Wenn meine Kopfschmerzen etwas zuverlässig ansagen, dann Wetterwechsel, und so erwartet uns nicht ganz überraschend heute der folgende Blick aus dem Hotelzimmerfenster:
Beim Frühstück gibt es heute unter anderem Waffeln, wir werfen mal etwas Obst dazu.Da es hier nur bis neun Uhr Frühstück gibt, sind wir schon relativ früh unterwegs und kurz nach zehn bei unserer ersten Wanderung zu den Hays Falls.
Yay, Frühsport!
Der Weg ist mit sehr viel rotem Laub bedeckt.
Oben ist es auch schön bunt.Immerhin lohnt der Wasserfall, auch wenn Fotografieren aufgrund der Lichtverhältnisse schwierig ist
Der Weg an sich ist nicht allzu schwierig, nur zum Wasserfall geht es etwas steiler bergab.
Danach kann ich es mir nicht verkneifen, als Ex-Schlagzeugerin bei Sabian, einem Beckenhersteller vorbeizufahren, der hier um die Ecke sein Werk hat. Wir verschweigen geflissentlich, dass ich nie Sabian-Becken gespielt habe. Für ein Foto des Logos mit Herbstlaub hat der Besuch gereicht, für eine Besichtigung hätte man sich vorab online anmelden müssen.
Danach wird es doch sehr spannend: Wir wollen eigentlich die 630 über Canterbury nach Süden zum nächsten Wanderstopp fahren, doch diese ist hier gesperrt. Eine Umgehung würde durch die hier unmittelbar angrenzende USA führen, wir haben aber zur Zeit kein gültiges ESTA und auch absolut keine Lust, in die USA einzureisen. Google Maps schlägt eine Strecke über noch nebenstraßigere Nebenstraßen als die 630 vor, die angeblich als eine der schlechtesten Straßen Kanadas gilt. Letztendlich bedeutet das, Logging- und ATV-/UTV-Roads, was quasi Waldwege bedeutet.
Das ist noch die entspannte Variante zu Beginn, später wird es matischig, steinig und einige Pfürzen grenzen an Furten. Zum Glück ist der Tiguan doch recht geländegängig.
Irgendwann weißt uns Google Maps an, einer - wie wir dem anstehenden Schild entnehmen - Schneemobil-Piste Richtung Hauptstraße zu folgen. Wir sind uns in dem Moment nicht ganz sicher, was wir absurder finden sollen, dass es hier offizielle UTV- und Schneemobil-Straßen inklusive Nummerierung gibt oder dass Google Maps einen mal eben dort lang schickt.
Noch während wir so rumstehen, uns wundern und überlegen, ob wir nicht doch besser dem gut befahrbaren Waldweg geradeaus ins Nirgendwo folgen sollen, tauchen hinter uns zwei nette Senioren im UTV auf, die fragen, ob wir uns wohl verfahren haben. Ist wohl naheliegend.
Wir vergleichen kurz unsere Ziele und Fahrtrichtungen, sie wollen nach McAdam, dem Ort, der direkt an dem Provincial Park, in dem wir als nächstes wandern wollen, liegt. Die Straße, der wir überlegt haben zu folgen, führt uns genau dort hin, und sie können uns auch sagen, dass man diese auch problemlos mit unserem SUV befahren kann. Also folgen wir ihnen etwa 30 km durch die Wildnis von New Brunswick. Vorne kann man ihr UTV erahnen.
An der Tankstelle von McAdam verabschieden wir uns herzlich von den beiden, sie sind doch sehr überrascht, dass wir aus Deutschland und nicht nur, wie unser Auto vermuten lässt, aus Nova Scotia kommen. Die beiden gehen hier Mittagessen und wir biegen gleich in die nächste (offizielle) Schotterstraße Richtung Spednic Lake Provincial Park ein. Hier gibt es auch für uns erstmal Mittagessen, in einer Tankstelle habe ich bei einem Pinkelstopp eine kleine Bäckerei, die "Homemade Pies and Muffins" verkauft, bemerkt, und wir haben ein Cranberry- und ein Schoko-Oatmeal-Muffin für die Mittagspause erworben.
Zur Abwechslung sind die Steine auf dem Weg mit Moos bewachsen, ist ja auch mal hübsch. Irgendwo auf halbem Weg kommen wir an einer Aussichtsplattform vorbei. Kein Elch in Sicht, nur Sumpflandschaft und buntes Laub.
Weiter geht's durch bemooste Steine und Wald.
Auch am Ufer des Spednic-Lakes liegen sehr viele Boulder.
Zurück geht es entlang des Seeufers durch den Wald, man könnte den Weg auch als Sammlung von Boardwalks durch verschiedene Grüntöne bezeichnen.
Interessante Pilzhaufen haben wir auch gefunden. Wir vermuten, wenn sie essbar wären, stünden sie nicht so unbehelligt mitten auf dem Weg herum.
Der weitere Fahrweg ist traumhaft sonnig und herbstlich bunt. Und ja, auch teilweise unbefestigt. Aber wenigstens breit.
Unser letzter Halt ist der Ganong Nature Park, wo wir nur noch Zeit für einen kurzen Spaziergang haben, da wir zwischen 17 und 18 Uhr wie verabredet an unserem B&B ankommen sollten.
Dennoch genießen wir kurz die Aussicht auf die gegenüberliegenden Ufer.
Das Areal ist schön und gepflegt, und man könnte hier sicher auch mehr Zeit verbringen, aber unsere Gastgeber warten auf uns.
In unserem B&B in St. Andrews haben wir ein riesiges Zimmer im ersten Stock, das wir nach einem freunldichen Empfang mit jeder Menge Informationen beziehen.
Weil wir ja heute noch nicht viel gelaufen sind, gehen wir zu Fuß zum Abendessen und begegnen in der beschaulichen Innenstadt von St. Andrews mehr Wildlife in Form von Rehen, als in der gesamten letzten Woche.Heute gibt es mal etwas ausgefallenere Küche als die letzten Abende, wir speisen im "William and Water" (das schlichtweg nach der Straßenkreuzung, an der es sich befindet, benannt ist).
Das Konzept ist deutlich kreativer als der Name, es gibt Gerichte zum Teilen im Tapas-Konzept.
Das Kulturgut wird heute nicht geteilt, schließlich sind wir zu Fuß hier. Der Gatte hat ein New Zealand IPA von der örtlichen Brauerei, ich ein IPA von der Long Island Brewing Company in Nova Scotia.
Das Kulturgut wird heute nicht geteilt, schließlich sind wir zu Fuß hier. Der Gatte hat ein New Zealand IPA von der örtlichen Brauerei, ich ein IPA von der Long Island Brewing Company in Nova Scotia.
Wir starten mit einem Toast mit Anchovis, Pesto und Manchego Käse. Die Kombination aus Käse und Sardellen erinnert ein wenig an Surströmming, den wir ja glücklicherweise mögen. Dazu Smashed Potatoes mit Kimchi, Spiegelei und unglaublich viel Knoblauch.
Danach: Garnelen mit Chorizo und, wer hätte es gedacht: Knoblauch.Als letzten Gang gibt es Lachs in Miso-Marinade mit Rettich und Ingwer.
Alles war sensationell lecker und wir können uns nicht verkneifen, auch noch den Nachtisch zu verkosten. Ich nehme einen Carrot Cake, der wie Lebkuchen schmeckt, mit Ahornsirup-Karamell-Mandeln,
Der Gatte hat ein Schoko-Panacotta, dass eher ein Schokopudding, aber sehr lecker und riesig ist.
















































