Freitag, 28. Februar 2025

This is Finnish, but not the End - BewEISsicherung (3)

Nach dem Elchie habe ich den festen Vorsatz, mich mal ein wenig zügiger weiterzubewegen. Dies gelingt mir natürlich nur bedingt, schließlich laufe ich weiter an diesem riesigen, toll geforenen See entlang. Die herunterhängenden Äste geben mit selbigem übrigens auch ein schönes Motiv ab.

Gefrorene Wellen: Einfach zu toll, um sie nicht zu fotografieren.


Die Inseln im Hintergrund sind auch schön, trotz der tiefhängenden Bewölkung. Aber wer braucht schon Weitsicht, wenn er Eis vor der Nase hat.
Der Kontrast mit dem braunen Schilf hat auch was.
Man kann auch mit einer kleinen Kiefer im Vordergrund für Abwechslung sorgen.
Wenn ich nicht gerade am Ufer herumfotografiere, laufe ich hier einen durchaus schönen und vor allem schnee- und eisfreien Wanderweg im Wald.
Lange halte ich es nicht auf dem Waldweg aus, ein Kunstwerk mit Eis, Ast und Stein weckt meine Aufmerksamkeit. Also werfe ich mich mal wieder kurz zu Boden.
Daneben sieht es aus, als wäre das Wasser beim über die Steine Fließen gefroren. Ich bleibe noch ein Weilchen hier sitzen und fotografiere.

Zwischenzeitlich fällt mir auf, dass man von hier auch wieder einen ganz guten Blick auf die Brücke hat.
Aber ich muss mich noch ein bisschen dem Eis und den Steinen widmen.
Zwischenzeitlich frage ich mich, wieso ich mir eigentlich ein Makro-Objektiv gekauft habe, wenn es auch mit dem Weitwinkel geht.
An den Bäumen findet man auch noch schöne Pilze, wenn man nicht gerade vom Eis abgelenkt ist. Kann man auch mal ganz gut mit der Winterlandschaft kombinieren.
Dieser Pilz markiert ungefähr die Stelle, an der der kleine Rundweg, den ich laufen wollte, endet. Weil es aber so schön und auf der Karte erkennbar ist, dass es noch eine weitere Schleife in etwa 1,5 km Entfernung gibt, beschließe ich, diese noch mitzunehmen.

This is Finnish, but not the End - BewEISsicherung (2)

Ich stelle also meinen Rucksack ab und sinke (zum ersten Mal für heute) zu Boden, um die wundervollen Naturkunstwerke hier genauer zu betrachten und zu fotografieren. An dieser Stelle finde ich vor allem Eis mit Blättern und Eis mit Kies.


Ich gehe noch etwas näher ran und ärgere mich kurz, dass ich mein Makro-Objektiv zu Hause gelassen habe, aber auch mit dem Weitwinkel geht es ziemlich gut mit den Detailfotos - zumindest wenn man keine Rücksicht auf Kleidung und Körper nimmt.

Sogar ein kleines Modell der USS Enterprise habe ich im Eis gefunden.
Aufgrund der großen Kiesel am Ufer richte ich mich mühsahm, aber unfallfrei wieder auf und erfreue mich erstmal wieder am großen Ganzen der Landschaft. Natürlich mit reichlich Fotos.
Es ist wirklich faszinierend, dass es so aussieht, als wäre der See mitten in der Bewegung erstarrt.
Noch dazu kommt die tolle Eiskante, an der sich vermutlich noch einige Zeit Wasser am bereits gefrorenen Uferbereich aufgestaut hat.


Wie schön das Eis hier schichtweise aufgrund der Bewegung des Wassers geforen ist.


Im weiteren Verlauf sind auch Fuß- und Fahrzeugspuren auf dem Eis, und somit beschließe ich, dass ich mich hier sicher mal dem aufgestauten Rand etwas nähern kann.







Ich kann mich kaum sattsehen oder -fotografieren, ich bin mittlerweile schon über eine Stunde hier und kaum vom Fleck gekommen. Aber es ist halt so schön. Dem Reiseelch gefällt es auch und so bekommt er auch hier wieder sein "Elchie". Damit unterbreche ich dann auch wieder bis zum nächsten Teil, damit es niemandem zu frostig am Bildschirm wird.

Donnerstag, 27. Februar 2025

This is Finnish, but not the End - BewEISsicherung (1)

Heute bleibt das Frühstück unbebildert, aus gutem Grund, das Bier ist uns ja bekanntlich gestern Abend ausgegangen. Das brauchen wir zwar nicht zum Frühstück, aber deshalb gibt es nur ein schnelles Müsli, um dann ein freies Zeitfenster beim Gatten für einen schnellen Einkauf zu nutzen. Neben dem ebenfalls fehlenden Abendessen für die beiden letzten Abende wandern diese vier künstlerisch wertvollen Bierdosen in den Einkaufswagen. Hat außerdem den Charme, dass eine Verlinkung auf diesen Post im Titelbild mal kein Frühstück, sondern Bier zeigt. Das wirft Fragen auf und bringt Klicks.
Ansonsten hat unter anderem auch dieses formschöne Gebäck mit dem Namen "Hevosenkenkä" (zu Deutsch: Hufeisen) neben ein paar "Ä", die man im Finnischen offenbar immer gebrauchen kann, seinen Weg in den Einkaufswagen gefunden. Sogleich wird es - neben einem Brot mit Rentiersalami und Käse - von mir als Tagesproviant auserkoren. Der Gatte hat natürlich auch ein Hufeisen für die Fika am Schreibtisch bekommen.

Ich habe vor einigen Tagen auf der Karte einen Leuchtturm entdeckt, der an einem großen See namens Päljänne liegt. Den schaue ich mir einmal an und danach will ich hier auch - wenn ich schonmal da bin - den Pulkkilharju Naturlehrpfad laufen. Aufgrund des heute mal wieder wenig einladenden Wetters und meiner schweren Beine von der 9 km Schneewanderung gestern erscheinen mir knapp 2,5 km angemessen.
Wie man daraus am Ende 5,8 km macht, erfahrt ihr im Laufe dieses Berichts. Folgt mir für mehr Wandertipps!

Jetzt aber erstmal auf zum Leuchtturm, den ich nach etwa 45 Minuten Fahrt erreiche und fast übersehe. Er ist eher klein, aber ich will mal nicht diskriminierend sein.
Dafür haut mich die umgebende winterliche Seenlandschaft hier ziemlich vom Hocker. Trotz des trüben Wetters (man könnte es hier eigentlich guten Gewissens mal wieder als "mystisch" bezeichnen) führt die Straße wunderschön gelegen über eine schmale Landzunge durch den See.
Ich verbringe hier erstaunlich viel Zeit neben dem kleinen Leuchtturm, der gefrorene See, der wirkt als wäre er schlagartig inklusive des Wellengangs erstarrt, fasziniert mich.




Am Ende der Landzunge führt eine Hängebrücke auf eine vorgelagerte Insel. Hier beginnt auch der Wanderweg und so kann ich mich nach Parken des Autos zunächst in aller Ruhe der Brücke und den umliegenden Aussichten widmen. Natürlich sind an der Brücke gerade Bauarbeiten, an denen ich mehr oder minder elegant vorbeifotografiere.

Auch ansonsten ist schon der Beginn des Wanderweges landschaftlich wunderschön, und ich kann mich kaum sattsehen.




Während ich an dieser Stelle zu Boden gehe, um mehr Details dieses gefrorenen Wunderlandes zu fotografieren, gehe ich beim Schreiben des Berichtes nun erstmal in eine nächtliche Pause, um die Vorfreude auf die nicht enden wollenden Eisbilder des heutigen Tages noch ein wenig anzuheizen. Es sind sowieso viel zu viele Bilder, die man auch locker auf mehrere Berichtsteile verteilen kann, genau wie man 2,5 km Wanderung beliebig verlängern kann (das könnte meine bleierne Müdigkeit erklären).
In diesem Sinne, stay tuned, gute Nacht und bis morgen.