Freitag, 15. März 2019

This is Fin(n)ish, but not the End. Mehr Rentiere.

Rentiere kann man ja nicht genug fotografieren, sind einfach zu niedlich. Helles Rentier auf weißem Hintergrund ist manchmal halt nicht ganz optimal, also ein bißchen nachgebessert, was nicht schon taugte.

Die Rentierbilder vom ersten Tag waren ja dank des umgebenden Waldes und des Sonnenuntergangs ziemlich unterbelichtet.



 



...und dann war da natürlich das Rentierfüttern. Die Kamera zur Sicherheit im Automatikmodus, mit dem Ergebnis, dass sie im Gegensatz zu mir eher überbelichtet. Hier nochmal ein paar, einfach weils so schön war mit möglichst wenig Dopplungen.


Oppa

Wenn es Rudolf das Rentier gibt, sieht es aus wie dieses, finde ich.

This is Fin(n)ish, but not the End. Bearbeitete Landschaftsbilder

Ich hatte ja noch bearbeitete Fotos versporchen. Bei den Landschaftsbildern hatte ich einfach Probleme, die richtige Belichtungseinstellung zu finden, daher hier noch ein paar bearbeite, die zu dunkel waren. Sorry, falls was doppelt ist ;)

Zunächst vom Aurora Village:




Inarisee






Der Schnee glitzert so schön in der Sonne.

Montag, 11. März 2019

This is Fin(n)ish, but not the End. Der Rest von Lappland

Tja, was erzählt man, wenn es eigentlich nichts mehr zu erzählen gibt...?

Lappland hat uns mit starkem Schneefall verabschiedet und da wir nicht mit nassen Klamotten ins Flugzeug wollten, haben wir den Schneefall vom Aufenthaltsraum bewundert.

Unsere Rentierfreunde, 

deren Anführer ich inzwischen aus gutem Grund auf den Namen "Pissbert"
getauft habe - er kommt immer, schaut ob man was zu essen hat und stellt sich wenn nicht erstmal X-Beinig hin und lässt laufen -
schauen trotz  des Schneefalls wieder vorbei und ich mache ein paar Abschiedsfotos.

Gegen 13 Uhr befreien wir das Auto problemlos vom lockeren Schnee und fahren wieder Richtung Flughafen. Ich bewundere vor allem die schöne Deckenbeleuchtung

und die riesigen Schneepflüge, viel mehr hat  der winzige Flughafen im Grunde auch nicht zu bieten.

Der A319-114 D-AILF in Star Alliance Liverey landet trotz des Schneefalls pünktlich und löst bei zwei benachbarten Damen die Diskussion aus, ob die Star Alliance wohl eine Tochtergesellschaft der Lufthansa sei. Naja sowas ähnliches.

Boarding und Start sind pünktlich, beim Rollen zur Startbahn werden wir von einer Dreierreihe aus riesigen Schneepflügen eskortiert. Beeindruckend.

Der Rückflug verläuft bis zum Landeanflug völlig unspektakulär, so unspektakulär, dass man uns nichtmal mit neuem Essen nach dem Leckeren vom Hinflug überrascht, offenbar weil wir das vom Hinflug so gelobt haben, entscheidet man sich kurzerhand, es auf dem Rückflug nochmal zu servieren. Immerhin schmeckt es auch wieder gut. Der Landeanflug auf Frankfurt ist dank den ersten Ausläufern von Sturm "Eberhard" bereits ziemlich wacklig, aber wir schaffen es immerhin noch im ersten Anlauf zu landen.

Wir treffen uns am Flughafen mit meinem Vater, fahren zu meinen Eltern um den Hund in Empfang zu nehmen, der uns erstmal vor Freude (oder Frust dass auch sein Urlaub endet) in der Nacht auf Sonntag mit Durchfall beglückt. Nach extrem stürmischer Fahrt und ein paar Umwegen bedingt durch umgefallene Bäume im eigenen zu Hause angekommen, ist dann aber alles wieder gut und wir fliegen noch eine Runde Gassi, nachdem der Sturm inzwischen seine volle Stärke erreicht hat.
Abschließend kann ich sagen, dass es für mich ein absoluter Traumurlaub war, mein Mann fand es auch ganz wunderbar. Ich liebe Schnee und Kälte, wir hatten noch dazu wahnsinniges Glück mit Wetter und Nordlichtern. Das Hotel Aurora Village in Ivalo hat uns sowohl in Hinblick auf die Unterkunft als auch auf Essen und Service voll und ganz überzeugt.

...und das wichtigste: ich habe mit Finnisch-Lappland endlich alle Elche auf meinem T-Shirt, das ich 2015 in Stockholm erworben habe, abgearbeitet.
In den kommenden Tagen werde ich noch die Fotos bearbeiten und noch ein paar davon hier einstellen, insbesondere wahrscheinlich Nordlichter, nachdem ich gestern schon bei den ersten Nordlichtfotografien zu dem Schluss kam, irgendwie ist das alles Fake, wenn man so sieht, was nach der Bearbeitung alles im Foto ist, was die Kamera wohl abgelichtet, das Auge und Originalbild aber nicht immer gezeigt haben. Es bleibt also spannend, was auf den Fotos noch so alles an Nordlichtern zu finden ist.

Freitag, 8. März 2019

Winter we're coming. Gesammelte Werke aus Lappland (9)

Heute ist es ausnahmsweise mal bewölkt, aber das hält uns nicht davon ab, den Tag nach dem Frühstück mit einer Stunde Langlauf bei - 20 °C um 11 Uhr morgens zu beginnen. Nach 4 Tagen mit Skiausflügen melden sich dann doch die alten Knochen unterwegs öfters mal, zumal es auf dem stark gefrorenen Schnee im Vergleich zu den "Lauen Frühlingstemperaturen" der letzten Tage doch ziemlich anstrengend ist. Danach erscheint der Tag erstmal gelaufen, wir sind beide ziemlich platt und das Wetter verlockt mit immernoch -15 °C und Wolken immer noch nicht zu allzugroßen Aktivitäten mit schweren Beinen. Irgendwann fällt uns ein, dass es ein paar Kilometer weiter noch den Wild Spirit Park gibt. Wir fahren hin, aber er hat leider geschlossen. Passt irgendwie zu unserer Motivation. Nebenan ist ein kleines Naherholungsgebiet mit Wanderwegen um den Berg Jänkkävaara , die im Winter allerdings, wie wir schon vermutet haben, als Loipen umfunktioniert wurden. Wir überlegen kurz, doch nochmal die Langlaufski holen zu gehen, aber vermutlich wäre das Auto zu kurz und der Nachmittag ist inzwischen doch recht weit vorangeschritten.
Wir entschließen uns, anstelle des Wildparkbesuchs einfach noch an der Rentierfütterung bei uns im Hotel teilzunehmen, sofern in nächster Zeit eine stattfindet. Wir fragen an der Rezeption nach, für heute ist keine Rentierfütterung mehr geplant, aber Guide Samuli hat gerade Zeit und ist so nett mit uns die Rentiere zu füttern.
Als erstes und auch am intensivsten lernen wir "Mel Gibson", das wohl gefräßigste Rentier aller Zeiten kennen. Er scheint absolut keine Scheu zu haben, so lange man Flechten bei sich führt.

Man könnte ihn schon fast als ein wenig penetrant bezeichnen,

aber immerhin macht er auch Männchen, wenn man ihn mit Flechten motiviert. Immerhin wissen wir jetzt auch, wen ich gestern gestern bei der Rentiergymnastik fotografiert habe.

Die Rentiere hier gehören wohl alle unterschiedlichen Besitzern und werden hier im Gehege eingestellt, teilweise werden sie irgendwann geschlachtet und einige - wie zum Beispiel unser gefräßiger Mel - zu Schlittenrentieren ausgebildet. Für Flechten scheint der Gute ja alles zu tun.
Nach und nach trauen sich noch ein paar andere Rentiere in die Nähe, auch ein paar weiße gibt es hier. Da diese im Sommer keinerlei Tarnung haben, werden sie wohl in freier Wildbahn meist nicht älter als ein Jahr.




Auch das älteste Rentier, immerhin etwa biblische 10 Jahre alt, schaut mal vorbei, lässt sich aber nicht bis auf Handfütterungsreichweite anlocken.


Es entschließt sich, lieber erstmal etwas Schnee zu trinken - Rentiere decken ihren Flüssigkeitsbedarf im Winter mit Schnee,
 um danach ein wenig am Salzstein zu lecken.

Insgesamt nochmal ein sehr schönes Erlebnis zum Abschluss.
... und immerhin wissen wir jetzt, dass es in Lappland nicht nur Santa Claus, sondern auch Einhörn(ige Rentiere)er gibt.

Winter We're coming. Gesammelte Werke aus Lappland (8)

Weil auch der Gatte Gefallen an Langlauf gefunden hat, leihen wir uns auch heute wieder ein Paar Ski im Hotel aus. Kostet ja schließlich nichts und das Wetter ist traumhaft und geradezu frühlingshaft mit - 7 °C.
An der Hütte mit den Ski treffen wir auch wieder auf unsere Freunde.
Man kennt sich inzwischen.


Eigentlich wollen wir eine Runde auf dem zugefrorenen und verschneiten Fluss drehen, aber da müssen wir erst einmal hin. Wir entscheiden uns für den Weg über einen Seitenarm und wollen eigentlich die kleine Insel gegenüber umlaufen. Das funktioniert aber nicht wie geplant und so queren wir den kleinen Wald über einen Pfad im Tiefschnee, wo ich mein Talent als Spurgerät für Loipen für meinen Mann entdecke.
Unser Einsatz wird belohnt und irgendwann treffen wir auf den Fluss.

Die meiste Zeit sind wir trotz des schönen Wetters alleine unterwegs, ab und an begegnet uns ein Schneemobil und in der Nähe von Ivalo treffen wir auf eine Gruppe Langläufer vom Hotel Ivalo sowie eine Gruppe mit Hundeschlitten. Nachdem wir schon über eine Stunde unterwegs sind, da der weg durch den Wald ziemlich viel Zeit gekostet hat, kehren wir am Ortseingang Ivalo auch wieder um und fahren zurück zum Hotel.

Nach einer kurzen Mittagspause entschließen wir uns, die schweren Beine noch bei einem kleine Spaziergang durch die Umgebung zu vertreten, wir haben bei unserer Skitour am Morgen noch einen kleinen Trail entdeckt, den wir mit Ski aber nicht abfahren wollten.
Auf dem Weg dorthin beobachten wir noch die Rentiergymnastik unserer Hotelrentiere:

Man versucht wohl, an irgendwelche Äste oder daran befindliche Flechten zu kommen.
Nach fast einer Woche scheinen uns die Tiere auch zu kennen und bleiben am Zaun stehen, wenn ich mich nähere.
Wir wandern über kleine Pfade
zum Beginn des Lappnature Trails, den wir heute Morgen gesehen hatten.
Es scheint sich hier nicht nur um einen, sondern um mehrere Trails zu handeln, also laufen wir schön aber ein wenig unstrukturiert durch die Gegend.


Landschaftlich ist es auch hier wieder sehr schön, der Wald wechselt zwischen Kiefern und Birken. Und außer zwei Franzosen und zwei riesigen, wild bellend ihr Grundstück bewachenden Hunden treffen wir die ganze Zeit niemanden.
Nach einer gut 4 km langen Runde erreichen wir wieder unser Hotel und finden auch das zweite Rentiergehege unterhalb. Hier führt zwar auch die Loipe vorbei, aber da waren wir wohl zu beschäftigt, als dass es uns auffiel.

Auch hier gibt es Rentiergymnastik zu beobachten, so ein frisches Geweih kann halt schonmal ziemlich jucken.

Wie sollte es auch anders sein, auch zwei der wilden Artgenossen kommen mal wieder vorbeispaziert.
Man versucht, uns oder die Rentiere im Gehege wohl zu überreden, etwas von dem Futter herauszugeben.

Funktioniert aber nicht, wir kommen nicht ran und die Herrschaften drin rücken natürlich nichts raus. Aber man kennt sich offenbar gut genug für einen kleinen Plausch am Zaun.

Nach reichlich körperlicher Betätigung haben wir uns natürlich auch unser Buffet verdient. Da wir noch etwas früh sind, gönnen wir uns heute vorm Essen schon eine Runde Backgammon und dazu einen Cocktail, der erstaunlicherweise das gleiche wie ein Bier kostet.
Ich trinke einen Cocktail mit Cloudberry, Vodka und Sprite, mein Man vergleichbares mit saurem Apfel. Auch mal ganz lecker. Nach dem wie immer hervorragenden Buffet gibt es noch leckere Blaubeerpfannkuchen zum Nachtisch. Man braucht ja Kalorien, es sind wieder Nordlichter vorhergesagt, und heute wollen wir uns mal noch ein Stück von der Hütte weg aufs freie Feld bewegen. Wäre ja toll, wenn es heute zum 6. Abend in Folge klappen würde. Unser netter Kellner spart jedenfalls bei seinem Rundgang, bei dem er die Gäste über die voraussichtlichen Nordlichter informiert, unseren Tisch mit den Worten "Jaja, ihr kennt's ja schon." aus.

Wie immer pünktlich gegen 21 Uhr sind ein paar helle Schlieren am Himmel erkennbar, also noch wärmer eingepackt als sonst. Wir sind inzwischen wieder bei unter -20 °C, da zieht frau auch mal 2 Paar lange Unterhosen unter die Skihose und noch einen dicken Wollpulli über Rolli und Funktionsshirt. Man bewegt sich beim Fotografieren ja nicht allzuviel.
Wir transportieren die Kamera vors Haus und schon setzt eine beeindruckende Lightshow (sogar die beeindruckendste seit unserem ersten Abend) ein:
Bei immer stärker werdenden Leuchten fotografiere ich mich so langsam den Weg entlang bis zum Haupthaus.
Dahinter hat man an der Loipe und dem Rentiergehege einen recht freien Blick richtung Fluss und kann das Spektakel völlig ungestört fotografieren, hier ist nämlich sonst keiner. Auch Orion ist neben dem Grünschleier gut zu erkennen. Es ist mit Abstand die klarste Nacht heute.
Hier über dem freien Feld kann man die sich ständig ändernden und immer noch verstärkenden grünen Schleier wirklich sehr gut fotografieren.

Fast schon klischeehaft wabert und schlängelt das Grün heute über den Himmel. War es bisher schon immer faszinierend und schön anzusehen, zeigt uns die Aurora heute mal, was sie so richtig draufhat. Da sage ich doch als Fotografin nicht nein und belichte fröhlich vor mich hin.






Es entstehen reichlich Bilder, die gar nicht mehr viel Bearbeitung benötigen werden. Leider entstehen zwischenzeitlich auch bei uns beiden sehr kalte Füße, und als dann auch der Kameraakku schlapp macht und das Objektiv anfängt einzufrieren, verkneife ich mir einen Akkuwechsel in der Kälte und wir begeben uns ins Warme. Spektakulär war es auf jeden Fall. Und, wie praktisch, wir haben ja noch unsere Hütte mit Glasdach, also neuen Akku in die Kamera, das inzwischen mit einer Eisschicht bedeckte Objektiv vorsichtig abgetaut und weiter fotografiert.
Gewohnte Perspektive aber deutlich mehr Aktivität als die letzten Abende. Dabei war der KP Wert eigentlich an allen Tagen außer Samstag der gleiche und die Wahrscheinlichkeit laut Aurora-App auch nicht anders als sonst. Aber man sieht es ja mit eigenen Augen/Objektiven, und Vorhersagen sind hier weder bei Wetter noch bei Aurora das Maß aller Dinge.






Auch hier ist bisher nichts an den Fotos bearbeitet. Irgendwann wird das Glühen wieder schwächer und uns fällt ein, dass wir vor einigen Tagen noch Kulturgut eingekauft haben. Wenn einem so viel gutes widerfährt, ist das wohl noch ein finnisches Bierchen wert.
Bei Tähkä handelt es sich im Übrigen um ein sehr süffiges (und NICHT fruchtiges) Weizenbier, das Lager ist uns ja schon zu Genüge bekannt.