Sonntag, 27. September 2026

Hopewell Rocks und zwei "Spaziergänge" an der Bay of Fundy

Zugegebenermaßen gewinne ich in diesem Reisebericht wohl keinen Preis für kreative Titel, aber was soll's.
Ebenfalls nicht sonderlich kreativ ist es, den Tag mit einem Hotelfrühstück zu beginnen. Das ist aber für kanadische Verhältnisse gar nicht mal so übel.
Auch das Wetter ist im Gegensatz zur Vorhersage gar nicht mal so übel. Wir genießen noch kurz die Aussicht von der Terasse auf den sich langsam bei beginnender Flut füllenden "Chocolate River".

Danach folgt zumindest für mich ein absolutes Highlight: Der lang ersehnte Stopp in der vor 8 Jahren hier entdecken Bass Pro Shops Outdoor World.
Der Shop hält genau das, was er verspricht, und verkauft alles, wirklich alles für Outdoor und Jagd. Wenn es sein muss, kann man sich sogar das passende Boot zum Angeln hier mitnehmen.
Der Eingangsbereich strotzt nur so vor ausgestopften Elchen, kein Wunder, dass man draußen keine mehr sieht.
Ab hier muss man seine mitgebrachten Wafen und Bögen einchecken, gut dass ich meinen zu Hause gelassen habe.
Auch ein gigantisches Aquarium darf hier nicht fehlen.
Die Auswahl an Jagdbögen ist beachtlich.
Im nächsten Regalbereich bin mir nicht sicher, ob ich wirklich wissen wollte, wie viele verschiedene Rotwild-Pheromone, Urinfläschchen und Östrogene es als Lockmittel zu kaufen gibt. Ich verzichte auf den Versuch, so Elche anzulocken.

Letztendlich kaufe ich mir einfach eine Outdoor-Hose, und wir setzen unseren Weg zum Hopewell Rocks Provincial Park fort. An einer Baustellenampel müssen wir eine Weile mit schöner Aussicht warten. Tragisch.
Wir kommen ziemlich pünktlich zur "High Tide" im Park an und entrichten die 21 $ Eintrittsgebühr pro Person. Dafür können wir heute und morgen beliebig oft den Park betreten. Da wir schon vor 8 Jahren bei Ebbe auf dem "Meeresgrund" spazieren waren, 
beschränke ich mich heute auf Fotos bei Flut. Diese sind mir nämlich 2018 nicht wirklich gut gelungen. Schauen wir mal, ob es heute besser klappt. An den Diamond Rock kann ich mich nicht erinnern, aber ich fotografiere ihn trotzdem, zusammen mit dem Blick auf die andere Seite der Bucht, wo wir gestern noch unterwegs waren.
Nach und nach klappern wir wieder alle Aussichtspunkte ab. Das Meer ist hier übrigens nicht so dreckig, die Farbe des Wassers kommt von dem hier überall rotbraunen Gestein und Sand, von dem es reichlich mit der Strömung bei Ebbe und Flut mitnimmt.

Wir erreichen die Plattform, von der man bei Ebbe bis auf den Boden hinabsteigen kann. Aktuell kommt man natürlich nur auf Wasserspiegelhöhe. Es ist erfreulich leer im Vergleich zum Sommer 2018. Das Gegenlicht ist allerdings auch dieses Jahr wieder suboptimal.


Die Fotos sind aber definitiv besser als dieses von 2018.
Die Flut ist augenscheinlich ähnlich hoch, die Erosion in den letzten 8 Jahren nicht allzuweit fortgeschritten.
Aber Hauptsache nochmal 21 € pro Person für bessere Fotos gezahlt. Das war es wert.



Wir spazieren noch ein bisschen weiter durch den Park. Nur wenige hundert Meter weiter ist die Küste komplett flach und keine Felsen mehr zu sehen.


Im Besucherzentrum haben wir noch Glück mit einer Elchsichtung, ich mache Fotos für's Familienalbum.

Im Souvenir-Shop finden wir leider auch bei diesem Besuch keine Shirts, die uns gefallen. Als nächstes steht eine kleine Wanderung zu den Crooked Creek Falls an. Laut Alltrails moderat, 1,3 km lang mit 77 Höhenmetern Abstieg zum Wasserfall. Klingt einfach, denken wir uns noch, während wir den Blick vom Aussichtspunkt am Parkplatz über den sich langsam bunt färbenden Caledonian Gorge schweifen lassen.
Der Weg soll steil und nicht ganz eindeutig sein, aber nach dem, was wir letztes Jahr in Norwegen so gelaufen sind, kann es nicht so schlimm sein, denken wir uns.
Die 77 Höhenmeter gehen dann doch ziemlich steil auf etwa 300 m Streckenlänge durch den Wald nach unten. Immerhin liegen genug Wurzeln und Steine herum, die man als Stufen benutzen kann. Wir legen also eine Trainingseinheit für die Beine ein. Die Fotos sind immer von unten nach oben fotografiert. Müssen wir ja schließlich nachher auch nochmal hoch.


Die Schlucht mit kleinem Wasserfall im bunten Herbstlaub ist aber wirklich sehenswert.




Auch der grüne Pool unterhalb ist schön. Wir bewundern die Landschaft gebührend, bevor wir uns wieder an den steilen Aufstieg machen.
Dieser fällt uns wie immer leichter als der Abstieg. Am Auto gibt es zuerst mal einen ordentlichen Schluck Wasser und die restlichen Timbits. Zur Entspannung wollen wir noch den 4 km langen und flachen Two Rivers Nature Trail laufen. Inzwischen geht es schon wieder auf Ebbe zu, und man kann auch auf Meereshöhe laufen. Zunächst müssen wir allerdings den Trailhead finden. Nachdem wir zweimal vorbeigefahren sind, entdeckt der Gatte unmittelbar neben einem zum Verkauf stehenden Haus eine kleine Schotterfläche mit einem roten Schild "Parking" genau an der Stelle, an der der Trailhead sein soll. Wir parken das Auto, und tatsächlich geht hier ein idyllischer Weg in den Wald hinein.
Schon bald queren wir einen kleinen Damm mit schöner Aussicht auf das sich zurückziehende Wasser in einer Bucht. Unser Weg soll uns um die gegenüberliegende Halbinsel führen.
Auf der Halbinsel halten wir uns links (der rechte Weg, auf dem der Rundweg zurückführen soll, sieht sehr zugewachsen aus, aber 2-3 km kann man auch immer umdrehen und zurücklaufen, falls der Rundeweg nicht mehr komplett zugänglich ist) und der Weg führt uns zunächst wieder ein Stück durch den Wald bis zur gegenüberliegenden Seite der Halbinsel.

Am Ende des Waldwegs treffen wir auf einen durchaus schönen Strand mit vielen Felsen und viel Ebbe.

Wir folgen den Fußspuren, die dem Weg auf der Karte entsprechen, am Strand entlang.
Teilweise muss man auch durch die Felsen klettern, sonst wäre es ja auch zu einfach. Als Motiv taugen die Felsen noch dazu.



Wir folgen weiter dem Strand und finden es jetzt nicht so tragisch, dass wir dieses Mal hier statt bei den Hopewell Rocks bei Ebbe herumlaufen.

Irgendwann treffen wir auf Treibholz, das den Weg etwas versperrt, sich aber überklettern lässt.
Danach wird der Weg allerdings komplett felsig, und es sieht so aus, als würde er für die restliche Strecke um die Landzunge so bleiben. Das müssen wir uns nun heute nicht mehr unbedingt antun, zumal es inzwischen auch etwas mehr nach Regen aussieht und wir nicht unbedingt auf nassen Felsen rumklettern wollen. Das könnte auch den zugewachsenen Weg am anderen Ende der Runde erklären.
Wir laufen also den selben Weg zurück und wundern uns, wieso mitten im Wald fernab jeder Straße ein verfallener Bus steht. Noch mehr wundern wir uns, dass uns dieser nicht auf dem Hinweg schon aufgefallen ist.
Einen letzte Stopp haben wir noch auf unserer Liste: Wir fahren hoch zum Fundy's Cap Enrage. Der Aussichtspunkt ist zwar geschlossen, aber die Straße und die Ausblicke sind trotzdem toll.

Jetzt sind wir hungrig, und daher machen wir heute einen frühen Abendessens-Stopp im Alma Lobster Shop. Der Gatte gönnt sich einen 2-Pfund Hummer und ich mir eine sehr reichhaltige Seafood Chowder und eine Lobster Roll. Cole Slaw und Süßkartoffelfritten werden geteilt.
Satt und müde fahren wir jetzt noch 30 Minuten zu unserer Unterkunft für die nächsten drei Nächte, ins Amsterdam Inn and Suites in Sussex. Die Lage bietet sich als Ausgangspunkt für ein paar Wanderungen an. Offenbar auch für Jagdausflüge, die Trucks und Geländefahrzeuge vorm Hotel lassen auf solche schließen.

Vor Ankunft ist uns aber noch ein prächtiger Sonnenuntergang während der Fahrt vergönnt.


Nach Ankunft im Zimmer machen wir es uns den restlichen Abend mit Blog Schreiben und Eishockey im Fernsehen gemütlich.

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