Montag, 27. Februar 2023

Einschub - Nordlichter... Mal wieder.

Ich scheine entweder einen guten Riecher oder einfach Glück zu haben. Gegen 21:30 beschleicht mich ein Gefühl, nochmal kurz auf die Terasse zu treten, um nach Norldlichtern Ausschau zu halten. Tatsächlich ist wieder ein leichter Grauschleier zu erkennen. Die Kamera empfängt grün. Kurz darauf wird das Grün auch mit bloßem Auge sichtbar, und es entstehen ein paar schöne Fotos mit Nordlicht und Ferienhaus.

...zum Glück wurden wir nicht in den Wirbel eingesaugt.

Plötzlich kommt doch ordentlich Leben in die Bude und ich komme kaum noch hinterher mit Kamera ausrichten, Belichtung einstellen und Standort anpassen. Aber der Stress hat sich gelohnt, denke ich. Ich bebieldere hier etwas opulenter:


Der strahlende Mond dazwischen hat ja auch was.



Das Ferienhaus ist auch immer wieder ein schönes Motiv dazu.

Inzwischen geht es so wild zur Sache, dass ich nur noch verhältnismäßig kurz belichten kann, um die Bewegung noch einzufangen.
Wir diskutieren noch, ob es sich hier um ein brennendes Seepferdchen oder einen mutierenden Pelikan handelt.


Wir können uns kaum sattsehen, zwischenzeitlich komme ich beim permanenten Standort wechseln und Kamera einstellen tatsächlich ein wenig ins Schwitzen und auch die zeitweise etwas eingefrorenen Finger und Zehen werden wieder warm.


Zwischenzeitlich kommt auch noch ein wenig Rot ins Spiel. 


Dann passiert, was passieren musste, wenn man in einer steilen, verschneiten Einfahrt Nordlichter mit Stativ fotografiert und das ganze Konstrukt samt Kamera kippt. Ich kann es glücklicherweise auffangen, allerdings fällt mir dabei mein Handy, das ich als Fernauslöser nutze, aus der Hand und gleitet elegant den Hang herunter. Während ich das Handy einfange, entschließen sich Stativ samt Kamera, doch zu kippen, während der Gatte sicherheitshalber lieber Sternbilder bestimmt, als in die Rettungsaktion einzugreifen. Die Kamera dokumentiert das Ganze immerhin noch künstlerisch wertvoll im freien Fall.
Zum Glück landet sie in relativ weichem, aber nicht allzu tiefem Schnee und übersteht das Ganze, wie ich mich nach einer kurzen Reinigungs- und Testaktion überzeugen kann, augenscheinlich unbeschadet. Nur die Sonnenblende habe ich nicht überprüft, und so hat das letzte Bild dann rechts und links eine schwarze Ecke. Macht aber nichts, die Nordlichter lassen nach, und die Bewölkung zieht zu, wir begeben uns sicherheitshalber wieder nach drinnen, bevor noch irgendwer im Dunkeln irgendwo runter fällt.


Sonntag, 26. Februar 2023

Jag Älskar Sverige! - "An jeder Ecke steht ein Elefant" (oder ein Rind, eine Katze...).

 ... ja, das Lied der Ärzte über Schweden hat schon sehr absurde Zeilen, die sich immer wieder in sinnfreie Überschriften verwursteln lassen. Da sich unser Ferienhaus auf einem Bauernhof befindet, steht hier eher an jeder Ecke (zumindest im zugehörigen Kuhstall) ein Rind. Nachdem unsere Gastgeber uns gestern die offizielle Erlaubnis erteilt haben, alle anwesenden Tiere, inklusive der Kühe, zu kontaktieren, wollen wir uns heute auf dem Weg zum Wocheneinkauf auch den Kühen vorstellen. So weit kommen wir allerdings nicht, denn offenbar wurde hier unsere verstorbene Besuchskatze "Gerlinde" wiedergeboren und kommt uns auch gleich aufgeregt entgegengerannt, als würde sie uns wiedererkennen. Hallo, Gerlinde die 2.!
Offenbar wohnt sie jetzt im Kuhstall und hat eine innige Beziehung zu den Kühen, die sie auch gern mal ablecken. Danach ist die Katze nass, was sie aber auch nicht sonderlich stört.
Der Gatte stellt sich derweil den Kühen vor. Er hat sich ja schon oft im Zillertal als Kuhflüsterer bewiesen, während ich unseren hysterisch bellenden, panischen Hund an den Mädels vorbeibugsieren musste. Währenddessen wird er noch von Gerlinde 2 beschmust, zum Glück ist er tierfreundlich.
Undokumentiert aber dafür mit Glockengeläut fährt derweil auf der Straße ein Pferdeschlitten vorbei. Es ist wirklich sehr idyllisch hier.

Während wir unseren Einkauf erledigen, nutze ich an dieser Stelle mal die Gelegenheit, noch ein paar Außenansichten des wirklich schönen Ferienhauses zu zeigen. Tatsächlich ist mir hier ein mindestens so großer Glücksgriff wie letztes Jahr gelungen.

Seitenansicht

Fronteingang, im Haus rechts befindet sich eine riesige Sauna, die man gegen Gebühr  nutzen kann.

Die Aussicht von der Terrasse ist ebenfalls nicht zu verachten. Dort steht noch dazu ein beachtlicher Weber-Grill, was gerade in Kombination mit dem frischen Rindfleisch im Hofladen doch sehr verlockend ist.

Nachdem wir uns mit ein paar Vorräten für die kommende Woche zur Selbstverpflegung eingedeckt haben, machen wir noch einen kleinen Spaziergang über den zugefrorenen See, an dem unser Haus direkt liegt.
Hier bieten sich weite Ausblicke mit frostigem Glitzer, 

... sowie schöne Ansichten unseres Hofs.

Später zieht es im Hintergrund etwas zu. Ich bin schon fast wieder versucht, das Wort "spektakulär" in den Mund zu nehmen.


Wir überqueren den See auf den allgegenwärtigen Schneemobil-Spuren, meistens geht das ganz gut, stellenweise sinkt man doch ordentlich ein und merkt, wie viel Schnee hier wirklich liegt.
Die Kombination aus Schnee und blauem Himmel entschädigt für die Mühen.
Die tiefstehende Nachmittagssonne mit glitzerndem Schnee sowieso.

Schließlich verschwindet die Sonne doch recht spektakulär (hah!) in der aufziehenden Bewölkung, der restliche Weg ist jetzt aber auch bei Dämmerung einfach entlang der Zufahrtstraße zu finden.
Das "Begrüßungskuhmitee" gerät bei unserer Rückkehr in Wallung und erwartet Aufmerksamkeit. Bekommen sie in Form von Fotos und ein paar Streicheleinheiten. Die Kühe hier wirken zumindest zufrieden, sehr aufgeweckt und interessiert. Zugegebenermaßen auch erstaunlich kontaktfreudig.

Wir werden auch direkt von unsren Gastgebern eingeladen, den Stall zu besichtigen und uns umzuschauen. So weit ich das beurteilen kann, wirkt es doch nach recht angenehmer Tierhaltung. Gerlinde die 2. beehrt uns dieses Mal allerdings nicht wieder.

Zu unserem Spaziergang kann man wohl sagen, dass es vermutlich die anstrengendsten und langsamsten 2,5 km außerhalb des Hochgebirges waren, die wir je gelaufen sind.

Zum Wohle der Rinder gibt es heute Abend gebackenes Gemüse.
Zwecks Gemütlichkeit wird noch der Kamin entzündet.
Beim kurzen Blick nach draußen wegen Nordlichtern fliegt mal eben eine Sternschnuppe vorbei.  Hier ist was los!

Jag Älskar Sverige! - Déjà-vus Teil 2

Als hätten wir gestern nicht genug Déjà-vus gehabt, machen wir gleich am zweiten Tag mit einem sehr traumatischen Déjà-vu weiter. Nach unspektalärem Check-in und Sicherheitskontrolle gehen wir wieder in die schöne Panoramalounge. Dort gibt es beim Frühstücksbuffet Kirschmichel (etwas ähnliches wie Arme Ritter) mit Früchten und Vanillesoße. Frau bedient sich sowohl am Kirschmichel als auch an Vanillesoße sowie (vermeintlichem) Kirschkompott, der unmittelbar daneben steht. 

Der erste Bissen führt jedoch zu irritierter Fassungslosigkeit, irgendwas schmeckt stark nach Kreuzkümmel, eine sehr verstörende Kombination mit Vanille. Der vermeintliche Kirschkompott besteht noch dazu aus Roter Beete. Da war wohl irgendwer etwas ZU kreativ. Eine erneute Konsultation der etwas entfernt stehenden Menükarte am Buffet bringt die Erkenntnis: Es handelt sich um Rote Beete Suppe, die offenbar nur zufällig neben dem Kirschmichel auf der Warmhalteplatte steht! Das ist zusammen mit dem (vermeintlichen) isländischen Stratiatellakuchen, der sich als Skyr mit Salzlakritz entpuppte, wohl meine traumatischste Essenserfahrung. Dann lieber was Herzhaftes.
Das Boarding erfolgt wie so oft zur Zeit verspätet, ebenso wie der Abflug, der sich dank noch auszuladenden Gepäcks am Ende um eine Stunde verspätet. Vor uns landet noch eine Finnair:
Und es starten noch mindestens 3 United.

Ein Foto von unserem Flugzeug, der Lindau, hab ich dann wohl beim Boarding vergessen. Zu Essen gibt es Tasting Heimat, ich weiss nicht woher. Schmeckt aber ganz gut.
Nach gut anderthalb Stunden kommt das verschneite Umland von Stockholm in Sicht.
Zur Feier der Ankunft gönne ich mir eine Zimtschnecke. Dann geht es auch schon mit dem zweiten Flugabschnitt weiter.
Nach einem unspektakulären Start reißt irgendwann über der frostigen Ostsee die Wokendecke auf.

Und nach knapp anderthalb Stunden landen wir am übersichtlichen Flughafen Luleå.
Wir nehmen unseren Mietwagen, einen schwarzen Volvo C60 in Empfang. Bilder von diesem gibt es dann mal bei Tageslicht. Vorm Flughafen haben wir aber immerhin schon die erste Elchsichtung.
Weitere Elchsichtungen bleiben uns auf der Fahrt durchs abendlich dunkle und verschneite Lappland glücklicherweise im Straßenverkehr erspart, und wir erreichen unversehrt das Örtchen Älvsbyn, wo wir uns im Supermarkt mit ein paar örtlichen Spezialitäten eindecken, bevor wir zu unserem Ferienhaus für diese Woche am "Skatauddens Lantgård" ankommen, wo wir herzlich von der Inhaberin Beatrice begrüßt werden. Das Ferienhaus ist wunderschön:

Die Bierkühlung bei knapp unter Null ist optimal.
Nach einem schnellen Abendessen begeben wir uns zur Ruhe auf die Couch.
Dennoch lasse ich es mir nicht nehmen, gegen 22 Uhr mal auf die Terasse zu treten, denn es ist inzwischen sternenklar draußen. Dort sehe ich einen schwachen, aber mir wohlbekannten grauen Schleier am Himmel, der nicht zu Wolkenbildung passt. Also schleppe ich noch schnell Kamera und Stativ nach draußen und mache ein paar Langzeitbelichtungen. Es sind tatsächlich leichte Nordlichter.




Samstag, 25. Februar 2023

Jag Älskar Sverige! - Déjà-vus Teil 1

Beim inzwischen fünften Schweden-Besuch ist es sicherlich nicht unangemessen, als Titel "Ich liebe Schweden" zu wählen. Wie praktisch, dass es (wahrscheinlich diverse) Lieder mit dem Titel "Jag Älskar Sverige!" gibt. Besonders lustig finde ich die Liebeserklärung der Ärzte, wer möchte, kann sich gerne den Text oder ein Hörbeispiel ergoogeln. Ansonsten werde ich versuchen, einige der absurden Liedzeilen in diesen Bericht als Überschriften einzubauen. So auch heute für die ersten beiden Tage der Reise:

"Ich hatte wieder Mal ein Rendez-Vouz. Ach nee, das heisst ja Déjà-vu."
... ich habe sogar diverse Déjà-vus an diesen beiden ersten Urlaubstagen, aber fangen wir zunächst bei der Abfahrt an. Hier erkennt der geneigte und treue Leser die übliche Gepäckmenge dank Winterklamotten und Fotoausrüstung für alle Lebenslagen...
... und einen sichtlich erfreuten Reiseelch. Es geht ja mal wieder nach Schweden.
Erster Stop ist allerdings wieder mal Frankfurt. Der Verkehr ist am Freitagnachmittag irsinnig und so brauchen wir statt den freitags üblichen etwa zweieinhalb Stunden mal eben vier. Das Hotelzimmer bei Hilton hat zum Glück auf uns gewartet,
... die Reservierung für unser Déjà-vu des Abends können wir zum Glück um eine Stunde verschieben: Es geht wieder zu Iwase! Der Japaner hat uns im August so begeistert, dass wir ihn heute zum Urlaubsbeginn wieder besuchen. Und wir werden nicht enttäuscht: 

Gruß aus der Küche mit Thunfisch und japanischem Kulturgut


Danach ein paar warme Gerichte gegen den doch inzwischen sehr großen Hunger:
Okonomyaki (der Gatte kann es inzwischen fehlerlos aussprechen)

Gyoza

Frittierter Tintenfisch

Dann ist der erste Hunger gestillt und wir können uns mit Genuss und Muße einer ordentlichen Sushi-Auswahl mit Aal, fettem Thunfisch und Makrele, sowie Spicy-Tuna- und California-Roll widmen.

Weil ich sie so mag, nehme ich noch ein Stückchen Makrele, der Gatte eine Jakobsmuschel.

Danach schreiten wir zum Nachtisch, Yuzu- und Grüntee-Eis mit rotem Bohnenmus.

Angenehm gesättigt und wieder restlos begeistert begeben wir uns zurück zum Hotel und stoßen nochmal mit Cocktails (Whiskey Sour mit Minze und Gin mit Bitterorange) auf den Urlaubsbeginn an.