Mittwoch, 30. September 2026

Im Regen nach Woodstock, NB

Es regnet immer noch, aber meine Kopfschmerzen, die mich seit heute Nacht quälen und am Morgen in einer leichten Migräne gipfelten, sprechen für einen nahenden Wetterumschwung. Immerhin verpassen wir bei dem Wetter nichts, wenn wir morgens heute noch langsamer in die Gänge kommen als sonst. Heute kann man einen Regentag auch am ehesten verschmerzen, wir haben hauptsächlich von Sussex nach Woodstock Fahren geplant. Die optionalen Stopps sind nicht wirklich spannend, und so sind weder Migräne noch Regen am heutigen Tag ein allzu großes Problem. Immerhin fühle ich mich pünktlich um 11 Uhr zum Checkout wieder zurechnungsfähig, und wir fahren im strömenden Regen zunächst Richtung Fredericton. Den ersten Stopp mit einem kleinen Waserfall streichen wir wegen "keine Lust unsere schweren Beine der letzten Tage im strömenden Regen zu bewegen".
Wir nehmen gemütlich die landschaftlich schönere Nebenstraße nach Fredericton und machen noch einen Abstecher zu einer laut meiner Google Maps Streckenrecherche schönen Brücke. 

Naja, da haben wir schon spannendere Brücken gesehen, aber immerhin beschert uns der Umweg auch wieder buntes Laub und sogar eine (unfotografierte) Wildlife-Sichtung von drei ausgesprochen prächtigen Rehen in einem Vorgarten.
Kurz darauf sichten wir tatsächlich noch einmal Wildlife, ein Kojote steht in einem Feld neben der Straße. Diesmal ist es auch wirklich einer, nicht wie bei unserer ersten Durchfahrt durch den Fundy Nationalpark, wo sich der Kojote auf den zweiten Blick als Schäferhund entpuppte. Elche bleiben weiterhin aus.

Aufgrund des immernoch nicht wirklich einladenden Wetters entscheiden wir uns für einen Stopp in Fredericton. Vielleicht haben wir irgendwas Nettes bei unserem kurzen Stopp 2018 hier verpasst, wir fanden die Hauptstadt von New Brunswick damals ziemlich langweilig.

Zumindest haben sie hübsche Blumen in einem kleinen Park rumstehen.
Ich brauche jetzt erstmal als Nachwirkung meiner Migräne dringend etwas Salziges zu essen, und wir testen mal das Flatbread von Tim Hortons. Schmeckt lecker, und die Menge an Käse ist ganz nach unserem Geschmack.
Fredericton wird dadurch leider auch nicht spannender. Am Parlament von New Brunswick sind wir damals schon vorbeigelaufen.
Der Gatte möchte noch die Kathedrale anschauen, die wir letztes Mal offenbar verpasst haben. Wir kommen an einem rosa Haus mit einem Kunstladen und hübschem Zebrastreifen mit Ahornblatt vorbei.
Die Kathedrale passt sich unserem Bild des Ortes an, sie ist eher unspektakulär, obwohl jemand sogar extra für uns das Licht eingeschaltet hat.

Wir versuchen erfolglos, so etwas wie eine Geschäftsstraße zum Bummeln zu finden, aber die King- und Queenstreet, die dem am nächsten kommen sollten, geben nicht viel her. Ich fotografiere noch das Rathaus, der Gatte meint, das hätte ich auch schon 2018 fotografiert.
Fredericton hat leider unseren ersten Eindruck von 2018 nochmal bestätigt, einen Besuch kann man sich auch gepflegt sparen, wenn man besseres zu tun hat. 
Damit wir wenigstens ein bisschen Natur und Bewegung abbekommen, machen wir noch einen kleinen Spaziergang von vier Kilometern um den Killarney Lake, ein Naherholungsgebiet gleich nördlich von Fredericton. Der ist sehr schön mit gepflegt angelegten Wegen und Herbstfarben. Leider ist das Wetter immer noch sehr grau, wenn auch weitgehend trocken immerhin.

Weil es so schön herbstlich ist, kann man auch mal ein paar Pilze fotografieren.

Immerhin spiegelt sich der Herbstwald hier auch schön im See.

Auf dem Wasser wuseln an einer Stelle Unmengen von Käfern. Keine Ahnung, was das ist, aber irgendwie sieht es gruselig aus.
Widmen wir uns lieber wieder dem Herbstwald.
Apropos gruselig, eine merkwürdige Raupe finden wir auch noch. Wuschelig grün und mit Stacheln. Ich mache ein Foto mit Sicherheitsabstand, man weiß ja nie.
Es handelt sich hierbei um die Raupe der Dagger Moth, deren Haare zwar Hautreizungen auslösen können, die aber ansonsten nicht wirklich gifitg ist.

Schon bitter, wenn die einzige Elchsichtung heute auf einer Mülltonne ist.
Die kleine Runde war heute mal völlig ausreichend, nach den Steilhängen und Felsklettereien der letzten Tage. Wir setzen unsere Fahrt nach Woodstock fort. Der Vorteil des miesen herbstlichen Wetter ist, dass es die Laubfärbung begünstigt, die in den letzten zwei Tagen kräftig zugelegt hat. Die restlichen knapp anderthalb Stunden Strecke geben uns noch Gelegenheit, den reichlich vorhandenen, bunt gefärbten Wald zu genießen.
Wir fahren noch durch viel schöne Landschaft und einige sehr gediegene Wohngebiete in bester Lage am Saint John River. Auch Woodstock macht einen durchaus wohlhabenden und gepflegten Eindruck. Außerdem ist es die älteste Stadt New Brunswicks, wie das Schild am Ortseingang verkündet. 
Wir checken jetzt ersmal in das direkt an der Abfahrt des Highways (dennoch ruhig) gelegene Best Western Plus ein.
Wir machen uns kurz frisch und fahren zum Restaurant "The River", das an diesem Dienstag Abend extrem gut und überwiegend von Einheimischen (außer uns treiben sich vermutlich auch nicht viele Touristen hier herum) besucht ist. 
Ich bin heute der Fahrer, ich nehme mit einem alkoholfreien Budweiser vorlieb. Der Gatte probiert mal ein Stag's Head Red Ale, das sehr mild für ein rotes ist.
Heute gibt es Fish&Chips für den Gatten (die Süßkartoffelfritten, die genau wie der Ceasar Salad geteilt werden, finden sich unter den zwei riesigen Fischstücken). Mir ist heute mal nach Burger, und ich entscheide mich für den "The River Burger" mit allem, was so auf Burger gehört, und einer leicht scharfen Chilimayonaise.
Es hat uns auch hier sehr gut geschmeckt. Jetzt machen wir es uns im Hotel gemütlich und schauen das Eröffnungsspiel der NHL. Die Baseballsaison hat in Kanada gestern mit dem Ausscheiden der Toronto Blue Jays aus den Playoffs geendet, also schauen wir ab heute Eishockey statt Baseball.
Es spielen die Toronto Maple Leafs gegen die Montreal Canadiens und überraschenderweise erzielen die Leafs nach wenigen Minuten den ersten Treffer. Mittlerweile hat sich das Spiel aber gedreht, und sie liegen (mal wieder) 1:2 zurück. Mal schauen, wie sich das Spiel noch entwickelt.

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