Heute frühstücken wir besonders üppig (als ob das noch möglich wäre), denn unsere erste Wanderung hier auf den Lofoten steht heute an. Es gibt "Urlaubsbrot 2.0" und natürlich einen kleinen Müsli-Contest.
Wir wollen heute den Glomtinden besteigen. Ich hatte vorab die ganze Zeit gehofft, dass es wenigstens trocken ist und wir ein bisschen Sicht haben. DAS hatte ich dabei nicht einmal im Traum erwartet:
Bei unserer Abreise kommt noch ein Segelschiff vorbei. Mein Kopf spielt die Titelmusik von "Fluch der Karibik" dazu.Vor unserer Wanderung stoppen wir noch an der beeindruckenden Vågan Kirke in Kabelvåg. Das Licht ist heute etwas ungünstig, aber was soll's, man nimmt, was man bekommt.
Nächster Halt ist auch schon der kleine Parkplatz der Wanderung zum Glomtinden. Mit etwas Glück und Parkgeschick ergattern wir noch einen Parkplatz. Es ist 11 Uhr und die Sonne brennt. Optimale Wanderbedingungen also, um über Mittag einen steilen Berg zu besteigen. Ist bei uns ja inzwischen Gewohnheit und mit Hut und einer extra Schicht Sonnencreme problemlos machbar. Bei 18 Grad, die sich mit Wind auch wie 18 Grad anfühlen, ohne Wind eher wie 25, machen wir uns auf den zunächst leicht ansteigenden Schotterweg. Gut, dass wir uns heute morgen direkt für die sommerlichen Wanderklamotten entschieden haben.
Nach etwa 1,5 km leicht ansteigender Schotterpiste wird der Weg dann auch herausfordernder. Unser Eindruck: Norwegische Wanderwege gehen nicht in Serpentinen den Berg hinauf, sondern einfach so senkrecht wie möglich. Dieser Eindruck wird im späteren Tagesverlauf beim Anblick des Festvagtinden Wanderweges noch bestätigt, dieser geht einfach senkrecht ein Geröllfeld hoch. Wir sind ihn nicht gelaufen, war aber auch nie geplant. Wir wandern also jetzt steil bergauf Richtung Glomtinden.
Es wird zunehmend steiler. Der "Nöppel" mittig rechts im Bild ist übrigens der Glomtinden da wollen wir hin.Die Aussicht entschädigt und bietet Grund für Verschnaufpausen.
Ja, es war wirklich so steil, wie es auf dem Foto aussieht.
Wir gewinnen natürlich bei so einem steilen Aufstieg schnell an Höhe, der See wird immer kleiner und der Blick immer weiter.
Ein kurzer flacher Abschnitt ist auch mal ganz angenehm und vor allem selten.
Da links oben wollen wir noch hin, wie genau, wissen wir auch noch nicht genau.Wenigstens wandern wir mit Aussicht, wenn wir mal nicht auf unsere Füße und die Steine gucken müssen.
Immerhin kommt der Glomtinden Stück für Stück näher.
Die Aussicht hingegen wird immer weiter.
Wir wissen immer noch nicht genau, wie wir jetzt bis zum Gipfel kommen sollen, aber der Weg wird es zeigen.
Es ergibt sich hier die einmalige Gelegenheit eines Fotos von uns im Berg.
In diesen Steinen versteckt sich ein Weg. Der bisherige Aufstieg war also Pille-Palle.
Den restlichen Weg sind wir mit Händen und Füßen zu beschäftigt für Fotos, dafür haben wir es dann auch unverletzt nach oben zum Gipfel geschafft. Wir sind alleine und gönnen uns ein paar Gipfelfotos.
Natürlich genießen wir jetzt auch in vollen Zügen den Rundumblick.Für solche Aussichten sind wir unter anderem hier hin gekommen, auf dieses Wetter haben wir natürlich gehofft, aber es keinesfalls erwartet. Wir legen mal ein wenig Sonnencreme nach.
Wo die Felsnase unten im Bild wohl hinzeigt?
Nachdem wir uns (sofern das hier möglich ist) sattgesehen haben, machen wir uns an den Abstieg. Das steilste Stück mit ein paar Kletterpassagen ist runter nicht halb so schlimm, wie wir es uns auf dem Weg nach oben vorgestellt haben, nachdem wir unsere Hände nicht mehr brauchen, wandern wir den restlichen Weg mit Stöcken nach unten. Unsere Knie danken es uns, aber der Abstieg zieht sich mal wieder schlimmer, als der Aufstieg war.
Unten angekommen wird mit einem alkoholfreien Kulturgut auf unseren ersten Lofotengipfel angestoßen.
Jetzt plagt uns doch ein Hüngerchen, und wir machen uns über unser Knäckebrot mit Västerbotten Käse her. Gut gestärkt geht es nach Henningsvær. Ich möchte das Fußballstadion sehen, das ich mal auf einem Foto gesehen habe und das quasi auf einer eigenen Insel liegt. Auch sonst soll der Ort ganz hübsch sein, also kann man ja mal schauen. Leider wollen das außer uns noch viele andere Menschen, und so ist es ziemlich überfüllt. Trotzdem schaffen wir es irgendwie zum Stadion.
Gut, ohne Drohne ist es nur ein kleines Fußballstadion, aber was solls.Einen Leuchtturm gibt es natürlich auch, dieser ist in Privatbesitz und kann leider nicht besucht werden.
Wir werfen noch einen Blick Richtung Henningsvær und dann ergreifen wir auch schon wieder die Flucht. Es ist wirklich sehr, sehr voll hier.
Die Umgebung von Henningsvær ist natürlich - wie alles hier - auch sehenswert. Unten in der Mitte des Fotos erkennt man den oben erwähnten Festvagtinden, der Aufstieg erfolgt rechts vom Gipfel durch das Geröllfeld, ungefähr da, wo der grüne Streifen verläuft ,und es sind nicht gerade wenige Menschen dort unterwegs.
Wir setzen unseren Weg über unzählige Brücken fort und begegnen zwischenzeitlich so vielen Schafen, dass wir den Gedanken, unseren Counter noch um Schafe zu erweitern, direkt wieder verwerfen.
Heute haben wir uns entschieden, die südliche Nebenstrecke entlang der Küste statt der E10 weiter zu fahren, und umrunden daher den malerischen Rolvsfjord, in dem sich die Landschaft gerade sehr schön spiegelt.
Kurz hinter Leknes erwartet uns ein wunderschönes Ferienhaus, das wir ausnahmsweise sogar für zwei Nächte bewohnen werden.
Die Lage ist auch nicht zu verachten, direkt an einem kleinen Yachthafen.Der "Nachteil" ist, dass wir zum Essen wieder nach Leknes fahren müssen. Daher gibt es für mich dann heute auch hier nur alkoholfreies Kulturgut. Es schmeckt allerdings trotzdem besser als das "Schous" des Gatten.
Als Vorspeise gibt es endlich mal eine leckere Fischsuppe mit Basilikumöl.Als Hauptgericht hat der Gatte Lamm mit Püree und Gemüse und ich einen hervorragenden Burger. Beides vom regionalen Tier.
Der Burger ist mir noch ein eigenes Foto Wert, auf dem gemeinsamen ist er ja nur von oben zu erkennen.
Danach geht es zurück ins Ferienhaus, wo ich schonmal ein bisschen mit Langzeitbelichtung fotografiere. Es können ja inzwischen wieder jederzeit Nordlichter auftauchen, da will Frau ja bereit sein. Außerdem sieht es schön aus.
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