Dienstag, 26. August 2025

... ich wollte schon immer mal nach Jokkmokk.

Nach einer ruhigen Nacht - behaupte ich jetzt mal, da ich mit Ohropax nächtige - überspringen wir kurz den wie immer unspektakulären Check-in und die Sicherheitskontrolle und begeben uns direkt zum Frühstück in die Panorama-Lounge.

Nichts spannendes, aber eine gute Grundlage für den alkoholfreien Rosé-Sekt, den es hier neuerdings gibt. Muss ich probieren, reißt mich aber nicht vom Hocker. Kann man gut trinken, aber irgendwas fehlt zum Sekt.
Das Boarding kommt plötzlich und zügig, führt uns allerdings mal wieder nur bis zum Flughafenbus - wir haben mal wieder eine Außenposition gewonnen. Ein Foto des 15 Jahre alten Airbus A320-214 mit der Kennung D-AIZH und dem Taufnamen "Ahlen" verpenne ich großzügig. Ich mache es durch einige andere Flugzeuge und sinnfreie Landschaftsfotos nach dem Start von oben wieder wett.








Traudel darf auf dem freien Mittelsitz Platz nehmen, und sofort sind wir die besten Freunde aller anwesenden Flugbegleiterinnen. 
Wir kommen ins Gespräch und treffen auf eine ebenso Nord- und Winterreise-Begeisterte, wie wir es sind. Nach den Service und einem Toilettengang darf ich längere Zeit die Bordküche nicht mehr verlassen, da man sich mit mir über Reisen in Kanada und Skandinavien austauschen möchte. Selten so einen kurzweiligen Flug erlebt. Das Essen war nicht gerade üppig (bis auf den Schokokuchen), aber lecker.

Später folgen dann noch ein paar weitere Landschaftsfotos aus Südschweden.





Stockholm begrüßt uns mit einem spektakulären "Luftloch" beim Anflug und einer Mischung aus Sonne und Regen. Ist auch egal, wir müssen ja sowieso noch weiter. Trotz etwa dreißigminütiger Verspätung erreichen wir problemlos unseren Anschlussflug. Ich winke kurz der 737 Max 8 von Icelandair...
...und schon geht es für uns mit dem 5 Jahre alten A320 Neo, der ehrlich gesagt abgeranzter als die 15 jahre alte Maschine der Lufthansa wirkt, weiter Richtung Lulea.

Aber hübsche Wolken haben sie hier.




Die Aussicht lenkt auch ein wenig vom in SAS plus kostenlosen Snack ab, der aus meiner Sicht ein absoluter kulinarischer Tiefpunkt, vom alkoholfreien Weizenbier mal abgesehen, ist. Den Muffin finde ich viel zu süß, das Knäckebrot mit "Kräuterkäsezubereitung" ist absolut ungenießbar und hat nicht einmal entfernt was mit Käse zu tun. Was solls, ein Bier ist eine Mahlzeit und es hat nichts extra gekostet.

In diesem Sinne "Velkommen til Luleå".


Wir landen überpünktlich und können schon vor der Gepäckabholung ganz entspannt unseren Mietwagen abholen. Ein Foto vom Volvo XC60 mit 13.600 km auf der Uhr folgt dann irgendwann noch. Die Koffer kommen auch direkt danach, und somit geht es noch heute für 200 km "on the Road". Traudel und der Reiseelch haben es sich auch schon im Auto gemütlich gemacht.
Unser erster Halt ist am Storforsen, diesen haben wir 2023 bereits im Winter besucht. Daher jubele ich immer mal ein paar winterliche Vergleichsbilder an geeigneter Stelle unter.
Schon von Weitem kann man die beeindruckenden Stromschnellen sehen. Außerdem ist alles unglaublich grün hier, viel grüner als im Winter.
Wir lassen es uns nicht nehmen, kurz über die lange Holzbrücke zum ersten Aussichtspunkt zu laufen.
Um diese Jahreszeit braucht man dafür auch keine Spikes.
Das Nachmittagslicht ist wunderschön und außerdem ist es so wahnsinnig grün hier.

Der Storforsen ist noch deutlich beeindruckender als im Winter.



Mein heutiges Lieblingsmotiv hier ist eindeutig dieser Stein:

Der Sinn dieses Rettungsrings hat sich mir schon im Winter damals völlig entzogen. Vermutlich würde man aus diesen Stromschnellen nicht einmal mit einem Airbag lebend wieder herauskommen...

Wir werfen noch einen kurzen Blick über die Felsen zum kleinen Wasserfall in der anderen Richtung, und dann geht es hier heute für uns schon wieder weiter.
Hier ist es jedenfalls sowohl im Winter als auch im Spätsommer sehr lohnend. Wir haben allerdings noch anderthalb Stunden Fahrt vor uns und eine wichtige Aufgabe zu erfüllen.
Zunächst entdecke ich allerdings drei Rentiere am Straßenrand. Ich bremse ab und fahre langsam darauf zu - bekanntermaßen muss man ja bei Rentieren immer mit allem rechnen. Noch während ich langsam darauf zurolle und über ein Foto nachdenke, verliert eines der drei vollkommen die Nerven und rennt einmal quer vor unserem inzwischen sowieso fast stehenden Auto vorbei. Die anderen beiden folgen kurz darauf, was mir Gelegenheit für ein Foto gibt.
Kurz darauf sehen wir rechts im Wald noch weitere 6 Rentiere stehen, natürlich, ein Rentier kommt selten allein. Drei auch nicht. Außer schöner Landschaft mit schönem Abendlicht und zwei weiteren Rentieren im Wald, eines davon schneeweiß, passiert auf den folgenden 150 km nichts spannendes mehr. So erreichen wir um etwa 18:30 kurz vor Jokkmokk den nördlichen Polarkreis. Außer diversen Schildern mit Aufklebern aus aller Welt und einem Café gibt es hier nichts allzu spannendes, wäre hier nicht unsere Aufgabe vom Nachbarn von gegenüber, den von ihm vor einigen Jahren hier platzierten Aufkleber unseres Wohnortes zu finden.


Nur so viel, die Aufgabe ist gelungen, wo der Aufkleber klebt und wie der Ort heißt, wird aber nicht verraten. 
Zehn Minuten später erreichen wir dann auch nach einem doch recht langen Tag den Ort mit dem wunderbaren Namen "Jokkmokk", den ich einfach mal besuchen wollte, weil der Name so lustig klingt. Er liegt ja auch ohnehin auf dem Weg, und so checken wir hier auch ins zünftige Hotel Jokkmokk ein.
Bei wohlbekanntem nordischen Kulturgut und deftigem Essen vom im Zimmerpreis inkludierten Buffet lassen wir den langen Tag entspannt auskingen.


Absolut erwähnenswert ist hier noch der Rhabarbercrumble zum Nachtisch, von dem zum Glück nur noch ein Stück da war, sonst hätte ich mich ganz furchtbar daran überfressen müssen.
Morgen geht es dann weiter nach Abisko.

Rentier-Counter: 11
Elch-Counter: 0

Bad Ideas (make the best Memories) - And so it begins.

*** Triggerwarnung: Auch dieser Reisebericht wird Essensbilder jeglicher Art beinhalten, Lesen mit leerem Magen erfolgt auf eigene Gefahr  ***

Nach dem sportlichen Höhenflug am Wochenende landen wir jetzt also wieder auf dem harten Boden der Urlaubs-Tatsachen, auf dem inzwischen auch schon unser - wie üblich üppiges - Reisegepäck bereit steht.
Von einem 15-minütigen "keine Ahnung, wieso, einen Grund sehen wir nicht" Stau kurz nach Abfahrt erreichen wir gegen 18 Uhr nach ansonsten entspannter Fahrt das Sheraton am Frankfurter Flughafen. Dieses Mal gibt es kein Upgrade ins Mariott, dafür aber getrennte Betten wegen (wichtig!) getrennten Decken auf eigenen Wunsch.
Ich verbreite als erstes ein wenig Lappland-Feeling mit den Pantoffeln aus dem Winterurlaub, die ich aber kurz darauf zugunsten eines Abendessens wieder gegen anderes Schuhwerk tausche.
Es gibt gar nicht mal schlechte Burger und zur Abwechslung mal Bayrisches Kulturgut, umrahmt von dekorativen Topfpflanzen.

Danach wechseln wir nahtlos ihn die Bar, wo es heute Abend nicht nur guten Negroni zum Anstoßen auf den Urlaubsstart, sondern auch sehr gute Livemusik mit Klavier, Gesang und vom singenden Pianisten mal eben auch noch mitgespielten Percussions gibt.
Wir fühlen uns nicht nur sehr gut unterhalten, sondern auch noch animiert zu tanzen. Da kaum was los ist, stören wir damit auch niemanden. Das Bar-Personal fühlt sich sehr gut unterhalten, und die Live-Musik scheint auch sehr angetan, dass jemand sie auf diese Art würdigt. Falls also jemand in den kommenden Tagen Gerüchte über zwei seltsame Menschen, die in der Hotelbar in Frankfurt getanzt haben, hört: Ja, das waren wir.
Tanzen macht durstig, und so bestellen wir noch eine Runde alkoholfreies: Ipanema und irgendwas mit Oolong-Tee und Orange, das schmeckt wie Pfirsisch Eistee.
Mit Ende der Live-Musik verlassen auch wir die Bar. Zu unserer Überraschung bekommen wir noch einen Nachlass auf die Getränke, weil unser Tanzen dem Barpersonal so gut gefallen hat. Waren die 17 Jahre Tanzkurs doch endlich mal zu was gut. Jetzt sind wir jedenfalls bettschwer und bereit, morgen den Großteil des Tages gemütlich zu sitzen.

Sonntag, 24. August 2025

Bad Ideas (make the best memories) - "Ihre Reise nach Oberhausen"

...mit diesen Worten wurde ich - sehr zu meiner eigenen Verwirrung - in den letzten Wochen einige Male von Booking an meine "anstehende Reise nach Oberhausen" erinnert. Ich war jedes Mal sehr verwirrt, wollte ich doch eigentlich auf die Lofoten reisen, bis mir wieder einfiel, dass ich mich ja vorher auch noch zu einer Deutschen Meisterschaft im Bogenschießen qualifiziert habe. Daher lehne ich die Unterhaltungsangebote auch dankend ab, die mir Booking in Oberhausen anbietet - ich fühle mich beim Bogenschießen eigentlich immer gut unterhalten. 
Da dieses Event ja - nicht nur laut Booking - in enger Beziehung zu unserer anstehenden Reise steht (schließlich fliegen wir deshalb erst am Dienstag statt wie sonst üblich am Wochenende) und sich der ein oder andere vielleicht auch für Randgruppensportarten interessiert, werde ich quasi als Intro auch kurz über "Meine Reise nach Oberhausen" zur Deutschen Meisterschaft des Bogensportverbandes berichten. Wer das jetzt nicht unbedingt spannend findet, kann natürlich auch erst morgen zur eigentlichen Abreise zusteigen.
Das obligatorische Gepäckfoto fällt hier noch etwas kleiner aus, auch wenn ich meinen Bogenkoffer samt überlebenswichtigem Inhalt gerne als "die Steigerung der Damenhandtasche" bezeichne. Traudel und der Reiseelch kommen auch mit - Traudel arbeitet ja inzwischen hauptberuflich als mein Maskottchen bei Turnieren und der Reiseelch kommt mit, weil ich reise. Der Gatte hält zu Hause die Stellung, erholt sich von der anstrengenden Arbeitswoche und nutzt die Zeit, um in Ruhe zu packen. Win-win quasi.
Gegen Mittag treffen mein Zoo, mein Bogen und ich bei angenehmem Wetter in Oberhausen auf dem durchaus schönen Bogenplatz ein, wo Traudel und der Reiseelch ihre Plätze mit guter Sicht einnehmen, während ich meinen Bogen aufbaue.
Geschossen werden im "Deutschen Bogensportverband" 4 Runden zu je 36 Pfeilen auf vier verschiedene Entfernungen (in meiner Klasse 70, 60, 50 und 30 m), üblicherweise in diesem Turniermodus an einem Tag, aufgrund der bundesweiten Anreise wird das Turnier hier auf zwei Tage auffgeteilt. Heute schieße ich also 70 und 60 m. Wie man sieht, ist das schon ein gutes Stück zu schießen und außerdem auch je sechs Mal zu laufen, um die sechs geschossenen Pfeile zu werten und wieder einzusammeln.
So sieht es dann aus, wenn knapp 130 Bogenschützinnen und -schützen sich bei tatsächlich mal angenehmem Wetter zum Wettbewerb treffen
Der erste Tag läuft bei mir extrem gut, und ich kann mich im guten Mittelfeld platzieren. Das ist doch eine gute Ausgangsposition für die beiden Runden am Folgetag. Das Abendessen bleibt ganz untypisch für mich undokumentiert, aber findet im sehr netten Kreis mit befreundeten Mitschützinnen statt.
Übernachtet habe ich im Super 8 by Wyndham am Centro, das an diesem Abend wohl von Bogenschützen sehr gut besucht war. Das Zimmerfoto fiel meiner Müdigkeit zum Opfer.
 
Tag 2 beginnt immerhin mit dem obligatorischen "Urlaubsbrot", das ich auch dokumentiert habe.
Danach geht es wieder auf den Platz und die Sportgeräte werden bereitgemacht.
Der Reiseelch schaut zeitweise auch interessiert zu, scheint es aber meistens ziemlich langweilig zu finden und ruht sich lieber für die anstehende "richtige" Reise aus.
Heute werden nochmal je 36 Pfeile auf 50 und 30 m geschossen. Leider blendet mich die Sonne in der ersten Runde ziemlich, aber ich kann mein Ergebnisniveau noch halten. Auf 30 m habe ich dann leider einen leichten Einbruch, der sicher auch ein wenig meiner durch das direkt hinter uns auf dem Fußballplatz stattfindende Fußballturnier angeschlagenen Konnzentration geschuldet ist. Am Ende kann ich aber trotz des Verlustes von 2 Plätzen eine Platzierung im Mittelfeld halten und schieße zu meiner eigenen Überrschung noch meine persönliche Bestleistung. So kann der Urlaub beginnen!
 
Zu Hause gibt es die obligatorische Pizza zum Urlaubsstart, und morgen geht es dann mit der eigentlichen Reise los. 

Sonntag, 10. August 2025

Bad Ideas (make the best Memories) - 4000 km durch Lappland, Lofoten, Senja und Lyngen-Alpen zum Nordkap.

Seit wir 2017 im Februar an den Niagarafällen geschwitzt haben und danach in Island eingeschneit sind, bereue ich, dass dieser Reisebericht nicht den Titel "Bad Ideas (make the best Memories)" nach gleichnamigem Songtitel von "Alle Farben" trug. 

Seitdem warte ich auf eine Reise, die diesem Berichtstitel würdig ist. Meistens berichte ich ja live und starte bereits vorab und meist weiß ich zu dieem Zeitpunkt noch nicht, ob die Reise eine schlechte Idee ist oder ob sie (dennoch) gute Erinnerungen machen wird.

Bis heute.

Heute habe ich meinen seit einigen Jahren traditionellen, individualisierten Reiseführer (Playbook, Reisebibel oder wie auch immer man es nennen mag) für unsere diesjährige Rundreise, die uns dieses Jahr in den ganz hohen Norden führt, fertiggestellt und noch nie bin ich bei einer Reiseplanung so oft verzweifelt, wie bei dieser. 
Noch nie habe ich so oft gedacht, dass diese Reiseplanung eine "Bad Idea" ist. 
Nicht weil die ganze Idee wirklich schlecht war, eher im Gegenteil, weil die ganze Gegend eigentlich nur aus meiner Sicht unglaublich tolle Landschaft zu bieten  hat und ich mich bei der Planung kaum entscheiden konnte. Dazu kamen in dieser unglaublich tollen Landschaft begründete unglaublich lange Fahrzeiten für unglaublich kurze Strecken und absurde Mietwagenpreise in Tromsø, die mich gleich zu Planungsbeginn an meiner Idee zweifeln lassen. Aber bekanntlich wächst man ja an seinen Herausforderungen, und so kommt es, dass es nach mehreren Monaten zeitaufwändiger und nervenaufreibender Planung doch zu dieser in etwa zwei Wochen startenden Reise kommen wird:
Wie man unschwer auf der Karte erkennen kann, werden wir unsere Tour nicht wie ursprünglich geplant in Tromsø starten. Die hier aufgerufenen Mietwagenpreise lagen bei 3000 € und mehr. Zum Glück haben wir uns nach diversen Erfahrungen mit hohen Mietwagenpreisen zuerst einen Überblick hierüber verschafft, bevor wir uns für die Flugbuchung entschieden haben.
Kurz haben wir über die Anmietug einen Wohnmobils ab Tromsø nachgedacht, eine Preisrecherche beim ADAC ergab Kosten von 4000 €, dafür würde man ja die Hotelkosten sparen. Da wir aber eigentlich schon auch gern mal im Urlaub essen gehen und auch schonmal etwas abenteuerliche Straßen fahren wollen, erschien uns diese Tour nicht unbedingt für einen Test unserer Camping-Reisefähigkeiten geeignet, unsere Begeisterung für diese Lösung hielt sich auch ansonsten sehr stark in Grenzen.
 
Somit musste also schon sehr früh im Planungsverlauf, quasi noch vor Planungsbeginn, ein Plan B her. (Das ist glaube ich zumindest ein neuer Rekord, ansonsten ergeben sich die Alternativpläne eher im weiteren Planungsverlauf.) Dieser war zum Glück sehr schnell gefunden, schließlich waren wir 2023 im Winter in Luleå und Umgebung in Schwedisch-Lappland unterwegs und haben zum einen sowieo überlegt, die Gegend auch im Spätsommer einmal zu besuchen. Zum anderen haben wir damals einen Ausflug zum Storforsen gemacht, und uns erschien auch die weiterführende Strecke Richtung Norwegen landschaftlich interessant. Damit war die Idee geboren, die Reise (sollten uns die Mietwagenpreise in Luleå gnädig gestimmt sein) die Reise eben dort beginnen und enden zu lassen. Hat auch den Charme, dass ich endlich mal in dem Ort mit dem wundervollen Namen "Jokkmokk" vorbeikommen werde, der mich beim Lesen auf Verkehrsschildern schon immer aufgrund seiner wunderbaren Lautfolge in Verzückung versetzt hat. Vermutlich handelt es sich ansonsten um kein Highlight, aber was soll's, er liegt sowieso auf der Strecke und vom Nachbarn von Gegenüber haben wir noch dazu die Aufgabe mitbekommen, zu schauen, ob der Aufkleber von unserem Wohnort noch auf dem Polarkreisschild in Jokkmokk klebt, den er vor zwei oder drei Jahren dort hinterlassen hat. Wir sind gespannt.
 
Die Konsultation der Mietwagenpreise in Luleå ergab, dass wir selbst mit Gebühren für die Fahrt ins benachbarte Ausland etwa halb so viel zahlen, wie in Tromsø. Die Flüge nach Luleå sind zwar geringfügig teurer als nach Tromsø, aber selbst damit sind wir insgesamt noch gut 1000 € unter dem ursprünglichen Mietwagenpreis.
Non-Stop Flüge hätte es auch nach Tromsø nur auf dem Hinflug gegeben, Ende August endet die Saison der Non-Stop Flüge ab Deutschland ohnehin, und so hätten wir auf dem Rückflug sowieso mit einem Stop fliege müssen. Können wir das auch gleich bei beiden Flügen machen, und damit wurden Flüge ab Frankfurt via Stockholm nach Luleå gebucht.
 
An dieser Stelle dachte Frau jetzt erstmal, das Gröbste sei geschafft und beginnt mit der Detailplanung, die die Konsultation von Reise- und Wanderführern, Reiseblogs, Google Maps und sogar einer im Reiseführer integrierten Papierkarte beinhaltet und mich dieses Mal wirklich an meine Grenzen bringt.
Es ist einfach alles irgendwie landschaftlich toll, angefangen beim Abisko-Nationalpark mit der Björkliden Schlucht über die Lofoten selbst, Senja und die Lyngen Alpen findet sich eine nahezu unerschöpfliche Kombination aus landschaftlichen Highlights, Wanderungen mit erstaunlich vielen Höhenmetern auf nur 2 - 3 km Strecke und absurd lange Fahrzeiten.
 
Da wir ohnehin wieder irgenwie zurück nach Luleå müssen, bietet sich noch die Gelegenheit, dem Gatten seinen bereits 2019 im Winter in Finnisch-Lappland geäußerten Wunsch nach einem Besuch des Nordkaps zu erfüllen. Damals fand ich knapp 300 km einfache Fahrt bei winterlichen Straßenverhältnissen alleine bis ans Nordmeer (was dem Gatten damals auch schon gereicht hätte) mit wenig Tageslicht dann doch etwas sportlich und habe ihm den Wunsch abgeschlagen. Jetzt sind es nur etwa 500 km "Umweg", also nehmen wir das Nordkap auch noch mit. Auf dem Rückweg nach Luleå nehmen wir dann noch ein bisschen Finnland mit und schauen uns unter anderem den 2019 im Winter bereits besuchten Inari-See auch nochmal im Spätsommer an.
 
Die Routendetailplanung ergibt am Ende etwas mehr als 4100 km Fahrstrecke in drei Wochen. Bis auf einige wenige Ausnahmen werden wir auch fast jeden Tag die Unterkunft wechseln, da es in den meisten Fällen einfach keinen Sinn macht, bei den langen Fahrzeiten nach Ausflügen wieder zurück zur Unterkunft zu fahren. Meist fahren wir daher kilometermäßig kurze Strecken zwischen zwei Unterkünften mit vielen Stops und einigen Wanderungen. Klingt schlimmer als es ist, wären da nicht auch noch die ganzen kleinen Fährstrecken, die sich plötzlich bei der Detailplanung auf den Routen materialisieren. Ich zweifle mehrfach an meiner "Bad Idea", zumal es sich um "First come, First Serve" Fähren handelt, die zur Hochsaison auch schonmal mehrstündige Wartezeiten im Angebot haben, aber "No Risk, no Fun", schließlich ist die Hochsaison der Mittsommerzeit Ende August schon eine Weile vorbei und der September soll Nebensaison in der Gegend sein. 
Also lassen wir es drauf ankommen. 
Zumeist gäbe es auch 2-3 Stunden längere Landwege als Alternative, die man bei mehrstündigen Wartezeiten mit ungewissem Ausgang an der Fähre sicherlich in Betracht ziehen kann.
 
Irgendwann geht auch die nervenaufreibendste Detailplanung zuende, und so können wir uns jetzt ganz entspannnt der Erwartung des druckfrischen Reiseführers und der Vorfreude widmen. Für letztere bleibt allerdings zummindest für mich erstmal noch nicht ganz so viel Zeit, da ich mich mitten in der Vorbereitung zur Deutschen Meisterschaft des Bogensportverbandes befinde, die dafür verantwortlich ist, dass unsere Abreise in den hohen Norden dieses Jahr erst an einem Dienstag statt wie gewohnt am Wochenende statttfindet. Booking erinnert mich daher auch bis jetzt nur freudestrahlend an "meine Reise nach Oberhausen" statt an Skandinavien, was mich immer wieder leicht irritiert, weil ich dies nicht als "Reise" ansehe, nur weil ich zwei Tage schieße und mir eine Hotelübernachtung gegönnt habe. Spätetens danach bin ich dann vermutlich auch endgültig urlaubsreif und konditionell bereit für lange Fahrten mit knackigen Wanderungen. Wer mich kennt, weiß, dass dieses Intro in der Regel auch der textlastigste Bericht meiner Reise sein wird, und man darf sich im Folgenden auf die übliche opulente Bebilderung freuen. Motive wird es wahrlich mehr als genug geben.
 
Ich freue mich wie immer über virtuell Mitreisende, in gut 2 Wochen geht es los.
 
Traudel und der Reiseelch sind natürlich bei Sport, Spiel, Spaß und Reisen auch wieder mit von der Partie und begleiten mich in meiner reisefreien Zeit auch gerne mal zu Turnieren.