noch am Black Rock Lighthouse. Zitat vom Gatten: "Auf Google sah er größer aus." Bei dem tollen Wetter gehen natürlich trotzdem ein paar Fotos von Leichtturm und Umgebung.
Wir sind inzwischen ziemlich müde, das frühe Aufstehen fordert seinen Tribut. Gegen 17 Uhr checken wir im Farmhouse Inn B&B ein, und werden auch hier sehr freundlich von unserem heutigen Gastgeber empfangen. Auch hier ist es sehr gemütlich, und irgendwie haben wir mal wieder ein riesiges Zimmer gebucht. Dabei wollen wir doch immer einfach nur ein breites Bett, damit wir uns beim Schlafen nicht in die Quere kommen. So viel Romantik.
Das Teekessel-Nachtlicht ist ja wohl total niedlich.
Zum Glück haben unsere beiden auf dieser Reise gebuchten B&B wieder einmal so unterschiedlichen Stil, dass sie absolut nicht miteinander konkurrieren können und müssen.
Das Sofa ist jedenfalls gemütlich und ich mache erstmal ein kurzes Nickerchen, bevor wir zum Abendessen aufbrechen.
Wir drehen noch eine kleine (größer ist der Ort auch nicht) durch Cannings. Die Highlights sind ein ehemaliger Leuchtturm, den man von Meer weggebracht hat, damit er nicht so schnell verwittert...
... und ein kleiner Park, wo sich früher eine Schiffswerft befand. Heute befindet sich an dieser Stelle schönes Abendlicht.Wir essen heute in Dickie Baxters Taproom and Bistro, was erstmal relativ unspektakulär klingt.
Es ist an einem Freitag Abend extrem gut besucht und wunderschön eingerichtet, mit hoher Decke, auf deren Balken überall hängende Topfpflanzen stehen. Es erinnert ein bisschen an ein Gewächshaus. Leider habe ich kein Foto gemacht.
Die Speisekarte lässt auf überraschend gehobene Küche schließen, und endlich gibt es auch mal einige Weine aus der direkten Umgebung zu trinken. Wir beginnen mit einem weißen Blomingdon Estate Tidal Bay, der quasi um die Ecke angebaut wird.
Wir sind positiv überrascht, er ist recht trocken und erinnert an Sauvignon Blanc und grünen Veltliner und passt hervorragend zur reichhaltigen Chowder als Vorspeise.
Dem Gatten fällt auf dass er noch gar kein Steak diesen Urlaub hatte und bestellt ein Ribeye mit Pfefferkruste, dass ihm perfekt, wie gewünscht, medium rare gebraten serviert wird. Das haben wir in Kanada ja leider auch schon anders erlebt. Hier ist er sehr zufrieden.
Ich habe ein beachtliches Stück Atlantischen Heilbutt mit sehr knuspriger Maiskruste, Fenchelsalat, saisonalem Genüse und Kartoffeln.
Dazu hat der Gatte einen regionalen und absolut überraschend guten Rotwein und ich einen Rosé, der sehr fruchtig ist, aber sehr gut zu Fisch und Gemüse und auch zum Nachtisch passt. "Leider" wurde nämlich die ganze Zeit ein sündhaft lecker aussehender Käsekuchen an den umliegenden Tischen serviert, und so müssen wir auch da noch ein Stück teilen. Er sah nicht nur sündhaft lecker aus.
Dazu einen Espresso für mich, um den sehr dünnen Kaffee auf der Fähre heute morgen zu kompensieren. So schließt sich der Kreis und wir gehen schlafen.










































































Viele Fotos sind ausstellungsreif,
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